Bibel in einem Jahr · Tag 32 von 365

Lev 2–4 · Mt 23

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Levitikus 2

1Wenn jemand dem Herrn ein Speiseopfer darbringen will, so soll feines Mehl seine Gabe sein; auf dieses soll er Öl gießen und Weihrauch darauf legen. 2Alsdann soll er es den Söhnen Aarons, den Priestern, bringen, von denen einer eine Handvoll von dem Mehl und Öl, samt allem Weihrauch, nehme und es als Gedächtnis auf den Altar lege zum süßen Geruche für den Herrn. 3Was aber von dem Opfer übrigbleibt, soll Aaron und seinen Söhnen gehören als Hochheiliges von den Opfern des Herrn. 4Willst du aber etwas im Ofen Gebackenes als Speiseopfer darbringen, so soll es von feinem Mehl sein, nämlich ungesäuerte mit Öl bestrichene Fladen. 5Ist dein Opfer aus der Pfanne, bestehend aus mit Öl angemachtem und ungesäuertem feinem Mehl, 6so sollst du dies in Stücke teilen und Öl darauf gießen. 7Ist aber dein Opfer etwas auf dem Rost Bereitetes, so soll feines Mehl in gleicher Weise mit Öl zubereitet werden. 8Dies sollst du dem Herrn darbringen und den Händen des Priesters übergeben. 9Hat dieser es dargebracht, so nehme er ein Gedächtnis von dem Speiseopfer und verbrenne es auf dem Altare zum lieblichen Geruche für den Herrn. 10Alles übrige soll Aaron und seinen Söhnen gehören, als Hochheiliges von den Opfern des Herrn. 11Alle Speiseopfer, welche dem Herrn dargebracht werden, sollen ohne Sauerteig gemacht sein; und kein Sauerteig, noch Honig, soll bei dem Opfer für den Herrn verbrannt werden. 12Nur die Erstlinge davon sollt ihr als Gaben darbringen; aber auf den Altar sollen sie nicht gelegt werden zum süßen Geruche. 13Alle Speiseopfer, die du darbringst, sollst du mit Salz würzen, und sollst das Salz des Bundes deines Gottes nicht fehlen lassen bei deinen Speiseopfern. Bei allen deinen Opfern sollst du Salz darbringen. 14Bringst du aber dem Herrn die Gabe der Erstlinge deiner Früchte von noch grünenden Ähren dar, so sollst du sie am Feuer rösten und wie Mehl zerstoßen, und so sollst du dem Herrn deine Erstlinge darbringen. 15Dazu sollst du Öl darauf gießen und Weihrauch darauf legen, denn es ist das Opfer des Herrn. 16Sodann soll der Priester einen Teil der Gabe des zerstoßenen Mehles und des Öles, und den ganzen Weihrauch als Gedächtnis verbrennen.

