Bibel in einem Jahr · Tag 261 von 365

Sir 32–34 · 1 Thess 4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Jesus Sirach 32

1Hat man dich zum Vorstande gewählt, so überhebe dich nicht, sondern sei unter ihnen wie einer aus ihrer Mitte. 2Trage für sie Sorge und dann erst setze dich nieder und nimm Platz, nachdem du alle Sorgfalt angewendet, 3dass dir durch sie Freude zuteil werde und du den Ehrenkranz erhaltest und Anerkennung von den Eingeladenen erlangest. 4Nimm das Wort, wenn du der Ältere bist; denn dir kommt es zu, 5mit besonnener Überlegung zuerst zu reden, doch störe die Musik nicht. 6Wo man nicht zuhört, da rede nicht und prunke nicht zur Unzeit mit deiner Weisheit. 7Wie ein edler Rubin in goldenem Schmucke, so ist Musik beim Weingastmahle. 8Wie ein Siegel von Smaragd in goldener Einfassung, so ist ein Musikchor bei einem frohen und mäßigen Weingastmahle. 9Höre schweigend zu, so wirst du dir durch deine Bescheidenheit Gunst erwerben. 10Jüngling! In deiner eigenen Sache rede kaum. 11Wenn du zweimal gefragt wirst, so nehme deine Antwort ihren Anfang. 12In vielen Dingen sei wie ein Unwissender, höre schweigend und fragend zu. 13Bist du unter Vornehmen, so sei nicht vorlaut; und wo Greise sind, rede nicht viel. 14Dem Hagel geht der Blitz voraus, so geht vor dem Bescheidenen Anmut einher und durch Sittsamkeit erwirbst du dir viel Wohlgefallen. 15Ist die Stunde des Aufstehens da, so zögere nicht; eile aber als erster nach Haus, begib dich dorthin, dort magst du spielen 16und tun, was dir beliebt; aber hüte dich vor Sünden und übermütigen Reden. 17Und überdies preise den Herrn, der dich erschaffen hat und der dich so reichlich mit allen seinen Gütern labt. 18Wer den Herrn fürchtet, nimmt seine Zucht an und die sich zu ihm wenden, erlangen Segen. 19Wer auf das Gesetz achtet, erhält die Fülle von demselben; aber wer mit Hinterlist handelt, dem wird es zum Anstoß gereichen. 20Die den Herrn fürchten, werden das Rechte finden und die Gerechtigkeit wie ein Licht leuchten lassen. 21Ein sündiger Mensch weicht der Zurechtweisung aus und findet Ausreden, wie er sie wünscht. 22Ein Mann von Überlegung verwirft klugen Rat nicht; der, welcher fremd und übermütig ist, fürchtet auch das nicht, was zu fürchten ist. 23Ein solcher erfährt, nachdem er ohne Rat eigenwillig gehandelt, ob seiner eigenen Anschläge Rüge. 24Mein Sohn! Tue nichts ohne Rat, so wirst du nach der Tat nichts zu bereuen haben. 25Gehe nicht auf gefahrvollem Wege, so wirst du an keinen Stein stoßen; auch dem beschwerlichen Wege vertraue dich nicht an, damit du dein Leben nicht dem Anstoße preisgebest. 26Sei auf der Hut selbst vor deinen Kindern und vor deinen Hausgenossen nimm dich in acht. 27In allem deinem Tun vertraue gläubig deinem Gewissen, den das heißt in Gottes Geboten wandeln. 28Wer Gott glaubt, achtet auf die Gebote, und wer auf ihn vertraut, wird an nichts Mangel haben.

