Bibel in einem Jahr · Tag 271 von 365

Jes 10–12 · 1 Tim 3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesaja 10

1Wehe denen, die ungerechte Gesetze geben und, Beschlüsse fassend, Ungerechtigkeit niederschreiben, 2um die Armen im Gerichte zu unterdrücken und der Sache der Geringen in meinem Volke Gewalt anzutun, auf dass die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen ausrauben können! 3Was werdet ihr tun am Tage der Heimsuchung und des Unheils, das von fern her herankommt? Zu wem wollt ihr fliehen um Hilfe? Und wo wollt ihr eure Herrlichkeit lassen, 4dass ihr nicht unter die Fessel gebeugt werdet und mit den Erschlagenen zu Boden stürzet? Bei alledem wendet sich sein Zorn nicht ab, sondern seine Hand bleibt noch ausgestreckt. 5Wehe Assur! er ist die Rute und der Stab meines Grimms, in ihrer Hand ist mein Zorn. 6Zu einem treulosen Volke sende ich ihn und entbiete ihn gegen das Volk meines Zornes, damit er sich Beute nehme und Raub hole und es zertreten lasse wie Straßenkot. 7Allein er denkt nicht so und sein Herz meint es nicht also, sondern auf Vernichtung geht sein Sinn und auf Ausrottung nicht weniger Völker. 8Denn er spricht: 9„Sind denn meine Fürsten nicht allzumal Könige? Ist nicht Kalano wie Charkamis, ist nicht Arphad wie Emath, nicht wie Damaskus, so Samaria? 10Gleichwie meine Hand die Königreiche der Götzen erreicht hat, so auch die Bilder derselben von Jerusalem und von Samaria. 11Sollte ich nicht, was ich an Samaria und seinen Götzen getan, auch an Jerusalem und seinen Götzen tun können?“ 12Und es wird geschehen, wenn der Herr alles, was er am Berge Sion und an Jerusalem tun will, vollbracht hat, werde ich die Frucht des Hochmutes des Königs von Assur und die Herrlichkeit seiner hoffärtigen Augen heimsuchen. 13Denn er sprach: Durch die Kraft meiner Hand habe ich es vollbracht und durch meine Weisheit bin ich klug gewesen und ich habe die Grenzmarken der Völker verrückt, ihre Fürsten beraubt und wie ein Held die, welche in Erhabenheit thronten, gestürzt. 14Und wie ein Nest ergriff meine Hand die Stärke der Völker und wie man Eier einsammelt, die verlassen sind, so raffte ich die ganze Erde zusammen, ohne dass einer eine Feder regte oder den Mund auftat und zirpte. 15Wir sich wohl die Axt gegen den rühmen, der mit ihr haut? Oder die Säge sich wider den brüsten, von dem sie gezogen wird? Gerade als wenn der Stab sich erhöhe wider den, der ihn hebt, oder als wenn ein Stecken, der ja nur ein Stück Holz ist, Widerstand leistete. 16Darum wird der Herrscher, der Herr der Heerscharen, gegen die Feisten desselben die Darre entsenden und unter dessen Herrlichkeit soll ein Brand auflodern wie Feuersbrand. 17Und das Licht Israels wird zum Feuer und sein Heiliger zur Flamme werden und seine Dornen und Disteln werden angezündet und verzehrt werden an einem Tage. 18Und die Herrlichkeit seines Waldes und seines Karmels wird von der Seele bis aufs Fleisch vernichtet und er wird vor Schrecken flüchtig werden. 19Und die übriggebliebenen Bäume seines Waldes wird man wegen er geringen Anzahl zählen können, ein Knabe wird sie aufschreiben können. 20Zu der Zeit wird es geschehen, dass die Überbleibsel Israels und die, welche von dem Hause Jakob entronnen sind, sich nicht mehr auf den stützen, der sie schlägt, sondern sie werden sich auf den Herrn, den Heiligen Israels, stützen in Wahrheit. 21Der Rest wird sich bekehren, ja der Rest Jakobs zu Gott, dem Starken! 22Denn wäre auch dein Volk, Israel, wie der Sand des Meeres, nur ein Rest von ihm wird sich bekehren; das beschlossene Verderben wird Gerechtigkeit herbeiführen. 23Denn Gott, der Herr der Heerscharen, wird Vernichtung und Abschluss vollbringen inmitten des ganzen Landes. 24Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, also: Fürchte dich nicht, mein Volk, du Bewohner von Sion! vor Assur, wenn er dich mit der Rute schlägt und seinen Stecken wider dich schwingt nach der Weise Ägyptens; 25denn nur noch eine geringe, kurze Zeit, so wird das Maß meines Zornes und Grimmes über ihre Frevel voll werden 26und der Herr der Heerscharen wird über ihn die Geißel erwecken, wie er Madian am Felsen Oreb schlug und wie er seinen Stab über das Meer schwang, und wird ihn aufheben, wie er an Ägypten getan. 27Und zu der Zeit wird es geschehen, dass seine Last von deiner Schulter weggenommen wird, sein Joch von deinem Halse, und das Joch wird bersten vor Fett. 28Er kommt nach Ajath, zieht durch Magron; bei Machmas lässt er sein Gepäck. 29In Eile ziehen sie daher: „Gaba sei unser Quartier.“ Rama entsetzt sich, Gabaath Sauls flieht. 30Kreische laut auf, Tochter von Gallim, merke auf, Laisa, armes Anathoth! 31Medemena irrt umher; fasset Mut, ihr Bewohner von Gabim! 32Noch einen Tag und man macht Halt in Nobe; er schwingt seine Hand über den Berg der Tochter Sion, den Hügel Jerusalems. 33Da siehe, der Herrscher, der Herr der Heerscharen, wird das Gefäß mit Schreckensgewalt zerbrechen; die Hochragenden werden umgehauen und die Hoffärtigen gedemütigt werden. 34Das Dickicht des Waldes wird mit Eisen niedergeschlagen werden und der Libanon wird samt seinen Hochragenden fallen.

