Altes Testament
Das Buch Jeremia 30
1Dies das Wort, welches an Jeremias von dem Herrn erging, also lautend: 2So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreibe dir alle Worte, welche ich zu dir geredet habe, in ein Buch! 3Denn siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da ich die Weggeführten meines Volkes Israel und Juda zurückführe, spricht der Herr, ja, sie zurückführe in das Land, welches ich ihren Vätern gegeben, und sie sollen es besitzen. 4Und dies sind die Worte, welche der Herr zu Israel und zu Juda gesprochen, 5so also spricht der Herr: Schreckensruf wird gehört, Furcht und nicht Friede! 6Fraget und sehet, ob ein Mann gebärt? Warum sehe ich jeden Mann seine Hände auf seinen Lenden halten, Gebärenden gleich, sind alle Angesichter in Blässe gewandelt? 7Wehe! Denn groß ist jener Tag und keiner ist ihm gleich; eine Zeit der Drangsal ist es für Jakob, doch wird er aus ihr errettet werden! 8Und an jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, werde ich sein Joch, das an deinem Halse ist, nehmen und zerbrechen und seine Bande zerreißen und nicht mehr sollen Fremde über ihn herrschen; 9sondern sie werden dem Herrn, ihrem Gott, dienen und ihrem Könige David, den ich ihnen erwecken werde. 10Darum fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob! spricht der Herr, und zage nicht, Israel! denn siehe, ich will dich aus dem fernen Lande erretten und deine Nachkommenschaft aus dem Lande ihrer Gefangenschaft; Jakob soll zurückkehren und Ruhe haben und an allen Gütern Überfluss und er wird niemand fürchten dürfen. 11Denn ich bin mit dir, spricht der Herr, dich zu retten; mit allen Völkern, unter die ich dich zerstreut habe, will ich ein Ende machen, aber mit dir will ich kein Ende machen; sondern vielmehr will ich dich nach Recht züchtigen, auf dass du dich nicht für schuldlos haltest. 12Denn also spricht der Herr: Unheilbar ist dein Gebrechen, bösartig dein Schaden. 13Niemand nimmt sich deiner an, dich zu verbinden, kein Heilmittel will dir helfen. 14Alle deine Buhlen haben deiner vergessen und fragen nicht nach dir, weil ich dich mit feindlichen Schlägen geschlagen habe, mit grausamer Züchtigung ob der Menge deiner Verschuldungen; denn deine Sünden sind arg geworden. 15Was schreist du über deine Zerschmetterung? Unheilbar ist dein Schmerz! Ob der Menge deiner Verschuldungen und ob deiner argen Sünden habe ich dir solches getan. 16Darum werden alle, die dich verschlingen, verschlungen werden und alle deine Feinde in die Gefangenschaft geführt werden; und die dich plündern, geplündert werden und alle, die dich ausgeraubt haben, gebe ich dem Raube preis. 17Denn ich will deine Wunde verbinden lassen und dich von deinen Schäden heilen, spricht der Herr; weil sie dich, Sion! die Verstoßene nennen. Sie ist es, nach der niemand fragt. 18So spricht der Herr: Siehe, ich will die Weggeführten der Gezelte Jakobs zurückführen und mich seiner Wohnungen erbarmen, es soll die Stadt auf ihren Höhen wieder gebaut und der Tempel nach seiner Ordnung wieder gegründet werden. 19Und aus ihnen soll Lobpreis und der Schall der Spielenden ertönen, ich will sie sich mehren und nicht mindern lassen, ich will sie verherrlichen und nicht gering werden lassen. 20Seine Söhne werden sein wie ehedem und seine Gemeinde soll vor mir bestehen und ich will alle strafen, die ihn bedrücken. 21Und sein Führer soll aus ihm selbst erstehen und sein Herrscher aus seiner Mitte hervorgehen; ich will ihn an mich ziehen und er wird mir nahen, denn wer könnte sich erkühnen, mir zu nahen? spricht der Herr. 22Und ihr sollt mein Volk sein und ich werde euer Gott sein. 23Sehet, ein Sturmwind des Herrn, Grimm bricht los, ein Wetter fährt daher und stürzt auf das Haupt der Gottlosen nieder. 24Nicht wird der Herr seinem grimmen Zorne wehren, bis er seines Herzens Gedanken ausgeführt und erfüllt; am Ende der Tage werdet ihr dessen inne werden.
