Bibel in einem Jahr · Tag 3 von 365

Gen 7–9 · Mt 2

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Genesis 7

1Da sprach der Herr zu ihm: Gehe in die Arche, du und dein ganzes Haus; denn dich habe ich gerecht vor mir gesehen unter diesem Geschlechte. 2Von allen reinen Tieren nimm je sieben und sieben, Männchen und Weibchen; von den unreinen Tieren aber je zwei und zwei, Männchen und Weibchen. 3Auch von den Vögeln des Himmels je sieben und sieben, Männchen und Weibchen, damit auf der ganzen Erde Samen erhalten werde. 4Denn noch sieben Tage, und ich will auf die Erde regnen lassen vierzig Tage und vierzig Nächte, und will alle Wesen, die ich gemacht habe, von dem Erdboden vertilgen. 5Und Noe tat alles, was ihm der Herr befohlen hatte. 6Und er war sechshundert Jahre alt, als die Wasserflut die Erde überschwemmte. 7Da ging Noe, seine Söhne, sein Weib und die Weiber seiner Söhne mit ihm in die Arche wegen der Gewässer der Flut. 8Auch von den reinen und unreinen Tieren, und von den Vögeln, und von allem, was sich regt auf Erden, 9gingen je zwei und zwei zu Noe in die Arche, Männchen und Weibchen, wie der Herr es Noe geboten hatte. 10Und als die sieben Tage vorüber waren, überschwemmte die Wasserflut die Erde. 11Im sechshundertsten Jahre des Lebens Noes, im zweiten Monat, am siebenzehnten Tage des Monats brachen alle Quellen der großen Tiefe auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich; 12und der Regen strömte auf die Erde herab, vierzig Tage und vierzig Nächte. 13An eben diesem Tage ging Noe, und Sem, Cham und Japheth, seine Söhne, sein Weib, und die drei Weiber seiner Söhne mit ihnen in die Arche. 14Sie und alle Tiere nach ihrer Art, und alles Vieh nach seiner Art, und alles, was sich auf Erden regt nach seiner Art, und alle Vögel nach ihrer Art, alles Befiederte und Geflügelte, 15gingen zu Noe in die Arche ein, je zwei und zwei von allem Fleisch, das Odem des Lebens in sich hatte. 16Und was hineinging, war Männchen und Weibchen von allem Fleische, wie Gott ihm geboten hatte; und der Herr schloss ihn von außen ein. 17Da kam die Flut vierzig Tage über die Erde, und das Wasser wuchs und hob die Arche hoch empor über die Erde. 18Denn es schwoll mit Ungestüm an und erfüllte alles auf der Oberfläche der Erde; die Arche aber schwebte auf dem Wasser. 19Und das Wasser nahm über alle Maßen zu auf Erden, alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel wurden davon bedeckt. 20Fünfzehn Ellen war das Wasser höher als die Berge, die es bedeckte. 21Da wurde alles Fleisch vertilgt, das sich auf Erden regte, Vögel, Getier, Vieh, und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht; alle Menschen, 22und alles, was auf dem trockenen Lande Odem des Lebens hatte, starb. 23So vertilgte Gott jedes Wesen, das auf dem Erdboden war, Menschen und Vieh, Gewürm und Vögel des Himmels, und sie wurden von der Erde vertilgt. Nur Noe blieb übrig, und die, welche mit ihm in der Arche waren. 24Und das Wasser stand auf der Erde hundert und fünfzig Tage lang.