Levitikus 3

1Ist seine Opfergabe ein Friedopfer und er will sie von den Rindern darbringen, so mag es ein männliches oder weibliches Tier sein, doch nur ein fehlerfreies bringe er dem Herrn dar. 2Und er soll die Hand auf den Kopf seines Opfertieres legen und es am Eingange des Zeltes des Zeugnisses schlachten; und die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut rings um den Altar gießen. 3Alsdann sollen sie dem Herrn vom Friedopfer als Gabe das Fett darbringen, welches die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das sonst innen ist, 4die beiden Nieren mit dem Fette, das die Weichen bedeckt, und das Netz um die Leber mit den Nieren; 5und sollen, indem sie das Holz anzünden, es auf dem Altare als Brandopfer verbrennen, als ein Opfer süßen Geruches für den Herrn. 6Ist aber sein Opfer ein Friedopfer von Schafen, so soll es ein fehlerfreies männliches oder weibliches Tier sein, das er opfert. 7Bringt er dem Herrn ein Lamm dar, 8so soll er seine Hand auf den Kopf seines Opfertieres legen und es am Eingange des Zeltes des Zeugnisses schlachten; und die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut desselben rings um den Altar ausgießen. 9Hierauf sollen sie von dem Friedopfer dem Herrn das Fett und den ganzen Schwanz als Gabe darbringen, 10nebst den Nieren, und das Fett, das den Bauch mit sämtlichen Eingeweiden bedeckt, und beide Nieren mit dem Fette, das an den Weichen ist und das Netz um die Leber mit den Nieren. 11Und dies alles soll der Priester verbrennen auf dem Altare als Nahrung für das Feuer und als Opfer für den Herrn. 12Besteht aber sein Opfer in einer Ziege, die er dem Herrn darbringt, 13so soll er seine Hand auf ihren Kopf legen und sie am Eingange des Zeltes des Zeugnisses schlachten, und die Söhne Aarons sollen ihr Blut rings um den Altar ausgießen. 14Hierauf sollen sie davon zur Nahrung des Feuers des Herrn das Fett nehmen, welches den Bauch bedeckt und alle Eingeweide umgibt, 15beide Nieren mit dem Netze, welches um dieselben an den Weichen ist, und das Fett der Leber mit den Nieren. 16Dies alles soll der Priester auf dem Altare verbrennen zur Nahrung des Feuers und zum süßen Geruche. Alles Fett soll dem Herrn gehören; 17dies gelte als ewige Satzung bei euch von Geschlecht zu Geschlecht, und in allen euren Wohnsitzen; weder Blut noch Fett sollt ihr je essen.

