Bibel in einem Jahr · Tag 276 von 365

Jes 25–27 · 2 Tim 1

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesaja 25

1Herr! du bist mein Gott, ich will dich erheben und deinen Namen preisen; denn du hast Wunderbares vollbracht, längst gefasste Beschlüsse, getreue. Amen. 2Denn du hast die Stadt zu einem Steinhaufen gemacht, die starke Stadt, zu Trümmern das Haus der Fremden, so dass sie keine Stadt mehr ist und nimmermehr erbaut wird. 3Darum wird dich ein starkes Volk preisen, die Stadt trotziger Völker dich fürchten. 4Denn du bist die Stärke des Armen geworden, die Stärke des Dürstigen in seiner Bedrängnis, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Glut; denn der Zornhauch der Gewalttätigen war wie Sturmestoben, das gegen eine Mauer anstürmt. 5Wie Hitze in der Trockenheit wirst du das Toben der Fremden niederwerfen und wie bei der Hitze einer glühenden Wolke die Schösslinge der Gewaltigen verdorren lassen. 6Und der Herr der Heerscharen wird für alle Völker auf diesem Berge ein Mahl von Fettstücken bereiten, ein Mahl mit Wein, von markigen Fettstücken, mit abgeklärtem Wein. 7Und er wird auf diesem Berge alle Hülle des Bandes zerreißen, mit dem alle Völker gefesselt waren, und das Netz, das er über alle Nationen ausgebreitet hat. 8Er wird den Tod auf ewig vernichten und der Herr, Gott, wir die Tränen von jedem Antlitz wegnehmen und wird die Schmach seines Volkes von der ganzen Erde verschwinden lassen, denn der Herr hat es geredet. 9Und man wird an jenem Tage sagen: Sehet, das ist unser Gott! Wir hofften auf ihn und er hilft uns; das ist der Herr! wir harrten auf ihn und wir frohlocken und freuen uns seines Heiles. 10Denn die Hand des Herrn wird auf diesem Berge ruhen und Moab wird unter ihn niedergetreten werden wie Stroh unter dem Dreschwagen zerrieben wird. 11Und es wird seine Hand unter ihm ausbreiten, wie sie ein Schwimmer zum Schwimmen ausbreitet; aber Er wird seinen Stolz demütigen und seine Hände zerschmettern. 12Die Festen deiner hochragenden Mauern werden zusammenstürzen und erniedrigt und zu Boden niedergeworfen werden bis in den Staub.

Das Buch Jesaja 26

1An jenem Tage wird man im Lande Juda dies Lied singen: Die Stadt unserer Stärke ist Sion, der Heiland steht in ihr da als Mauer und Vormauer. 2Öffnet die Tore, dass ein gerechtes Volk einziehe, das an der Treue festhält! 3Der alte Irrtum ist geschwunden; du wirst Frieden wahren, Frieden, weil wir auf dich gehofft. 4Ihr hofftet auf den Herrn ewiglich, auf den Herrn, den starken Gott, zu aller Zeit. 5Denn er hat niedergebeugt, die in der Höhe wohnen, und die hochragende Stadt erniedrigt er. Er erniedrigt sie bis zum Boden, stößt sie herab bis in den Staub. 6Es zertritt sie der Fuß, die Füße des Armen, die Tritte der Dürftigen. 7Der Pfad des Gerechten ist gerade, gerade zum Wandeln der Pfad des Gerechten. 8Und auf dem Wege deiner Gerichte, Herr! haben wir auf dich geharrt; nach deinem Namen und deinem Andenken verlangte die Seele. 9Meine Seele sehnte sich nach dir in der Nacht, ja auch mit meinem Geiste wache ich in meinem Innern am frühen Morgen zu dir. Wenn du auf Erden Gericht hältst, werden die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit lernen. 10Erweist man dem Gottlosen Nachsicht, so lernt er nicht Gerechtigkeit; im Lande der Heiligen tut er Böses und achtet nicht auf die Herrlichkeit des Herrn. 11Herr! deine Hand werde erhöht und sie mögen es nicht achten; achten sollen sie es und zuschanden werden sie Eiferer gegen dein Volk und Feuer möge deine Feinde verzehren! 12Herr! du wirst uns Frieden gewähren, denn all unser Tun hast du für uns vollbracht. 13Herr, unser Gott! Es hatten uns zu eigen Herren außer dir, nur durch dich gedenken wie deines Namens. 14Die Toten leben nicht, die Riesen erstehen nicht; so hast du sie denn heimgesucht und zermalmt und jedes Andenken an sie vertilgt. 15Du hast, o Herr, Gnade, ja Gnade dem Volke erwiesen, hast du dich nicht verherrlicht? Du hast alle Grenzen des Landes hinausgerückt. 16Herr! in der Bedrängnis suchten sie dich und in der Angst dumpfen Stöhnens wurde ihnen deine Belehrung. 17Wie eine Schwangere, wenn sie dem Gebären nahe kommt, schmerzlich aufschreit in ihren Wehen, so waren wir vor deinem Angesichte, o Herr! 18Wir waren schwanger und wie in den Wehen, aber gebaren Nichtigkeit; denn wir taten nichts Heilsames im Lande, darum stürzten die Bewohner der Erde nicht. 19Aufleben werden deine Toten wieder, meine Erschlagenen auferstehen. Wachet auf und lobsinget, die ihr im Staube wohnt! Denn ein Tau des Lichtes ist dein Tau und das Land der Riesen wirst du der Zerstörung anheimgeben. 20Gehe, mein Volk! tritt in deine Kammern, schließe deine Türen hinter dir zu, verbirg dich eine kleine Weile, auf einen Augenblick, bis das Zorngericht vorübergeht. 21Denn siehe, der Herr wird ausziehen von seiner Stätte, um die Bosheit der Erdenbewohner gegen ihn zu strafen; und die Erde wird ihr Blut aufdecken und nicht fernerhin ihre Getöteten bergen.