Das Buch Jeremia 31
1Zu derselben Zeit, spricht der Herr, werde ich der Gott für alle Geschlechter Israels sein und sie werden mein Volk sein. 2So spricht der Herr: Gnade hat in der Wüste das Volk gefunden, das dem Schwert entrann, Israel wird in seine Ruhe eingehen. 3Von fernher ist mir der Herr erschienen. Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich in Erbarmung zu mir herangezogen. 4Wiederum werde ich dich aufbauen, dass du aufgebaut werdest, Jungfrau Israel! Noch wirst du dich mit deinen Pauken zieren und im Reigen der Spielenden ausziehen. 5Noch wirst du Weinberge auf den Bergen Samarias pflanzen: pflanzen, ja pflanzen werden sie, doch nicht lesen, bis die Zeit kommt. 6Ja, es wird der Tag kommen, da die Wächter auf dem Berge Ephraim rufen: Auf, lasset uns nach Sion zu dem Herrn, unserm Gott, hinaufziehen! 7Denn so spricht der Herr: Jubelt Jakob zu in Freuden und jauchzet an der Spitze der Völker, rufet laut und singet und sprechet: Rette, Herr, dein Volk, den Überrest Israels! 8Sehet, ich führe sie herbei aus dem Lande gegen Norden und sammle sie von den äußersten Enden der Erde; unter ihnen sind Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende zumal, eine große Schar soll hierher zurückkehren. 9Mit Weinen werden sie kommen und in Erbarmung werde ich sie zurückgeleiten; ich werde sie durch Wasserbäche auf ebenem Wege führen, dass sie nicht darauf straucheln; denn ich bin Israel zum Vater geworden und Ephraim ist mein Erstgeborner. 10Höret das Wort des Herrn, ihr Völker! und verkündet es den Inseln in der Ferne und saget: Der, welcher Israel zerstreut hat, wird es sammeln und es hüten wie ein Hirt seine Herde. 11Denn der Herr hat Jakob erlöst und ihn befreit aus der Gewalt des Stärkeren. 12Dann werden sie kommen und lobsingen auf dem Berge Sion und zusammenströmen zu den Gütern des Herrn, zu Getreide, Wein und Öl, zu den jungen Schafen und Rindern, und ihre Seele wird einem wasserreichen Garten gleichen und sie werden nicht mehr Hunger leiden. 13Alsdann wird sich die Jungfrau am Reigen erfreuen, Jünglinge und Greise zumal, und ich werde ihre Trauer in Freude wandeln und sie trösten und erfreuen nach ihren Leiden. 14Und ich werde die Seele der Priester mit Fett laben und mein Volk wird sich an meinen Gütern sättigen, spricht der Herr. 15So spricht der Herr: Eine Stimme wird auf der Höhe vernommen, Wehklagen, Trauern und Weinen; Rachel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen über sie, denn sie sind nicht mehr. 16So spricht der Herr: Lass dein lautes Weinen und deine Augen mögen nicht mehr Tränen vergießen; denn deine Mühsal wird ihren Lohn finden, spricht der Herr, und sie werden aus Feindesland zurückkehren. 17Es gibt noch eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr, und deine Kinder werden in ihre Gemarkungen zurückkehren. 18Wohl hörte ich Ephraim klagen, als er fortzog: Du hast mich gezüchtigt und ich ward gezüchtigt wie ein ungezähmtes junges Rind; führe mich zurück, so werde ich umkehren; denn du bist der Herr, mein Gott. 19Denn nachdem du meinen Sinn gewendet hast, fühle ich Reue; und nachdem du mich überführt hast, schlage ich an meine Hüfte. Ich bin beschämt und erröte, denn ich trage die Schmach meiner Jugend. 