Bibel in einem Jahr · Tag 303 von 365

Jer 39–41 · Hebr 12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jeremia 39

1Im neunten Jahre Sedekias, des Königs von Juda, im zehnten Monate, kam Nabuchodonosor, der König von Babylon, mit seiner ganzen Heeresmacht vor Jerusalem und sie belagerten es. 2Im elften Jahre Sedekias aber, im vierten Monat, am fünften des Monats, ward die Stadt geöffnet. 3Da drangen alle Fürsten des Königs von Babylon ein und hielten am Mitteltore: Neregel-Sereser, Semegarnabu, Sarsachim, Rabsares, Neregel-Sereser, Rebmag und alle übrigen Fürsten des Königs von Babylon. 4Als aber Sedekias, der König von Juda, und alle Krieger sie sahen, flohen sie des Nachts aus der Stadt auf dem Wege nach dem Königsgarten durch das Tor, das zwischen den zwei Mauern war, und zogen hinaus auf den Weg in die Wüste. 5Allein eine Abteilung der Chaldäer verfolgte sie und sie ergriffen Sedekias in der Ebene der Wüste von Jericho und führten ihn gefangen zu Nabuchodonosor, dem Könige von Babylon, nach Reblatha, im Lande Emath, und er sprach über ihn das Urteil. 6Und der König von Babylon ließ die Söhne Sedekias in Reblatha vor seinen Augen töten, ebenso ließ der König von Babylon alle Edlen von Juda töten. 7Dem Sedekias aber ließ er die Augen blenden und ihn in Ketten werfen, um ihn nach Babylon zu führen. 8Und das Haus des Königs samt den Häusern des Volkes brannten die Chaldäer nieder und zerstörten die Mauer von Jerusalem. 9Den Rest des Volkes aber, der in der Stadt übriggeblieben war, und die Überläufer, die zu ihm übergegangen waren, sowie das gemeine Volk, das übriggeblieben war, führte Nabuzardan, der Oberste der Leibwache, nach Babylon. 10Von den armen Leuten jedoch, welche gar nichts besaßen, ließ Nabuzardan, der Oberste der Leibwache, einige im Lande Juda zurück und gab ihnen an jenem Tage Weinberge und Brunnen. 11Und Nabuchodonosor, der König von Babylon, hatte Nabuzardan, dem Obersten der Leibwache, betreffs Jeremias also geboten: 12Hole ihn und trage Sorge für ihn und tue ihm nichts zu leide, sondern tue ihm, was er wünscht. 13Da sandten Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, und Nabusezban und Rabsares und Neregel-Sereser und Rebmag und alle Großen des Königs von Babylon, 14sie sandten hin und ließen Jeremias aus dem Hofe des Gefängnisses holen und übergaben ihn dem Godolias, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Saphans, dass er in sein Haus ginge und unter dem Volke wohnte. 15An Jeremias aber war das Wort des Herrn ergangen, als er im Hofe des Gefängnisses in Haft war, also lautend: 16Gehe hin und sprich zu Abdemelech, dem Äthiopier, also: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich lasse meine Worte über diese Stadt kommen zum Unheil und nicht zum Glücke und sie sollen sich vor deinen Augen an jenem Tage erfüllen. 17Dich aber will ich an jenem Tage erretten, spricht der Herr, und du sollst nicht in die Hand der Männer überliefert werden, die du fürchtest; 18denn ich will dich erretten und befreien und du sollst nicht durch das Schwert fallen, sondern dein Leben soll erhalten bleiben, weil du auf mich dein Vertrauen gesetzt hast, spricht der Herr.