Levitikus 4

1Und der Herr redete zu Moses und sprach: 2Sage den Söhnen Israels: Wenn jemand sich aus Versehen gegen eines von allen Verboten des Herrn, die er gegeben, vergeht und wider irgend eines handelt: 3vergeht sich der gesalbte Priester, und macht, dass auch das Volk sich vergeht, so soll er für seine Sünde dem Herrn einen fehlerlosen jungen Stier darbringen. 4Diesen soll er an den Eingang des Zeltes des Zeugnisses vor den Herrn bringen, und die Hand auf seinen Kopf legen, und ihn dem Herrn schlachten. 5Hierauf soll er einen Teil von dem Blute des Rindes nehmen, und in das Zelt des Zeugnisses bringen, 6und seinen Finger in das Blut tauchen und damit siebenmal vor dem Herrn gegen den Vorhang des Heiligtums sprengen. 7Sodann soll er etwas von eben diesem Blute an die Hörner des Altares des dem Herrn angenehmen Räucherwerkes streichen, welcher im Zelte des Zeugnisses steht; alles übrige Blut aber soll er an den Fuß des Brandopferaltars am Eingange des Zeltes gießen. 8Endlich soll er das Fett des jungen Rindes als Sündopfer absondern, sowohl das, welches die Eingeweide bedeckt, wie alles, was innen ist; 9beide Nieren und das Netz, das um dieselben an den Weichen ist, und das Fett der Leber mit den Nieren, 10so wie es von dem jungen Rinde des Friedopfers genommen wird; und dies soll er auf dem Brandopferaltare verbrennen. 11Das Fell aber und das gesamte Fleisch nebst Kopf und Füßen, den Eingeweiden, dem Unrat, 12und dem übrigen Leibe soll er vor das Lager an einen reinen Ort hinausschaffen, dahin, wohin man die Asche zu schütten pflegt, und soll alles auf einem Holzstoße verbrennen, an dem Orte, an den man die Asche hinschüttet, soll es verbrannt werden. 13Wenn aber die ganze Gemeinde Israels unvorsätzlich und aus Unwissenheit etwas tut, was gegen das Gebot des Herrn ist, 14und nachher ihre Sünde erkennt, so soll sie für ihre Sünde ein junges Rind darbringen, und es zum Eingange des Zeltes führen. 15Und die Ältesten des Volkes sollen vor dem Herrn die Hände auf dessen Kopf legen; und dann soll das Rind vor den Augen des Herrn geschlachtet werden, 16und der gesalbte Priester soll etwas von seinem Blute in das Zelt des Zeugnisses hineinbringen, 17und soll den Finger eintauchen, und siebenmal gegen den Vorhang sprengen; 18auch soll er etwas von demselben Blute an die Hörner des Altares streichen, welcher vor dem Herrn im Zelte des Zeugnisses steht; das übrige Blut aber soll er an den Fuß des Brandopferaltares gießen, der an dem Eingange des Zeltes des Zeugnisses ist. 19Auch all sein Fett soll er nehmen, und es auf dem Altare verbrennen. 20So soll er es auch mit diesem jungen Stiere machen, wie er mit dem vorigen verfahren und wenn der Priester für sie betet, wird der Herr ihnen gnädig sein. 21Das junge Rind aber soll er vor das Lager hinausschaffen und wie das ersterwähnte Rind verbrennen; denn es ist ein Sündopfer für die Gemeinde. 22Wenn ein Fürst sündigt, und aus Unwissenheit gegen eines von den zahlreichen Verboten im Gesetze des Herrn handelt, 23und nachher seine Sünde erkennt, so soll er dem Herrn einen fehlerfreien Ziegenbock als Opfer darbringen. 24Er soll seine Hand auf dessen Kopf legen und ihn an dem Orte, wo man das Brandopfer vor dem Herrn zu töten pflegt, schlachten, weil es ein Sündopfer ist; 25alsdann soll der Priester den Finger in das Blut des Sündopfers tauchen und die Hörner des Brandopferaltars damit bestreichen, und das übrige an dessen Fuß gießen. 26Das Fett aber soll er auf dem Altare verbrennen, wie es bei den Friedopfern zu geschehen pflegt; und der Priester soll für ihn und seine Sünde beten, und es wird ihm vergeben werden. 27Wenn jemand aus dem gemeinen Volke aus Versehen sündigt, und etwas von dem tut, was durch das Gesetz des Herrn verboten ist, und eine Schuld auf sich lädt, 28und seine Sünde erkennt, so soll er eine fehlerfreie Ziege darbringen, 29und die Hand auf den Kopf des Sündopfers legen, und es am Orte des Brandopfers schlachten. 30Hierauf soll der Priester etwas von dem Blute mit seinem Finger nehmen und die Hörner des Brandopferaltares damit bestreichen, und das übrige an dessen Fuß gießen. 31Alles Fett aber soll er wegnehmen, wie das Fett von den Friedopfern weggenommen zu werden pflegt, und soll es auf dem Altare zum angenehmen Geruche für den Herrn verbrennen; und er soll für ihn beten, so wird ihm vergeben werden. 32Ist aber das Sündopfer, das er darbringt, ein Stück Kleinvieh, nämlich ein fehlerfreies Schaf, 33so soll er die Hand auf dessen Kopf legen und es an dem Orte schlachten, wo man die Brandopfer zu schlachten pflegt; 34und der Priester soll mit seinem Finger etwas von seinem Blute nehmen und die Hörner des Brandopferaltars damit bestreichen, das übrige an den Fuß desselben gießen. 35Das gesamte Fett soll er gleichfalls wegnehmen, wie man das Fett des Widders wegzunehmen pflegt, der als Friedopfer geschlachtet wird; und soll es auf dem Altare verbrennen zum Feueropfer für den Herrn; und soll für ihn und seine Sünde beten, und es wird ihm vergeben werden.