20Ist nicht Ephraim mir ein Sohn, den ich ehren will, ist er nicht ein Kind der Wonne; dass ich, seitdem ich wider ihn geredet habe, doch immer sein gedenke? Darum ist mein Inneres um ihn erregt, ja, ich will mich seiner erbarmen, spricht der Herr. 21Errichte dir eine Warte, setze dir Bitterkeiten; richte deinen Sinn auf den rechten Weg, auf dem du gewandelt bist; kehre um, Jungfrau Israel! kehre um in diese deine Städte. 22Wie lange willst du dich in Begierlichkeiten verlieren, unstet umherschweifende Tochter? Schafft ja der Herr Neues auf Erden: Das Weib wird dem Mann umschließen. 23So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Noch wird man dieses Wort im Lande Juda und in dessen Städten sagen, wenn ich ihre Gefangenen zurückgeführt habe: Es segne dich der Herr, du Zierde der Gerechtigkeit, du heiliger Berg! 24Und darauf soll Juda wohnen und alle seine Städte zumal, die Ackerleute und die Hirten der Herden. 25Denn ich will die erschöpften Seelen laben und jede darbende Seele will ich sättigen. 26Hierbei erwachte ich wie vom Schlafe und schaute und mein Schlaf war mir süß gewesen. 27Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da ich das Haus Israel und das Haus Juda mit Samen von Menschen und mit Samen von Vieh besäen werde. 28Und wie ich über sie gewacht habe, sie auszureißen, auszurotten, zu zerstreuen, zu verderben und zu züchtigen, so will ich über sie wachen, um sie zu bauen und zu pflanzen, spricht der Herr. 29In jenen Tagen sollen sie nicht mehr sagen: Die Väter haben herbe Trauben gegessen und den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden, 30sondern ein jeder soll sterben für seine eigene Verschuldung; jeder Mensch, der herbe Trauben isst, dem sollen die Zähne stumpf werden. 31Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund; 32nicht wie der Bund war, welchen ich mit ihren Vätern geschlossen habe am Tage, da ich ihre Hand erfasste, um sie aus dem Lande Ägypten zu führen, einen Bund, den sie gebrochen haben, da ich doch ihr Gebieter war, spricht der Herr; 33sondern dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jener Zeit schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen und es in ihr Herz schreiben und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. 34Und nicht wird fortan mehr jemand seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren, indem er spricht: Erkenne des Herrn! denn alle werden mich kennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht der Herr; denn ich will ihre Vergehungen vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken. 35So spricht der Herr, der die Sonne zum Lichte bei Tage, die Ordnungen des Mondes und der Sterne zum Lichte bei Nacht setzt, der das Meer in Aufregung bringt, dass seine Wogen brausen; Herr der Heerscharen ist sein Name! 36Wenn diese Gesetze je vor mir aufhören, spricht der Herr, so wird auch die Nachkommenschaft Israels aufhören, ein Volk vor meinem Angesichte zu sein allezeit. 37So spricht der Herr: Wenn die Himmel oben gemessen werden können und die Grundfesten der Erde unten erforscht, so will ich auch die gesamte Nachkommenschaft Israels verstoßen, wegen alles dessen, was sie getan, spricht der Herr. 38Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da die Stadt für den Herrn gebaut werden wird, vom Turme Hananeel bis zum Ecktore; 39alsdann wird sich die Meßschnur hinüberziehen über den Hügel Gareb und Goatha umspannen 40und das ganze Leichen- und Aschental und das ganze Totengefilde bis zum Bache Kedron und bis an die Ecke des Roßtors gegen Sonnenaufgang soll dem Herrn heilig sein; nicht mehr soll es zerstört noch verwüstet werden auf ewig.