Das Buch Jeremia 40

1Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, nachdem ihn Nabuzardan, der Oberste der Leibwache, von Rama freigelassen, als er ihn mit Ketten gebunden aus der Mitte aller hatte holen lassen, die von Jerusalem und Juda auszogen und nach Babylon geführt wurden. 2Es ließ nämlich der Anführer der Leibwache den Jeremias holen und sprach zu ihm: Der Herr, dein Gott, hat über diesen Ort dies Unheil angedroht 3und hat es über ihn kommen lassen; der Herr hat getan, wie er geredet hat, denn ihr habt wider den Herrn gesündigt und auf seine Stimme nicht gehört und so ist euch solches widerfahren. 4Und nun siehe, ich löse dir heute die Fesseln, die an deinen Händen sind; gefällt es dir, mit mir nach Babylon zu kommen, so komm und ich will für dich Sorge tragen, gefällt es dir aber nicht, mit mir nach Babylon zu kommen, so bleibe; siehe, das ganze Land liegt vor dir offen; was du auch wählst und wohin es dir gefällt zu ziehen, dahin gehe! 5Magst du nicht mit mir kommen, so bleibe bei Godolias, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Saphans, den der König von Babylon als Statthalter über die Städte von Juda gesetzt hat; bleibe also bei ihm inmitten des Volkes oder wohin es dir gefällt, zu gehen, dahin gehe! Dann gab ihm der Oberste der Leibwache Lebensmittel und Geschenke und entließ ihn. 6So kam Jeremias zu Godolias, dem Sohne Ahikams, nach Masphath und wohnte mit ihm inmitten des Volkes, das im Lande zurückgelassen war. 7Da nun alle Heeresobersten, welche im Lande zerstreut waren, mit ihren Leuten vernahmen, dass der König von Babylon Godolias, den Sohn Ahikams, als Statthalter über das Land gesetzt und ihm die Männer und Frauen, die Kinder und Armen des Landes anvertraut hatte, die nicht nach Babylon weggeführt waren, 8kamen sie zu Godolias in Masphath, nämlich Ismahel, der Sohn Nathanias, und Johanan und Jonathan, die Söhne Karees, und Sareas, der Sohn Thanehumeths, und die Söhne Ophis, die von Netophathi waren, und Jezonias, der Sohn des Maachathiters, mit ihren Leuten. 9Und Godolias, der Sohn Ahikams, des Sohnes Saphans, schwor ihnen und ihren Begleitern, indem er sprach: Fürchtet euch nicht, den Chaldäern dienstbar zu werden; bleibet im Lande und seid dem Könige von Babylon untergeben, so wird es euch wohlergehen. 10Sehet, ich bleibe in Masphath, um der Befehle der Chaldäer, die zu uns gesandt werden, gewärtig zu sein; ihr aber erntet Wein und Früchte und Öl und verwahret alles in euern Gefäßen und bleibet in euern Städten, welche ihr in Besitz nehmt. 11Aber auch alle Juden, welche in Moab und unter den Söhnen Ammons und in Edom und in allen Landschaften waren, hörten, dass der König von Babylon in Judäa einen Rest übriggelassen und über sie Godolias, den Sohn Ahikams, des Sohnes Saphans, als Statthalter gesetzt habe; 12da kehrten denn alle Juden aus allen Orten, an die sie geflüchtet waren, zurück und kamen in das Land Juda zu Godolias nach Masphath und hielten Weinlese und ernteten überaus reichlich. 13Johanan aber, der Sohn Karees, und alle Anführer des Heeres, die im Lande zerstreut waren, kamen zu Godolias nach Masphath 14und sprachen zu ihm: Wisse, dass Baalis, der König der Söhne Ammons, Ismahel, den Sohn Nathanias, ausgesandt hat, dich zu erschlagen. Godolias aber, der Sohn Ahikams, glaubte ihnen nicht. 15Da sprach Johanan, der Sohn Karees, insgeheim in Masphath zu Godolias, also: Ich will hingehen und Ismahel, den Sohn Nathanias, erschlagen, ohne dass jemand es weiß, dass er dich nicht töte und dass nicht alle Juden, die sich um dich gesammelt haben, sich zerstreuen und was von Juda übriggeblieben ist, zugrunde gehe. 16Godolias aber, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohne Karees: Tue dies nicht! Denn du redest Lügen über Ismahel.