Neues Testament

Matthäusevangelium 23

1Dann redete Jesus zu dem Volke und zu seinen Jüngern, 2und sprach: Auf den Stuhl des Moses haben sich die Schriftgelehrten und Pharisäer gesetzt. 3Alles also, was sie immer euch sagen, haltet und tuet; nach ihren Werken aber tuet nicht; denn sie sagen, und tun nicht. 4Sie binden nämlich schwere und unerträgliche Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen; mit ihrem Finger aber wollen sie dieselben nicht bewegen. 5Alle ihre Werke aber tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden; denn sie machen ihre Spruchbänder breit, und die Quasten groß. 6Sie lieben die ersten Plätze bei den Gastmählern, und die ersten Stühle in den Synagogen. 7Sie lassen sich gerne auf dem Markte grüßen und von den Leuten Rabbi nennen. 8Ihr aber lasset euch nicht Rabbi nennen; denn einer ist euer Lehrer, ihr aber seid Brüder. 9Auch nennet keinen auf Erden Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 10Und lasset euch nicht Meister nennen; weil einer euer Meister ist, Christus. 11Wer der Größere unter euch ist, wird euer Diener sein. 12Wer aber sich selbst erhöhet, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöhet werden. 13Wehe aber euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr das Himmelreich vor den Menschen verschließet. Denn ihr selbst gehet nicht hinein, und auch die hinein wollen, lasset ihr da nicht hineingehen. 14Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr die Häuser der Witwen verzehret, indem ihr lange Gebete sprechet; deshalb werdet ihr ein strengeres Gericht erfahren. 15Wehe euch ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr das Meer und das Festland durchziehet, um einen einzigen Bekehrten zu machen; und wenn er es geworden ist, so machet ihr ihn zum Kinde der Hölle, zweifach mehr als ihr. 16Wehe euch, ihr blinden Führer! die ihr saget: Wenn jemand beim Tempel geschworen hat, das ist nichts; wer aber beim Golde des Tempels geschworen hat, ist verpflichtet. 17Ihr Toren und Blinde! Was ist denn größer? Das Gold oder der Tempel, welcher das Gold heiligt? 18Und wer da beim Altare geschworen hat, das ist nichts; wer aber geschworen hat bei der Gabe, welche auf demselben liegt, ist verpflichtet. 19Ihr Blinde! Was ist denn größer? Die Gabe oder der Altar, welcher die Gabe heiligt? 20Wer also bei dem Altare schwöret, schwöret bei demselben, und bei allem, was auf demselben ist. 21Und wer bei dem Tempel schwört, schwört bei diesem, und bei dem, welcher in demselben seine Wohnung hat. 22Und wer bei dem Himmel schwört, schwört bei dem Throne Gottes, und bei dem, der auf demselben sitzet. 23Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Die ihr die Krausemünze, Fenchel und Kümmel verzehnet, aber was das Wichtigere des Gesetzes ist, die Gerechtigkeit, die Barmherzigkeit und die Treue habt fallen lassen. Dieses hättet ihr tun, und jenes nicht unterlassen sollen. 24Ihr blinden Führer! Die ihr eine Mücke durchseihet, das Kamel aber verschlucket. 25Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reiniget, innen aber voll des Raubes und der Unlauterkeit seid. 26Du blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit die Außenseite derselben rein werde. 27Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Weil ihr übertünchten Gräbern gleichet, welche von außen her den Leuten zwar schön erscheinen, inwendig aber voll sind von Totengebeinen und jeglicher Unreinigkeit. 28So erscheint auch ihr zwar von außen als Gerechte vor den Menschen, inwendig aber seid ihr voll Heuchelei und Schlechtigkeit. 29Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Die ihr die Gräber der Propheten bauet, und die Denkmäler der Gerechten schmücket, 30und sagt: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, so wären wir nicht ihre Mitschuldigen an dem Blute der Propheten gewesen. 31So gebet ihr wider euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne derer seid, welche die Propheten gemordet haben. 32So machet denn ihr nur das Maß eurer Väter voll! 33Ihr Schlangen, Natterngezücht! wie werdet ihr dem Gerichte der Hölle entrinnen? 34Darum sehet, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte; und ihr werdet einen Teil von ihnen töten und kreuzigen; und einen Teil werdet ihr geißeln in euren Synagogen, und von Stadt zu Stadt verfolgen; 35damit alles gerechte Blut, welches auf Erden vergossen ward, über euch komme, vom Blute Abels, des Gerechten, an bis zum Blute Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altare gemordet habt. 36Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen! 37Jerusalem, Jerusalem! die du die Propheten mordest, und steinigest die, welche zu dir gesandt worden, wie oft wollte ich deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, du aber hast nicht gewollt! 38Sehet, euer Haus wird verödet gelassen werden! 39Denn ich sage euch; Von nun an werdet ihr mich nicht mehr sehen, bis dass ihr sprechet: Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!