Genesis 8

1Da gedachte Gott an Noe, und an alle lebende Wesen, und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind über die Erde wehen, und das Wasser nahm ab. 2Und es schlossen sich die Quellen der Tiefe und die Schleusen des Himmels; und dem Regen vom Himmel ward gewehrt. 3Und das Wasser verlief sich von der Erde hin- und herwogend, und fing an, abzunehmen nach hundert und fünfzig Tagen. 4Und im siebenten Monat, am siebenundzwanzigsten Tage des Monats, ließ sich die Arche auf einen der Berge Armeniens nieder. 5Aber das Wasser verlief sich immer mehr und nahm ab bis zum zehnten Monat; denn im zehnten Monat, am ersten Tage des Monats, erschienen die Gipfel der Berge. 6Und als 40 Tage um waren, öffnete Noe das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, und entsandte einen Raben; 7der flog aus und kam nicht wieder, bis das Wasser auf Erden vertrocknete. 8Nach demselben ließ er auch eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob sich das Wasser schon von der Erde verlaufen hätte. 9Da aber diese keinen Ort fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kehrte sie zu ihm in die Arche zurück, denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden; und er streckte die Hand aus, ergriff sie und nahm sie in die Arche hinein. 10Hierauf wartete er noch andere sieben Tage, alsdann ließ er wiederum eine Taube aus der Taube ausfliegen. 11Diese aber kam zu ihm zur Abendzeit und trug einen Ölzweig mit grünen Blättern in ihrem Schnabel. Da erkannte Noe, dass sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte. 12Aber dennoch wartete er weitere sieben Tage und ließ alsdann eine Taube ausfliegen; diese kehrte nicht wieder zu ihm zurück. 13Im sechshundertersten Jahre also, am ersten Tage des ersten Monats, war das Wasser auf der Erde versiegt. Da öffnete Noe das Dach der Arche, und schaute umher, und sah, dass die Oberfläche der Erde trocken geworden war. 14Im zweiten Monat, am siebenundzwanzigsten Tage des Monats, war die Erde völlig trocken. 15Da redete Gott zu Noe und sprach: 16Gehe heraus aus der Arche, du und dein Weib, deine Söhne und die Weiber deiner Söhne mit dir. 17Alle lebenden Wesen, welche bei dir sind, von allem Fleische, an Vögeln und Tieren, und allem Gewürme, das auf der Erde kriecht, führe mit dir heraus; und gehet hin auf die Erde, wachset und mehret euch auf ihr. 18Da ging Noe heraus, und seine Söhne, sein Weib und die Weiber seiner Söhne mit ihm. 19Aber auch alle Tiere, Vieh und Gewürm, das auf der Erde kriecht, nach ihren verschiedenen Arten, gingen aus der Arche heraus. 20Noe aber baute dem Herrn einen Altar und brachte von allen reinen Tieren und von den reinen Vögeln Brandopfer auf dem Altare dar. 21Als nun der Herr den lieblichen Duft roch, sprach er: Nimmermehr will ich hinfort die Erde um der Menschen willen verfluchen; denn Sinn und Gedanken des menschlichen Herzens sind zum Bösen geneigt von seiner Jugend an; ich will also hinfort nicht mehr alles Lebende schlagen, wie ich getan habe. 22Alle Tage, so lange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Nacht und Tag.

Genesis 9

1Da segnete Gott Noe und seine Söhne und sprach zu ihnen: Wachset, und mehret euch, und erfüllet die Erde! 2Furcht und Schrecken vor euch komme über alle Tiere der Erde, und über alle Vögel des Himmels, über alles, was sich auf Erden regt; alle Fische des Meeres sind in eure Hand gegeben. 3Und alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Speise dienen, wie das grüne Kraut übergebe ich es euch alles. 4Nur Fleisch, das noch sein Blut in sich hat, sollt ihr nicht essen. 5Denn das Blut eures Lebens will ich von allen Tieren fordern; und von der Hand des Menschen, von der Hand des Mannes, als der sein Bruder ist, will ich das Leben des Menschen fordern. 6Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll vergossen werden; denn nach Gottes Bilde ist der Mensch geschaffen. 7Ihr aber wachset und mehret euch, und gehet hin über die Erde, und erfüllet sie! 8Und Gott sprach zu Noe und seinen Söhnen mit ihm: 9Sehet, ich will meinen Bund mit euch errichten und mit euren Nachkommen nach euch; 10auch für alle lebenden Wesen, die bei euch sind, an Vögeln, an Vieh, und an allen Tieren der Erde, die aus der Arche heraus gegangen sind, für alle Tiere der Erde. 11Ich will meinen Bund mit euch errichten, dass hinfort nicht mehr alle Geschöpfe durch eine Wasserflut getötet werden sollen, und dass hinfort keine Flut mehr kommen soll, die Erde zu verheeren. 12Und Gott sprach: Dies sei das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und euch stifte, und für alle lebenden Wesen, die bei euch sind, auf alle Geschlechter: 13Meinen Bogen will ich in die Wolken setzen, und er sei zum Bundeszeichen zwischen mir und der Erde. 14Und wenn ich den Himmel mit Wolken umziehe, soll mein Bogen in den Wolken erscheinen; 15und ich will meines Bundes gedenken, der mit euch und allen lebenden Wesen in allem Fleische besteht; und es soll hinfort keine Wasserflut mehr kommen, alles Fleisch zu vertilgen. 16Und wenn der Bogen in den Wolken steht, werde ich auf ihn schauen und des ewigen Bundes gedenken, der zwischen Gott und jedem lebenden Wesen in allem Fleische geschlossen ist, das auf Erden ist. 17Und Gott sprach zu Noe: Dies soll das Zeichen des Bundes sein, den ich zwischen mir und allem Fleische auf Erden errichtet habe. 18Es waren aber die Söhne Noes, die aus der Arche hervorgingen, Sem, Cham und Japheth; Cham aber ist der Vater Chanaans. 19Dies sind die drei Söhne Noes; und von ihnen ist das gesamte Menschengeschlecht fortgepflanzt worden über die ganze Erde hin. 20Und Noe fing an, als Ackermann die Erde zu bebauen, und pflanzte einen Weinberg. 21Und da er Wein trank, wurde er trunken und lag entblößt in seinem Zelt. 22Als nun Cham, der Vater Chanaans, dies sah, dass nämlich seines Vaters Scham entblößt sei, verkündete er es seinen beiden Brüdern draußen. 23Aber Sem und Japheth legten einen Mantel auf ihre Schultern und deckten, rückwärts gehend, die Scham ihres Vaters zu, und ihr Angesicht war abgewendet, so dass sie die Scham ihres Vaters nicht sahen. 24Als aber Noe vom Weine erwachte und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte, 25sprach er: Verflucht sei Chanaan, der niedrigste Knecht soll er seinen Brüdern sein. 26Und er sprach: Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems; Chanaan sei sein Knecht! 27Gott breite Japheth aus, und er wohne in den Gezelten Sems; und Chanaan sei sein Knecht! 28Noe aber lebte nach der Flut dreihundert und fünfzig Jahre. 29Und alle seine Tage wurden neunhundert und fünfzig Jahre, und er starb.