Das Buch Jeremia 41

1Und es geschah im siebenten Monate, dass Ismahel, der Sohn Nathanias, des Sohnes Elisamas vom königlichen Geschlechte, mit einigen Großen des Königs und zehn Männern zu Godolias, dem Sohne Ahikams, nach Masphath kam, und sie hielten daselbst mit ihm ein Mahl in Masphath. 2Da erhob sich Ismahel, der Sohn Nathanias und die zehn Männer, welche bei ihm waren, und erschlugen Godolias, den Sohn Ahikams, des Sohnes Saphans, mit dem Schwerte und töteten den, welchen der König von Babylon als Statthalter über das Land gesetzt hatte. 3Auch alle Juden, welche bei Godolias in Masphat waren, und die Chaldäer, welche sich dort befanden, und die Kriegsleute erschlug Ismahel. 4Am zweiten Tage aber, nachdem er Godolias ermordet und noch niemand etwas davon wusste, 5kamen Männer von Sichem, Silo und Samaria, achtzig an der Zahl, mit abgeschorenem Barte, zerrissenen Kleidern und entstelltem Antlitz, Speiseopfer und Weihrauch mit sich führend, um sie im Hause des Herrn darzubringen. 6Da ging Ismahel, der Sohn Nathanias, ihnen von Masphat entgegen, im Gehen beständig weinend. Und als er auf sie traf, sprach er zu ihnen: Kommet zu Godolias, dem Sohne Ahikams! 7Als sie aber in die Mitte der Stadt gekommen waren, ermordete Ismahel, der Sohn Nathanias, sie bei einer Zisterne mit den Männern, welche mit ihm waren. 8Doch zehn Männer fanden sich unter ihnen, welche zu Ismahel sprachen: Töte uns nicht, denn wir haben im Felde Vorräte von Weizen und Gerste, Öl und Honig verborgen. Da ließ er ab und tötete sie nicht zugleich mit ihren Brüdern. 9Die Grube aber, in welche Ismahel alle Leichname der Männer warf, die er um Godolias willen erschlagen, ist dieselbe, welche der König Asa um Baasas, des Königs von Israel, willen gemacht; diese füllte Ismahel, der Sohn Nathanias, mit Erschlagenen. 10Alsdann führte Ismahel den ganzen Rest des Volkes, der in Masphat war, gefangen hinweg, die Töchter des Königs und das gesamte Volk, das in Masphath übriggeblieben war, welches Nabuzardan, der Anführer der Leibwache, Godolias, dem Sohne Ahikams, untergeben hatte; diese nahm Ismahel, der Sohn Nathanias, gefangen und zog hin, um zu den Kindern Ammons zu gelangen. 11Als aber Johanan, der Sohn Karees, und alle Anführer der Krieger, welche bei ihm waren, von all dem Unheil, das Ismahel, der Sohn Nathanias, angerichtet hatte, Kunde erhielten, 12nahmen sie all ihre Leute zu sich und zogen hin, um gegen Ismahel, den Sohn Nathanias, zu kämpfen, und sie trafen ihn an dem großen Wasser bei Gabaon. 13Da nun alles Volk, welches bei Ismahel war, Johanan, den Sohn Karees, und alle Heerführer, die bei ihm waren, erblickte, freuten sie sich. 14Und alles Volk, welches Ismahel aus Masphath gefangen weggeführt hatte, wandte sich um und ging zu Johanan, dem Sohne Karees, über. 15Ismahel aber, der Sohn Nathanias, entrann dem Johanan mit acht Männern und ging zu den Kindern Ammons. 16Da nahmen Johanan, der Sohn Karees und alle Heeresführer, welche bei ihm waren, den ganzen Rest des Volkes von Masphath, den er von Ismahel, dem Sohne Nathanias, zurückgebracht hatte, nachdem dieser den Godolias, den Sohn Ahikams, erschlagen, streitbare Männer, Frauen und Kinder und Höflinge, welche er von Gabaon zurückgebracht hatte. 17Und sie zogen ab und hielten in Chamaam, das bei Bethlehem liegt, Rast, um weiter nach Ägypten hinzuziehen 18aus dem Bereiche der Chaldäer fort; denn sie fürchteten sich vor diesen, weil Ismahel, der Sohn Nathanias, Godolias, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, welcher von dem Könige von Babylon als Statthalter über das Land Juda gesetzt worden war.