Das Buch Jeremia 32
1Wort, welches Jeremias von dem Herrn erging im zehnten Jahre Sedekias, des Königs von Juda, welches das achtzehnte Jahr Nabuchodonosors ist. 2Damals belagerte das Heer des Königs von Babylon Jerusalem und der Prophet Jeremias war eingeschlossen im Hofe des Kerkers, der sich im Hause des Königs von Juda befand. 3Denn Sedekias, der König von Juda, hatte ihn gefangen setzen lassen, indem er sprach: Warum weissagst du also: So spricht der Herr: Siehe, ich will diese Stadt in die Hände des Königs von Babylon überliefern und er wird sie erobern 4und Sedekias, der König von Juda, wird der Hand der Chaldäer nicht entrinnen, sondern wird in die Hand des Königs von Babylon überliefert werden und wird mit ihm von Mund zu Mund reden und ihn schauen Auge in Auge. 5Und er wird Sedekias nach Babylon führen, wo er bleiben soll, bis ich ihn heimsuche, spricht der Herr. Wenn ihr aber gegen die Chaldäer kämpft, werdet ihr kein Glück haben. 6Da sprach Jeremias: Das Wort des Herrn ist an mich ergangen, also lautend: 7Siehe, Hanameel, der Sohn Sellums, dein Vetter, wird zu dir kommen und sagen: Kaufe dir meinen Acker, welcher in Anathoth liegt; denn dir als meinem nächsten Verwandten steht das Recht zu, ihn zu kaufen. 8Und Hanameel, meines Oheims Sohn, kam zu mir, wie der Herr gesprochen, in den Hof des Kerkers und sprach zu mir: Kaufe meinen Acker, welcher in Anathoth im Lande Benjamin liegt; denn dir als dem nächsten Verwandten steht das Erbrecht zu und du hast das nächste Recht, ihn zu besitzen. Da erkannte ich, dass es des Herrn Wort war. 9Und ich kaufte den Acker, der in Anathoth liegt, von Hanameel, dem Sohne meines Oheims, und wog ihm das Silber dar, sieben Stater und zehn in Silber. 10Alsdann schrieb ich den Vertrag und versiegelte ihn und zog Zeugen dazu und wog das Silber auf der Waage dar. 11Und ich nahm den versiegelten Kaufbrief mit der Übereinkunft und der Zustimmung, sowie der offenen Bescheinigung 12und übergab den Kaufbrief dem Baruch, dem Sohne Neris, des Sohnes Maasias, in Gegenwart Hanameels, meines Vetters, und in Gegenwart der Zeugen, deren Namen im Kaufbrief standen, und in Gegenwart aller Juden, welche sich im Hofe des Kerkers aufhielten. 13Und ich trug dem Baruch in ihrer Gegenwart auf: 14So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Nimm diese Schriftstücke, diesen gesiegelten Kaufbrief und dieses offene Schreiben, und lege sie in ein irdenes Gefäß, dass sie lange Zeit erhalten bleiben können. 15Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Wieder sollen Häuser und Äcker und Weinberge in diesem Lande in Besitz genommen werden. 16Und nachdem ich dem Baruch, dem Sohne Neris, den Kaufbrief übergeben hatte, betete ich zum Herrn und sprach: 17Ach, ach, ach! Herr, Gott! siehe, du hast Himmel und Erde durch deine große Macht und deinen ausgestreckten Arm erschaffen und für dich kann kein Ding schwer sein; 18der du Erbarmen übst gegen Tausende und die Verschuldungen der Väter in den Schoß ihrer Kinder nach ihnen vergiltst, du Mächtigster, Großer und Gewaltiger! Herr der Heerscharen ist dein Name. 19Groß an Einsicht und unerfaßlich für unsere Gedanken; du, dessen Augen über alle Wege der Kinder Adams offenstehen, und jedem nach seinem Wandel und nach den Früchten seiner Taten zu vergelten; 20der du Zeichen und Wunder im Lande Ägypten gewirkt hast bis auf diesen Tag, sowohl an Israel wie an andern Menschen, und dir einen Namen gemacht hast, wie es dieser Tag erweist, 21der du dein Volk Israel aus dem Lande Ägypten unter Zeichen und Wundern geführt mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit großem Schrecknis 22und ihnen dies Land gegeben hast, welches du ihren Vätern zu geben geschworen hattest, ein Land, das von Milch und Honig fließt. 