Bibel in einem Jahr · Tag 274 von 365

Jes 19–21 · 1 Tim 5

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesaja 19

1Last über Ägypten. Siehe, der Herr steigt auf eine leichte Wolke und kommt nach Ägypten, da erheben die Götzenbilder Ägyptens vor seinem Antlitz und der Ägypter Herz verzagt in ihrem Innern. 2Dann werde ich Ägypter gegen Ägypter in Aufruhr bringen, Bruder wird gegen Bruder kämpfen, Freund gegen Freund, Stadt gegen Stadt, Reich gegen Reich! 3Und der Geist Ägyptens wird in seinem Innern entschwinden und seine Überlegung werde ich vereiteln; sie werden ihre Götzen, ihre Wahrsager, Geister und Zauberer befragen. 4Und ich werde Ägypten der Gewalt grausamer Herrscher überliefern und ein gewalttätiger König soll über sie herrschen, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen. 5Und das Wasser aus dem Meere wird versiegen, der Strom wird veröden und austrocknen. 6Die Flüsse werden sich verlaufen, die Kanäle der Dämme werden seicht werden und austrocknen, Rohr und Schilf verdorren. 7Des Stromes Bett wird bloßgelegt sein von seiner Quelle an und alle der Bewässerung bedürftige Saat wird verdorren, vertrocknen und nicht mehr sein. 8Da werden die Fischer trauern und alle wehklagen, welche die Angel in den Strom auswerfen; und die das Netz ausbreiten über die Wasserflächen, werden sich abhärmen. 9Bestürzt werden, die den Flachs bearbeiten, ihn kämmen und fein weben. 10Alle Bewässerungen werden dahinschwinden, alle, die Gruben zum Fischfange machten. 11Zu Toren werden die Fürsten von Tanis, die weisen Ratgeber Pharaos geben törichten Rat. Wie könnt ihr zu Pharao sagen: Ein Sohn der Weisen bin ich, ein Sohn alter Könige? 12Wo sind jetzt deine Weisen? Sie mögen dir kundgeben und anzeigen, was der Herr der Heerscharen über Ägypten beschlossen hat! 13Zu Toren sind die Fürsten von Tanis geworden, kraftlos die Fürsten von Memphis; sie haben Ägypten getäuscht, den Eckstein seiner Völker. 14Der Herr goss in sein Inneres den Geist des Schwindels und sie leiteten Ägypten in allem irre, was es tat, wie ein bis zum Erbrechen Betrunkener umherschwankt. 15Kein Unternehmen wir es für Ägypten geben, das Haupt und Schweif, den Gebeugten und den Gebietenden förderte. 16An jenem Tage wird Ägypten Weibern gleich sein und sie werden erschrecken und sich fürchten vor dem Schwunge der Hand des Herrn der Heerscharen, die er über dasselbe erheben wird. 17Und das Land Juda wird für Ägypten ein Gegenstand des Schreckens sein; ein jeder, der dessen gedenkt, wird in Furcht geraten vor dem Ratschlusse des Herrn der Heerscharen, den er über Ägypten gefasst hat. 18An jenem Tage werden fünf Städte im Lande Ägypten sein, welche die Sprache Kanaans reden und bei dem Herrn der Heerscharen schwören; Sonnenstadt wird die eine heißen. 19An jenem Tage wird ein Altar des Herrn inmitten Ägyptens sein und eine Denksäule des Herrn an dessen Grenze. 20Zum Zeichen und zum Zeugnis für den Herrn der Heerscharen soll es sein im Lande Ägypten. Denn sie werden zu dem Herrn rufen ihrer Bedränger wegen und er wird ihnen einen Retter und Beschirmer senden, der sie befreie. 21Und der Herr wird von Ägypten erkannt werden und die Ägypter werden den Herrn an jenem Tage erkennen und ihn durch Opfer und Gaben verehren, sie werden dem Herrn Gelübde darbringen und sie erfüllen. 22Und der Herr wird Ägypten mit Unglück schlagen und es heilen, sie werden sich zu dem Herrn bekehren und er wird sich mit ihnen versöhnen lassen und sie heilen. 23An jenem Tage wird eine Straße von Ägypten zu den Assyriern gehen; der Assyrier wird nach Ägypten kommen und die Ägypter werden Assur untertan sein. 24An jenem Tage wird Israel der dritte sein mit den Ägyptern und Assyriern, ein Segen inmitten der Erde; 25denn der Herr der Heerscharen segnet sie und spricht: Gesegnet sei mein Volk Ägypten und meiner Hände Werk für den Assyrier, Israel aber mein Erbe!