Das Buch Jesaja 27

1An jenem Tage wird der Herr mit seinem harten, großen und starken Schwerte den Leviathan heimsuchen, die Ringelschlange und den Leviathan, die gekrümmte Schlange, und wird das Ungetüm, das im Meere ist, töten. 2An jenem Tage: ein Weinberg edlen Weines, man singt ihm zu: 3„Ich, der Herr, bin sein Hüter, ich bewässere ihn unerwartet, damit kein Ungemach ihn treffe, ich behüte ihn Tag und Nacht. 4Ich zürne nicht mehr, wer wird mich zu Dornen und Disteln machen im Kampfe, ich werde über ihn dahinschreiten und ihn in Brand setzen zumal? 5Oder wird man nicht vielmehr an meiner Kraft halten, mit mir Frieden schließen, ja Frieden mit mir schließen?“ 6Die sich mit Eifer an Jakob anschließen, werden blühen und sprossen als Israel und die Fläche des Erdkreises mit Samen erfüllen. 7Schlug er es wohl so, wie er seinen Bedränger geschlagen? Oder ward es getötet, wie er die Getöteten jenes tötete? 8Mit Maß gegen Maß wirst du es richten, nachdem es verstoßen; er hat es bemessen in seinem erbitterten Gemüte am Tage der Zornesglut. 9Deshalb wird dadurch dem Hause Jakob die Verschuldung nachgelassen und dies ist die volle Frucht, dass seine Versündigung weggenommen wird, indem es alle Altarsteine wie zu einem Staube zerstößt und Haine und Götzenheiligtümer nicht mehr stehen bleiben. 10Denn die feste Stadt wird wüste stehen, die prunkvolle wird verlassen und aufgegeben werden wie die Wüste; daselbst wird das Kalb weiden, sich lagern und deren Höhen abweiden. 11In der Dürre sollen ihre Ernten zertreten werden, Weiber werden kommen, sie zu lehren, denn es ist ein unverständiges Volk; deswegen wird sich seiner sein Schöpfer nicht erbarmen, und der es gebildet, seiner nicht schonen. 12Und es wird geschehen: An jenem Tage wird der Herr ein Ernteklopfen halten vom Rinnsal des Stromes bis an den Bach Ägyptens und ihr werdet versammelt werden, Söhne Israels! Einer zum andern. 13Und es wird geschehen: An jenem Tage wird mit der großen Posaune geblasen werden, dann werden die Verlorenen aus dem Lande der Assyrier und die Verstoßenen im Lande Ägypten kommen und werden den Herrn anbeten auf dem heiligen Berge in Jerusalem.

Neues Testament

2. Timotheusbrief 1

1Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes nach der Verheißung des Lebens, welches in Christus Jesus ist, 2an Timotheus, meinen geliebten Sohn. Gnade, Erbarmung, Friede von Gott dem Vater und Christus Jesus, unserm Herrn. 3Ich sage Gott Dank, dem ich von den Voreltern her mit reinem Gewissen diene, wie ich ohne Unterlass deiner eingedenk bin in meinen Gebeten Tag und Nacht, 4voll Sehnsucht dich zu sehen, wenn ich an deine Tränen denke, damit ich mit Freude erfüllt werden möchte, 5da ich mir jenen Glauben in die Erinnerung rufe, der ungeheuchelt in dir lebt, und der zuerst in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunice wohnte, und, ich bin gewiss, auch in dir. 6Deshalb erinnere ich dich, dass du die Gnadengabe Gottes wieder erweckest, welche in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. 7Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit, sondern der Stärke und Liebe und Selbstbeherrschung gegeben. 8Schäme dich also nicht des Zeugnisses von unserem Herrn, noch meiner, seines Gefangenen, sondern leide mit für das Evangelium vermöge der Kraft Gottes, 9der uns errettet und berufen hat durch seine heilige Berufung, nicht zufolge unserer Werke, sondern nach seinem Ratschlusse der Gnade, die uns verliehen worden in Christus Jesus vor ewigen Zeiten. 10Jetzt aber ist sie offenbart worden durch die Erscheinung unseres Heilandes Jesus Christus, der den Tod vernichtet, dagegen Leben und Unverweslichkeit an´s Licht gebracht hat durch das Evangelium, 11für welches ich bestellt bin als Verkünder und Apostel und Lehrer der Heiden. 12Um dieser Ursache willen leide ich auch solches. Aber ich schäme mich dessen nicht, denn ich weiß, auf wen ich mein Vertrauen gesetzt habe, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, meine Hinterlage zu bewahren auf jenen Tag. 13Das Vorbild heilsamer Worte, welche du von mir gehört hast, bewahre im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus sind. 14Die schöne Hinterlage bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt! 15Du weißt ja, dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewendet haben, unter diesen Phigellus und Hermogenes. 16Der Herr schenke dem Hause des Onesiphorus sein Erbarmen; denn oftmals hat er mich erquickt und sich meiner Ketten nicht geschämt. 17Vielmehr forschte er, als er nach Rom kam, eifrig nach mir, und fand mich. 18Der Herr gebe ihm, dass er Erbarmung finde vor dem Herrn an jenem Tage! Und wie große Dienste er mir in Ephesus geleistet, weißt du am besten.