Neues Testament

Matthäusevangelium 2

1Als nun Jesus geboren war zu Betlehem im Stamme Juda in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenlande nach Jerusalem, 2und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenlande gesehen, und sind gekommen, ihn anzubeten. 3Als aber der König Herodes dies hörte, erschrack er, und ganz Jerusalem mit ihm. 4Und er versammelte alle Hohenpriester und die Schriftgelehrten des Volkes, und befragte sie, wo Christus geboren werden sollte. 5Jene aber sprachen zu ihm: Zu Bethlehem im Stamme Juda; denn so ist geschrieben durch den Propheten: 6Und du, Bethlehem im Lande Juda! bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Juda´s; denn aus dir wird hervorgehen ein Führer, der meinem Volke Israel ein Hirt sein wird. 7Da berief Herodes die Weisen insgeheim, und erfuhr von ihnen genau die Zeit des Sternes, der ihnen erschienen war. 8Und er wies sie nach Bethlehem und sprach: Gehet hin, und erkundiget euch sorgfältig nach dem Kinde; und wenn ihr es gefunden habt, so verkündet es mir, damit auch ich komme und es anbete. 9Nachdem sie nun den König gehört hatten, zogen sie von dannen. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen voraus, bis er ankam, und still stand über dem Orte, wo das Kind war. 10Da sie aber den Stern sahen, hatten sie eine überaus große Freude. 11Und in das Haus eintretend, fanden sie das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an. Und sie öffneten ihre Schätze, und brachten ihm Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhen. 12Und nachdem sie im Traumgesicht die Weisung erhalten, nicht mehr zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Wege in ihr Land zurück. 13Da sie nun hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traumgesicht und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und fliehe nach Ägypten, und bleibe allda, bis ich es dir sage. Denn Herodes geht damit um, das Kind zu suchen, und es zu töten. 14Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter des Nachts, und zog hinweg nach Ägypten. 15Und er blieb daselbst bis zum Tode des Herodes, damit erfüllet würde, was von dem Herrn durch den Propheten gesagt worden ist, der da spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. 16Als nun Herodes sah, daß er von den Weisen getäuscht war, wurde er sehr zornig, und schickte aus, und tötete in Bethlehem und in dessen ganzem Gebiete alle Knaben von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, welche er von den Weisen erkundet hatte. 17Damals ward erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: 18Eine Stimme ward gehöret zu Rama, Weinens und Wehklagens viel; Rachel, die ihre Kinder beweinet, und sich nicht will trösten lassen, weil sie nicht mehr sind. 19Nachdem aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien ein Engel des Herrn im Traume dem Joseph in Ägypten, 20und sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn gestorben sind, die dem Kinde nach dem Leben strabten. 21Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter, und kam in das Land Israel. 22Als er aber hörte, daß Archelaus in Judäa regiere anstatt des Herodes, seines Vaters, fürchtete er sich, dorthin zu ziehen; und im Traumgesicht unterwiesen, zog er in das Gebiet von Galiläa. 23Und er kam, und wohnte in einer Stadt, welche Nazareth genannt wird; damit erfüllet würde, was durch die Propheten gesagt worden: Er wird Nazaräer genannt werden.