Das Buch Jesaja 20

1In dem Jahre, in dem Tharthan nach Azot kam, als ihn Sargon, der König der Assyrier, gesandt hatte und er gegen Azot kämpfte und es einnahm, 2zu jener Zeit redete der Herr durch Isaias, den Sohn des Amos, und sprach: Gehe und löse das Bußgewand von deinen Lenden und lege deine Schuhe ab von deinen Füßen! Und er tat und ging ohne Obergewand und barfuß einher. 3Da sprach der Herr: Wie mein Knecht Isaias ohne Obergewand und barfuß einhergeht, wird er drei Jahre lang ein Zeichen und Wunder für Ägypten und für Äthiopien sein: 4so wird der König von Assyrien die gefangenen Ägypter und die ausgewanderten Äthiopier forttreiben, sowohl Jünglinge wie Greise, nackt und barfuß, mit entblößtem Gesäß, zur Schande für Ägypten. 5Dann werden sie verzagen und wegen Äthiopiens beschämt werden, auf das sie hofften, und wegen Ägyptens, dessen sie sich rühmten. 6Und die Bewohner dieses Küstenlandes werden an jenem Tage sprechen: Sehet, auf diese setzten wir unsere Hoffnung und zu ihnen flohen wir um Hilfe, dass sie uns vor dem Könige von Assyrien erretteten; wie sollten wir entrinnen können?

Das Buch Jesaja 21

1Last über die Meereswüste. Wie Wirbelwinde aus dem Süden kommen, so kommt es aus der Wüste herauf, aus grauenvollen Lande. 2Ein hartes Gesicht ist mir kundgetan worden. Der Ungläubige handelt treulos und der Verwüster verwüstet! Ziehe herauf, Älam, belagere, Meder! All ihrem Seufzen will ich ein Ende machen! 3Deswegen sind meine Lenden voll Schmerz, ergreift mich Angst, wie die Angst einer Gebärenden; ich brach zusammen, da ich es hörte, ich war bestürzt, da ich es sah. 4Mein Herz welkte dahin, Finsternis schreckte mich; Babylon, meine Geliebte, ist mir zum Entsetzen geworden. 5Bereite den Tisch, schaue aus auf der Warte! Essende und Trinkende sind sie. Auf, ihr Fürsten! Ergreifet den Schild! 6Denn also sprach der Herr zu mir: Gehe und stelle einen Späher auf und, was er immer schaut, verkünde er. 7Und er sah ein Gespann zweier Reiter, einen Reiter auf einem Esel und einen Reiter auf einem Kamel, und er schaute scharf hin mit beharrlichem Blicke. 8Und er rief, ein Löwe: Auf der Warte des Herrn stehe ich immerfort bei Tage und verharre auf meiner Wache ganze Nächte hindurch. 9Siehe, er kommt, der Reiter, der Mann mit dem Zwiegespann der Reiter; und er begann und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, alle seine Götzenbilder liegen hingeschmettert auf der Erde! 10O ihr meine Zerdroschenen, Kinder meiner Tenne! Was ich von dem Herrn der Heerscharen, dem Gotte Israels, vernommen, habe ich euch kundgetan. 11Last über Duma. Man ruft mir aus Seir zu: Wächter! Wie weit in der Nacht? Wächter! Wie weit in der Nacht? 12Der Wächter sprach: Es kommt Morgen und Nacht; wenn ihr fragt, so fraget; kehret zurück, kommet! 13Last gegen Arabien. Im Waldgebirge gegen Abend zu werdet ihr schlafen auf den Wegen der Dedaniten. 14Bringet den Durstigen Wasser entgegen, ihr Bewohner des Südlandes, eilet den Flüchtlingen mit Brot entgegen! 15Denn vor Schwertern sind sie flüchtig geworden, vor drohenden Schwertern, vor gespannten Bogen, vor hartem Kampfe. 16Denn also spricht der Herr zu mir: Noch ein Jahr, wie eines Lohnarbeiters Jahr, und alle Herrlichkeit Kedars wird hinweggenommen. 17Und die Überbleibsel von der Zahl der tapfern Bogenschützen aus den Söhnen Kedars werden gering sein, denn der Herr, der Gott Israels, hat gesprochen.