23Als sie aber in dasselbe gekommen waren und es in Besitz genommen hatten, hörten sie nicht auf deine Stimme und wandelten nicht nach deinem Gesetze; denn nichts von dem, was du ihnen zu tun geboten, taten sie; da kam all dies Unglück über sie. 24Siehe, Wälle sind aufgeworfen gegen die Stadt, sie einzunehmen, und schon ist durch Schwert, Hunger und Seuche die Stadt in die Hand der Chaldäer dahingegeben, welche wider sie kämpfen; und was du gesprochen, ist geschehen, wie du selbst siehst! 25Und doch sprichst du, Herr, Gott! zu mir: Kaufe den Acker um Geld und nimm Zeugen dazu, während doch die Stadt in die Hände der Chaldäer hingegeben ist! 26Da erging das Wort des Herrn an Jeremias also: 27Siehe, ich bin der Herr, der Gott allen Fleisches, sollte mir wohl irgend etwas schwer sein? 28Darum spricht der Herr also: Siehe, ich will diese Stadt in die Hände der Chaldäer und in die Hand des Königs von Babylon überliefern und diese werden sie einnehmen. 29Und die Chaldäer, welche wider diese Stadt kämpfen, werden eindringen und sie in Brand stecken und sie samt den Häusern niederbrennen, auf deren Dächern sie dem Baal geopfert und andern Göttern Trankopfer dargebracht haben, so dass sie mich zum Zorne reizten. 30Denn die Kinder Israels und die Kinder Juda haben von ihrer Jugend an stets nur getan, was in meinen Augen böse war, die Söhne Israel, welche mich bis jetzt durch die Werke ihrer Hände zum Zorne reizten, spricht der Herr. 31Ja, zum Zorn und Grimm ward mir diese Stadt von dem Tage an, da man sie gebaut, bis auf diesen Tag, an dem sie mir aus den Augen weggeschafft werden soll 32wegen all des Bösen der Söhne Israel und der Söhne Juda, das sie verübt und durch das sie mich zum Zorne gereizt haben, mit ihren Königen, ihren Fürsten, ihren Priestern und ihren Propheten, die Männer von Juda und die Bewohner von Jerusalem. 33Sie kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht, mochte ich sie auch belehren und weisen vom frühen Morgen an, sie wollten nicht hören, dass sie Zucht angenommen hätten. 34Und sie stellten ihre Götzen in dem Hause auf, über welches mein Name angerufen ist, so dass sie es entheiligten. 35Und sie bauten dem Baal Höhen im Tale des Sohnes Ennom, um ihre Söhne und ihre Töchter dem Moloch zu weihen, was ich ihnen nicht geboten habe und was mir nicht in den Sinn gekommen ist, dass sie solche Greuel verüben und Juda zur Sünde verleiten sollten. 36Und nun spricht der Herr, der Gott Israels, deshalb also zu dieser Stadt, von welcher ihr sagt, sie werde in die Hand des Königs von Babylon durch Schwert, Hunger und Pest überliefert werden: 37Siehe, ich will sie aus allen Ländern, in die ich sie in meinem Zorn, in meinem Grimm, in großer Entrüstung verstoßen habe, wieder sammeln und ich will sie an diesen Ort zurückführen und sie sicher wohnen lassen. 38Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein. 39Und ich will ihnen ein Herz geben und einerlei Wandel, dass sie mich allezeit fürchten und es ihnen wohl gehe und ihren Kindern nach ihnen. 40Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen und nicht aufhören, ihnen Gutes zu tun; und will die Furcht vor mir in ihr Herz legen, dass sie nicht von mir weichen. 41Und ich will meine Freude an ihnen haben, ihnen Gutes zu tun; und will sie in dieses Land in Wahrheit pflanzen, von ganzem Herzen und von ganzer Seele. 42Denn also spricht der Herr: Wie ich all dies große Unheil über dieses Volk habe kommen lassen, so werde ich über sie all das Gute kommen lassen, das ich ihnen verheißen habe. 43Und man wird Äcker in diesem Lande erwerben, von dem ihr sagt, es sei verwüstet, weil weder Mensch noch Vieh darin übriggeblieben und es in die Hand der Chaldäer überliefert sei. 44Man wird Äcker um Geld kaufen und Kaufbriefe darüber schreiben und sie versiegeln und Zeugen dazu beziehen, im Lande Benjamin und in den Umgebungen Jerusalems, in den Städten von Juda und in den Städten der Niederung und in den Städten gegen Mittag; denn ich will ihre Gefangenen zurückführen, spricht der Herr.