Das Buch Jesaja 11

1Und es wird ein Reis hervorgehen aus der Wurzel Jesses und eine Blüte wird aufsteigen aus seinem Wurzelstock. 2Und der Geist des Herrn wird sich auf ihn niederlassen, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit, 3und der Geist der Furcht des Herrn wird ihn erfüllen. Er wird nicht nach dem Augenschein richten noch nach Hörensagen urteilen, 4sondern über die Geringen mit Gerechtigkeit richten und mit Billigkeit über die Demütigen der Erde urteilen. Er wird die Erde mit dem Stabe seines Mundes schlagen und den Frevler mit dem Hauche seiner Lippen töten. 5Gerechtigkeit wird der Gürtel seiner Lenden sein und Treue der Gurt seiner Hüften. 6Dann wird der Wolf bei dem Lamme wohnen und der Pardel neben dem Böckchen lagern; Kalb, Löwe und Schaf werden beieinander weiden und ein kleiner Knabe wird sie leiten. 7Kalb und Bär werden mitsammen weiden, ihre Jungen liegen ruhig beieinander und der Löwe wird Stroh fressen, wie das Rind. 8Der Säugling wird sich ergötzen bei dem Schlupfloch der Natter und in die Höhle des Basilisken wird der kaum Entwöhnte seine Hand strecken. 9Sie schaden nicht und töten nicht auf meinem ganzen heiligen Berge; denn die Erde ist erfüllt mit der Erkenntnis des Herrn, wie Gewässer den Meeresgrund bedecken. 10An jenem Tage steht die Wurzel Jesses zum Feldzeichen für die Völker da, Heiden werden ihn anflehen und sein Grab wird glorreich sein. 11Und zu jener Zeit wird es geschehen, dass der Herr zum zweiten Mal seine Hand ausstreckt, um den Rest seines Volkes in Besitz zu nehmen, der noch übrig sein wird von den Assyriern und von Ägypten und von Phetros und von Äthiopien und von Älam und von Sennaar und von Emath und von den Inseln des Meeres. 12Und er wird ein Feldzeichen unter den Völkern aufrichten und die Flüchtigen aus Israel zusammenscharen und die Zerstreuten aus Juda von den vier Enden der Erde sammeln. 13Dann wird die Eifersucht Ephraims hinweggenommen werden und die Feinde Judas werden umkommen, Ephraim wird nicht mehr auf Juda eifersüchtig sein und Juda nicht mehr gegen Ephraim kämpfen. 14Und sie werden auf die Schultern der Philister nach dem Meere hinfliegen, vereint die Söhne des Morgenlandes ausplündern, nach Edom und Moab werden sie ihre Hände ausstrecken, die Söhne Ammons werden ihnen untertan sein. 15Und der Herr wird die Meereszunge von Ägypten austrocknen und seine Hand über den Strom in der Kraft seines Geistes erheben und er wird ihn zerschlagen in sieben Bäche, so dass man beschuht durch denselben hindurchgehen kann. 16Und es wird ein Weg sein für den Rest meines Volkes, welcher übriggelassen ward von den Assyriern, wie für Israel ein solcher war an dem Tage, da es aus dem Lande Ägypten heraufzog.