Neues Testament

Hebräerbrief 12

1Daher lasset denn auch uns, da wir eine solche Wolke von Zeugen vor uns haben, alle Beschwerung und die uns anhaftende Sünde abwerfen, und mit Ausdauer den uns obliegenden Wettkampf laufen; 2indem wir auf den Vorgänger und Vollender des Glaubens schauen, Jesus, der für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete, die Schmach nicht achtend, und zur Rechten des Thrones Gottes sitzt. 3Ja, betrachtet ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermattet und euern Mut nicht sinken lasset. 4Denn noch habt ihr nicht bis auf´s Blut Widerstand geleistet im Kampfe wider die Sünde, 5und habt des Zuspruchs vergessen, der sich an euch als an Kinder wendet: Mein Sohn! achte die Züchtigung des Herrn nicht gering, und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst. 6Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, er geißelt aber jeden Sohn, den er annimmt. 7Haltet aus unter der Züchtigung! Gott verfährt mit euch, wie mit seinen Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren doch alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr ja unrechtmäßige, nicht wahre Söhne. 9Ferner: unsere leiblichen Väter hatten wir zu Züchtigern, und erwiesen ihnen Ehrfurcht; sollten wir uns nicht viel mehr dem Vater der Geister unterwerfen und so leben? 10Jene züchtigten uns für die Zeit weniger Tage nach ihrem Gutdünken; er aber für das, was heilsam ist, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. 11Jede Züchtigung freilich scheint für die Gegenwart nicht erfreuend zu sein, sondern betrübend; in der Folge aber wird sie denen, die durch sie geübt wurden, eine friedenreiche Frucht der Gerechtigkeit gewähren. 12Darum richtet die erschlafften Hände und die wankenden Kniee wieder auf, 13und machet gerade Schritte mit euern Füßen, damit Niemand hinke und abirre, sondern vielmehr geheilt werde. 14Trachtet nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne welche Niemand Gott schauen wird, 15indem ihr zusehet, dass keiner sich der Gnade Gottes entziehe, damit keine Wurzel der Bitterkeit ausschieße und Beschwerde bringe, und viele durch sie befleckt werden. 16Keiner sei ein Unzüchtiger oder ein Verächter des Heiligen wie Esau, welcher um einer einzigen Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. 17Ihr wisset ja, dass er auch, da er nachher den Segen zu erben verlangte, abgewiesen wurde; fand er doch keinen Raum mehr zur Sinnesänderung, obwohl er sie mit Tränen suchte. 18Denn ihr seid nicht hingetreten zu einem Berge, den man berühren kann, und einem lohenden Feuer und Wettergewölk, und Dunkel und Sturm, 19und Posaunenklang, und einem Schall von Worten, deren Hörer baten, es möchte die Rede nicht weiter an sie gerichtet werden. 20Denn sie ertrugen nicht, was gesagt ward: „Selbst wenn auch ein Tier den Berg berührt, soll es gesteinigt werden.“ 21Ja, so schrecklich war die Erscheinung, dass Moses sprach: Ich bin voll Entsetzen und Zittern. 22Vielmehr seid ihr hinzugetreten zu dem Berge Sion, und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu der Versammlung vieler Tausende von Engeln, 23und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, welche im Himmel aufgezeichnet sind, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, 24und zu dem Mittler des Neuen Bundes, Jesus, und zu einer Blutbesprengung, welche besser redet als Abel. 25Sehet zu, dass ihr den, der da redet, nicht abweiset. Denn wenn jene nicht entkamen, welche den abwiesen, der auf Erden seinen Spruch kündete; wie viel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel herab zu uns redet! 26Seine Stimme erschütterte damals die Erde; jetzt aber gibt er die Verheißung: Noch einmal werde ich nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel erschüttern. 27Mit den Worten „Noch einmal“ deutet er die Umkehr des Erschütterten als dessen, was geschaffen ist, an, damit das, was nicht erschüttert wird, bleibe. 28Da wir nun ein unerschütterliches Reich empfangen, so lasset uns Dankbarkeit beweisen, durch welche wir Gott dienen und ihm zu gefallen suchen mit Furcht und Ehrerbietung. 29Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.