Neues Testament
Hebräerbrief 10
1Denn da das Gesetz nur den Schatten der zukünftigen Güter hat, nicht das wesenhafte Bild der Dinge selbst, so vermag es durch die alljährlich gleichen Opfer, welche man immerfort wieder darbringt, die hinzutretenden nimmermehr zur Vollkommenheit zu bringen. 2Denn sonst hätte man aufgehört, sie darzubringen, weil ja dann die Gottdienenden, einmal gereinigt, kein Bewusstsein der Sünde mehr hätten. 3Aber gerade durch dieselben findet alljährlich eine Erinnerung an die Sünden statt. 4Unmöglich ist es ja, das durch Blut von Stieren und Böcken Sünden hinweggenommen werden. 5Darum spricht er bei seinem Eintritte in die Welt: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet. 6An Brandopfern für die Sünden hattest du kein Wohlgefallen. 7Da sprach ich: Siehe ich komme (in der Buchrolle steht von mir geschrieben) deinen Willen zu tun, o Gott! 8Während er zuvor gesagt: Opfer, und Gaben, und Brandopfer für die Sünden hast du nicht gewollt, und hast kein Wohlgefallen an dem, was dem Gesetze gemäß dargebracht wird; 9ich sprach alsdann: Siehe, ich komme, o Gott! deinen Willen zu tun. Er hebt also das erste auf, um das andere festzusetzen. 10In diesem Willen sind wir geheiligt durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi ein für allemal. 11Und während jeder Priester dasteht, täglich den heiligen Dienst verrichtend und dieselben Opfer, welche nimmermehr vermögen die Sünden hinwegzunehmen, oftmals darbringend, 12sitzt dieser, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, auf immerdar zur Rechten Gottes, 13und harret hinfort, bis seine Feinde ihm zum Schemel unter seine Füße gelegt werden; 14Denn mit einem einzigen Opfer hat er auf ewig die, welche geheiligt werden, zur Vollendung gebracht. 15Dies bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; denn nachdem er gesagt: 16Dies ist der Bund, den ich mit ihnen schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich werde meine Gesetze in ihre Herzen geben und werde sie in ihren Sinn schreiben, 17und ihrer Sünden und Missetaten werde ich nicht mehr gedenken. 18Wo diese aber vergeben sind, da ist kein Opfer mehr für Sünde. 19Da wir nun, Brüder! durch das Blut Christi zuversichtliche Hoffnung haben, in das Heiligtum einzugehen. 20wohin er uns einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist durch sein Fleisch, bereitet hat; 21und da wir einen großen Priester über das Haus Gottes haben, 22so lasset uns hinzutreten mit aufrichtigem Herzen, mit vollkommenem Glauben, die Herzen besprengt und frei vom bösen Gewissen, und den Leib gewaschen mit reinem Wasser, 23lasset uns unwandelbar festhalten am Bekenntnis unserer Hoffnung (denn getreu ist, der die Verheißung gegeben), 24und lasset uns aufeinander Acht haben, um uns anzueifern zur Liebe und zu guten Werken, 25indem wir unsere Versammlung nicht verlassen, wie einige die Gewohnheit haben, sondern einander aufmuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen sehet. 26Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, so ist kein Opfer für Sünden mehr übrig, 27sondern es wartet unser ein gar schreckliches Gericht und Grimm des Feuers, das die Widersacher verzehren wird. 28Hat jemand das Gesetz Moses nichtig gemacht, so muss er ohne Erbarmen auf zweier oder dreier Zeugnis hin sterben; 29wie viel mehr, meinet ihr, verdient derjenige schwerere Strafen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt worden, für unrein achtet, und dem Geiste der Gnade Schmach antut? 30Denn wir kennen ja den, der gesagt hat: Mein ist die Rache, ich werde vergelten. Und wiederum: der Herr wird sein Volk richten. 31Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. 32erinnert euch aber der früheren Tage, in welchen ihr nach eurer Erleuchtung einen schweren Kampf der Leiden bestanden habt, 33indem ihr bald durch Beschimpfung und Drangsale selbst zum Schauspiele wurdet, bald Genossen derer, die ein solches Schicksal traf. 34Denn ihr habt sowohl Mitleid gegen die Gefangenen geübt, wie den Raub eurer Habe mit Freuden hingenommen, da ihr erkanntet, dass ihr ein besseres und bleibendes Gut besitzet. 35So verlieret denn eure Zuversicht nicht, welche einen großen Lohn hat. 36Denn Ausdauer ist euch von nöten, damit ihr durch Erfüllung des Willens Gottes die Verheißung erlanget. 37Denn nur noch eine ganz kleine Weile, und der da kommen soll, wird kommen und nicht verziehen. 38Mein Gerechter aber lebt aus dem Glauben; wenn er sich jedoch zaghaft zurückzieht, wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben. 39Wir aber sind nicht Kinder der Verzagtheit zum Verderben, sondern des Glaubens zur Gewinnung der Seele.