Das Buch Jesaja 12

1Und du wirst an demselben Tage sagen: Ich preise dich, Herr! Denn du zürntest mir, aber dein Zorn hat sich gewendet und du hast mich getröstet. 2Siehe, Gott ist mein Heiland, ich will vertrauensvoll handeln und mich nicht fürchten; denn meine Stärke und mein Preis ist der Herr und er ist mir zum Heil geworden. 3Ihr werdet in Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heilands 4und ihr werdet an jenem Tage sprechen: Preiset den Herrn und rufet seinen Namen an; machet unter den Völkern seine Taten kund; verkündiget, dass sein Name erhaben ist! 5Lobsinget dem Herrn, denn er hat Herrliches getan; verkündiget es auf der ganzen Erde! 6Frohlocket und jauchzet, ihr Bewohner Sions! denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels.

Neues Testament

1. Timotheusbrief 3

1Gewiss ist das Wort: wenn jemand das Bischofsamt verlangt, so verlangt er ein vorzügliches Amt. 2Es muss also ein Bischof untadelhaft sein, nur eines Weibes Mann, nüchtern, klug, würdevoll, ehrbar, gastfrei, zum Lehren geschickt, 3nicht dem Trunke ergeben, kein Schläger, sondern eingezogen, nicht zänkisch, nicht habsüchtig, sondern 4seinem eigenen Hause wohl vorstehend, und die Kinder in Untertänigkeit haltend mit aller Ehrbarkeit. 5Wenn aber jemand seinem eigenen Hause nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Kirche Gottes Sorge tragen? 6Nicht ein Neubekehrter, damit er nicht, von Dünkel aufgeblasen, dem Gerichte des Teufels anheimfalle. 7Er muss aber auch ein gutes Zeugnis haben von denen, die draußen sind, damit er nicht in Schmach und in die Fallstricke des Teufels falle. 8Die Diakone seien desgleichen ehrbar, nicht doppelzüngig, nicht vielem Trinken ergeben, nicht nach schnödem Gewinne trachtend, 9das Geheimnis des Glaubens in einem reinen Gewissen bewahrend. 10Und zwar sollen diese zuerst geprüft werden; dann erst, wenn sie untadelig sind, mögen sie das Amt ausüben. 11Die Frauen sollen gleicherweise ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allem. 12Die Diakone seien Männer einer Frau, ihren Kindern und dem eigenen Hause wohl vorstehend; 13denn diejenigen, welche ihr Amt gut verwalten, werden sich eine wertvolle Ehrenstufe erwerben und große Zuversicht im Glauben, der in Christus Jesus ist. 14Dies schreibe ich dir, obgleich ich hoffe, bald zu dir zu kommen; 15wenn ich aber säume, damit du wissest, wie du im Hause Gottes wandeln sollst, das ja ist die Kirche des lebendigen Gottes, eine Säule und Grundfeste der Wahrheit. 16Ja, anerkannt groß ist das Geheimnis der Frömmigkeit von dem der offenbar ward im Fleische, gerechtfertigt im Geiste, von den Engeln geschaut, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, erhoben in Herrlichkeit.