Bibel in einem Jahr · Tag 286 von 365

Jes 55–57 · Phlm 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesaja 55

1Alle, die ihr dürstet, kommet zu den Wassern, und die ihr kein Silber habt, eilet, kaufet und esset; kommet, kaufet ohne Silber und ohne allen Entgelt Wein und Milch! 2Warum wägt ihr das Silber dar für Nichtbrot und eure Mühe für Nichtsättigung? Höret, höret mich und genießet das Gute, so wird eure Seele sich an der Fülle der Güter erfreuen. 3Neiget euer Ohr und kommet zu mir; höret und eure Seele wird leben und ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, die treuen Gnadenerweise Davids. 4Sehet, zum Zeugen gebe ich ihn den Völkern, zum Führer und Lehrer den Nationen. 5Sehet, ein Volk, das du nicht kennst, wirst du herbeirufen und Nationen, die dich nicht kannten, werden zu dir eilen um des Herrn, deines Gottes und des Heiligen in Israel willen; denn er hat dich verherrlicht. 6Suchet den Herrn, während er zu finden ist; rufet ihn an, während er nahe ist! 7Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Frevler seine Gedanken und er kehre zu dem Herrn zurück, so wird er sich seiner erbarmen und zu unserm Gott; denn er ist vielbereit zum Verzeihen. 8Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken noch meine Wege eure Wege, spricht der Herr. 9Denn wie der Himmel erhaben ist über die Erde, so sind meine Wege erhaben über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken. 10Und wie Regen und Schnee vom Himmel niedersteigt und nicht mehr dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und bewässert und fruchtbar macht und Samen dem Säenden gibt und Brot dem Essenden, 11so wird mein Wort sein, das aus meinem Munde ausgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern alles vollbringen, was ich will, und Gelingen haben in allem, wozu ich es sende. 12Denn mit Frohlocken werdet ihr ausziehen und in Frieden geleitet werden, Berge und Hügel werden vor euch lobsingen und alle Bäume der Landschaft Beifall klatschen. 13Statt Gestrüpp werden Tannen aufwachsen, statt der Brennesseln wird Myrte wachsen und der Herr wird genannt werden zum ewigen Zeichen, das nicht weggenommen wird.

Das Buch Jesaja 56

1So spricht der Herr: Beobachtet das Recht und übet Gerechtigkeit; denn nahe ist mein Heil, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie enthüllt werde. 2Selig der Mann, der dies tut, was der Menschensohn, der daran festhält; den Sabbat bewahrend, dass er ihn nicht entheilige, und seine Hände bewahrend, auf dass er nichts Böses tue! 3Und nicht sage der Sohn des Fremdlings, der dem Herrn anhängt: Der Herr wird mich scheiden und trennen von seinem Volke, und nicht spreche der Verschnittene: Siehe, ich bin ein dürrer Baum! 4Denn so spricht der Herr zu den Verschnittenen: Die meine Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bunde festhalten, 5denen gebe ich in meinem Hause und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen, besser als den von Söhnen und Töchtern, einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der nicht entschwinden wird. 6Und die Söhne der Fremdlinge, die dem Herrn anhängen, und ihm zu dienen und seinen Namen zu lieben und seine Knechte zu sein, die den Sabbat halten, dass sie ihn nicht entweihen und an meinem Bunde festhalten, 7diese werde ich auf meinen heiligen Berg führen und sie in meinem Gebetshause erfreuen; ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sind mir wohlgefällig auf meinem Altare, denn mein Haus wird ein Haus des Gebetes genannt werden für alle Völker. 8Gott, der Herr, der die Zerstreuten Israels sammelt, spricht: Weiterhin werde ich zu ihm sammeln, zu seinen Gesammelten. 9Alle Tiere des Feldes, kommet, um zu verschlingen, alle Tiere des Waldes! 10Seine Späher sind blind, einsichtslos insgesamt, stumme Hunde, die nicht vermögen zu bellen; sie schauen Eitles, schlafen und lieben Träume. 11Und ganz unverschämte Hunde sind sie, die nicht satt werden; die Hirten selbst kennen kein Verständnis, alle sind auf ihren Weg abgewichen, ein jeder hin zu seiner Habsucht, vom Höchsten bis zum Niedrigsten. 12Kommet, lasst uns Wein holen und vollauf trunken werden; und wie heute, so sei es auch morgen und noch viel mehr!