Neues Testament

1. Timotheusbrief 5

1Einen Älteren fahre nicht hart an, sondern ermahne ihn wie einen Vater, Jüngere wie Brüder; 2ältere Frauen wie Mütter, jüngere wie Schwestern in aller Reinheit. 3Witwen halte in Ehren, die wahrhaft Witwen sind. 4Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so lerne sie zuerst ihr eigenes Haus leiten und ihren Eltern Entgelt leisten; denn das ist angenehm vor Gott. 5Die aber wahrhaft Witwe und vereinsamt ist, setze ihre Hoffnung auf Gott, und verharre im Gebete und Flehen Tag und Nacht. 6Denn die, welche ein üppiges Leben führt, ist lebendig tot. 7Dies schärfe ein, damit sie untadelhaft seien. 8Wenn aber jemand für die seinigen, und besonders für die Hausgenossen nicht Sorge trägt, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. 9Als Witwe werde gewählt eine nicht unter sechzig Jahre alte, die nur eines Mannes Frau gewesen ist, 10die das Zeugnis guter Werke hat, wenn sie Kinder auferzogen, wenn sie Gastfreundschaft geübt, wenn sie den Heiligen die Füße gewaschen, wenn sie den Bedrängten Hilfe geleistet, wenn sie jedem guten Werke nachgestrebt hat. 11Jüngere Witwen weise zurück; denn wenn sie Christus zuwider üppig geworden sind, wollen sie heiraten, 12und ziehen das Urteil auf sich, dass sie die erste Treue gebrochen haben. 13Zugleich lernen sie aber auch, müßig in den Häusern herumlaufen, und nicht nur müßig, sondern auch geschwätzig und vorwitzig, redend, was sich nicht ziemt. 14Ich will daher, dass die jüngeren heiraten, Kinder gebären, Hausmütter seien, dem Widersacher keinen Anlass geben zur Lästerung. 15Denn bereits habe sich einige abgewandt, dem Satan nach. 16Wenn einem Gläubigen die Sorge für Witwen obliegt, so verpflege er sie, und die Gemeinde werde nicht belastet, damit diese für die, welche wahrhaft Witwen sind, sorgen könne. 17Priester, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre würdig geachtet werden, besonders solche, welche in Wort und Lehre arbeiten. 18denn die Schrift sagt: Dem dreschenden Ochsen sollst du das Maul nicht verbinden. Und: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert. 19Gegen einen Priester nimm keine Klage an, es sei denn, dass zwei oder drei Zeugen gegen ihn stehen. 20Die Fehlenden weise vor allen zurecht, damit auch die übrigen Furcht bekommen. 21Ich beschwöre dich vor Gott und Christus Jesus und den auserwählten Engeln, dass du dies beobachtest ohne Vorurteil und nichts tuest nach parteiischer Zuneigung. 22Lege niemand die Hände schnell auf und mache dich nicht fremder Sünden teilhaftig. Bewahre dich selbst keusch. 23Trinke nicht mehr Wasser, sondern genieße ein wenig Wein um deines Magens und deiner häufigen Krankheit willen. 24Mancher Menschen Sünden sind offenkundig und gehen zum Gerichte voraus, manchen aber folgen sie erst nach. 25Ebenso sind auch die guten Werke offenkundig, und die, mit denen es sich anders verhält, können nicht verborgen bleiben.