Das Buch Jesaja 57

1Der Gerechte kommt um und niemand ist, der es im Herzen bedächte, und Männer der Barmherzigkeit werden dahingerafft, weil niemand Einsicht hat; denn angesichts des Verderbens wird der Gerechte dahingerafft. 2Es komme Friede, es ruhe auf seinem Lager, wer in Rechtschaffenheit gewandelt! 3Ihr aber tretet hierher, ihr Söhne der Zauberin, Same des Ehebrechers und der Buhlerin! 4Über wen spottet ihr? Gegen wen sperrt ihr den Mund auf und streckt die Zunge heraus? Seid ihr nicht Frevelskinder, eine Lügenbrut? 5Die ihr euch ergötzt an den Götzen unter jedem laubigen Baume und Kinder schlachtet in den Talgründen unter hochragenden Felsen! 6An des Tales Anteilen ist dein Teil, das ist dein Erbe; ihnen gießest du Trankopfer aus, bringst du Opfer dar! Soll ich mich darüber nicht ereifern? 7Auf hohen und weithin ragenden Bergen schlugst du dein Lager auf, dorthin stiegst du hinauf, um Schlachtopfer darzubringen. 8Und hinter der Tür und hinter der Schwelle stelltest du dein Denkzeichen auf; denn neben mir entblößest du dich und nahmst den Ehebrecher auf, breit machtest du dein Lager und gingst einen Bund mit ihnen ein, du liebtest ihr Beilager mit offener Hand. 9Und du schmücktest dich mit Salbe, dem Könige zu Gefallen und mehrtest deine Schminkereien, weithin sandtest du deine Boten und erniedrigtest dich bis zur Unterwelt. 10Du hast dich abgemüdet auf deinen vielen Wegen und doch nicht gesprochen: Ich will aufhören. Belebung für deine Kraft fandest du, deshalb wendetest du dich nicht an mich. 11Von wem bist du in banger Furcht gewesen, weil du lügnerisch wurdest und meiner nicht gedachtest und es nicht zu Herzen nahmst? Weil ich schwieg und tat, als sähe ich es nicht, hast du meiner vergessen. 12Ich werde deine Gerechtigkeit kundmachen und deine Werke werden dir nichts! 13Wenn du schreist, mögen dich deine Scharen retten! Alle diese wird der Wind dahinraffen, ein Hauch hinwegnehmen. Wer aber auf mich vertraut, wird das Land erben und meinen heiligen Berg in Besitz nehmen. 14Dann werde ich sagen: Bereitet den Weg, bahnet die Straße, fort aus dem Wege, räumet die Hindernisse hinweg aus dem Wege meines Volkes! 15Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der die Ewigkeit bewohnt, dessen Name heilig ist, der in der Höhe wohnt und im Heiligtume und bei den Zerknirschten und im Geiste Niedergebeugten, um den Geist der Niedergebeugten zu beleben, um das Herz der Zerknirschten zu beleben. 16Denn nicht auf ewig hadere ich und nicht auf immerdar zürne ich, weil der Lebensgeist von meinem Angesicht ausgeht und ich den Lebensatem schaffe. 17Wegen des Frevels seiner Habgier zürnte ich und schlug es, verbarg mein Antlitz vor dir und zürnte und es ging in der Irre auf dem Wege seines eigenen Herzens. 18Ich habe seine Wege gesehen und heile es und führe es zurück und spende ihm und den trauernden Seinigen Tröstungen. 19Ich schaffe der Lippen Frucht, Frieden dem Fernen und dem Nahen, spricht der Herr, und heile ihn. 20Aber die Gottlosen sind gleich dem tobenden Meere, das nicht ruhen kann, dessen Fluten als Zerstörung und Schlamm sich ergießen. 21Es gibt keinen Frieden für die Gottlosen, spricht der Herr, Gott.

Neues Testament

Philemonbrief 1

1Paulus, Gefesselter Jesu, und Timotheus, der Bruder, an Philemon, unseren Geliebten, und Mitarbeiter, 2und an Appia, die geliebte Schwester, und an Archippus, unsern Mitstreiter, und an die zu deinem Hause gehörige Gemeinde. 3Gnade euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus. 4Ich danke meinem Gott, indem ich allezeit deiner eingedenk bin in meinen Gebeten, 5da ich von deiner Liebe und dem Glauben höre, welchen du an den Herrn Jesus und für alle Heiligen hast, 6so dass die Gemeinschaft deines Glaubens offenbar wird, indem all Das Gute, das bei euch geschieht in Christus Jesus, anerkannt wird. 7Denn große Freude und Trost habe ich in deiner Liebe gefunden, das nämlich die Herzen der Gläubigen durch dich, Bruder, erquickt sind. 8Darum, obschon ich in Christus Jesus große Zuversicht habe, dir das Geziemende zu befehlen, 9bitte ich doch vielmehr um der Liebe willen, da du ein solcher bist, wie Paulus, ein Greis, jetzt aber auch Gefangener Jesu Christi, 10bitte ich dich für meinen Sohn, welchen ich in meinen Banden gezeugt habe, für Onesimus, 11der dir einst unnütz war, jetzt aber dir und mir nützlich ist, 12den ich dir zurücksende. Du aber nimm ihn auf, als wäre es mein eigenes Herz. 13Gern hätte ich ihn bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle diene in den Banden, die ich um des Evangeliums willen trage, 14doch ohne deine Zustimmung habe ich nichts tun wollen, damit deine Wohltat nicht wie aus Zwang geschähe, sondern freiwillig. 15Denn vielleicht ist er deswegen auf kurze Zeit von dir getrennt worden, damit du ihn auf ewig zurückempfingest, 16nicht ferner als Knecht, sondern anstatt eines Knechtes als geliebten Bruder, was er mir vorzüglich ist, wie viel mehr aber dir, sowohl dem Fleische nach als im Herrn. 17Wenn ich dir daher Mitgenosse bin, so nimm ihn auf wie mich. 18Hat er dich aber irgendwie geschädigt, oder ist er dir etwas schuldig, so rechne dies mir an. 19Ich, Paulus, schreibe es mit eigner Hand: Ich will es zurückzahlen, um dir nicht zu sagen, dass du auch dich selbst mir schuldig bist. 20Ja, Bruder! ich selbst möchte von dir Nutzen ziehen im Herrn; erquicke mein Herz im Herrn! 21Voll Vertrauen auf deine Folgsamkeit schreibe ich dir, denn ich weiß, dass du noch mehr tun wirst als ich sage. 22Zugleich aber bereite mir auch eine Unterkunft; denn ich hoffe, dass ich euch durch euere Gebete werde geschenkt werden. 23Es grüßt dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christus Jesus, 24Markus, Aristarchus, Demas und Lukas, meine Mitarbeiter. 25Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euerem Geiste! Amen.