Das Buch Jesus Sirach 33

1Dem, der den Herrn fürchtet, widerfährt nichts Böses, sondern in der Anfechtung beschützt ihn Gott und befreit ihn vom Bösen. 2Der Weise hasst die Gebote und die Gerechtigkeit nicht und wird nicht zerschellt wie das Schiff im Sturme. 3Ein Verständiger vertraut auf das Gesetz Gottes und das Gesetz ist ihm verlässig. 4Wer eine Frage klar beantworten will, bereite seine Rede vor; und so, nachdem er gebeten ist, wird man ihn hören; er sammle sein Wissen und dann antworte er. 5Das Herz des Toren gleicht einem Rad am Wagen und seine Gedanken sind wie eine umlaufende Achse. 6Ein spöttischer Freund ist wie ein brünstiger Hengst, der unter jedem Reiter wiehert. 7Warum hat ein Tag einen Vorzug vor dem anderen, warum ein Licht vor dem anderen, und ein Jahr vor dem anderen, da doch alles von der Sonne kommt? 8Die Weisheit des Herrn hat diesen Unterschied gemacht, nachdem die Sonne erschaffen ward und ihre vorgeschriebene Ordnung innehält. 9Er machte einen Unterschied zwischen den Zeiten und ordnete Festtage an und man feiert an demselben Feste bis zur Stunde. 10Einige Tage erhob und verherrlichte Gott und andere unter ihnen setzte er unter die Zahl der gewöhnlichen Tage. So kommen auch alle Menschen aus der Erde, aus welcher Adam erschaffen ward; 11und doch hat der Herr mit vieler Weisheit einen Unterschied unter ihnen angeordnet und ihnen verschiedene Wege vorgezeichnet. 12Einige von ihnen hat er gesegnet und erhoben, andere geheiligt und ihnen näheren Zutritt zu sich verstattet, andere hat er verflucht und erniedrigt und von dem Orte ihrer Ausscheidung vertrieben. 13Wie der Ton in der Hand des Töpfers, der ihn bildet und bearbeitet, 14wie dieser ihn ganz nach seinem Gutdünken behandelt, so ist der Mensch in der Hand seines Schöpfers; er gibt ihm nach seinem Ermessen. 15Dem Bösen steht das Gute, dem Tode das Leben entgegen; so dem Gerechten der Sünder. Betrachte so alle Werke des Allerhöchsten. Zwei Dinge stehen sich immer gegenüber, eines ist der Gegensatz zum anderen. 16Ich habe als letzter gewacht und wie einer, der hinter den Winzern Beeren sammelt. 17Gleichwohl hoffte ich gleichfalls auf den Segen Gottes und füllte wie einer, der Trauben sammelt, die Kelter. 18Bedenket, dass ich nicht für mich allein gearbeitet habe, sondern für alle, welche Unterweisung suchen. 19Höret auf mich, ihr Großen und alle Völker! Und ihr Vorsteher der Gemeinde, vernehmet es! 20Gib weder dem Sohne, noch dem Weibe noch dem Bruder oder Freunde Gewalt über dich, solange du lebst, und überlasse dein Vermögen nicht einem anderen, damit es dich nicht etwa gereue und du wieder darum bitten müssest. 21Solange du lebst und noch atmest, soll kein Mensch dich verdrängen. 22Denn es ist doch besser, dass deine Kinder dich bitten, als wenn du auf die Hände deiner Kinder schauen musst. 23In allem, was du tust, behalte die Leitung. 24Lass dein Ansehen nicht beflecken. Erst an deinem Lebensende, zur Zeit deines Abscheidens verteile dein Erbe. 25Futter, Stock und Bürde gebühren dem Esel; Brot, Zucht und Arbeit dem Knechte. 26Arbeitet er in Zucht, so sucht er auszuruhen; lässest du ihm die Hände müßig, so sucht er die Freiheit. 27Joch und Riemen beugen den harten Hals, so beugt den Knecht beständige Arbeit nieder. 28Einem böswilligen Knechte gebühren Folter und Fußeisen; treibe ihn zur Arbeit an, damit er nicht müßig gehe, 29denn der Müßiggang lehrt viel Böses. 30Stelle ihn zur Arbeit an, denn das gebührt ihm. Gehorcht er nicht, so beuge ihn mit Fußeisen; bürde aber niemanden zu viel auf und tue nichts Wichtiges ohne Überlegung. 31Hast du einen treuen Knecht, so sei er dir so wert wie deine eigene Seele; behandle ihn wie deinen Bruder, denn du hast ihn mit einer Seele erworben. 32Wenn du ihn aber ungerecht misshandelst, so wird er die Flucht ergreifen; 33und hat er sich aufgemacht und ist er davongegangen, so weißt du nicht, wen du fragen oder auf welchem Wege du ihn suchen sollst.

Das Buch Jesus Sirach 34

1Eitle und trügerische Hoffnung hegt der Unverständige und Träume machen die Toren stolz. 2Wie einer, der nach dem Schatten greifen und den Wind haschen will, so ist, wer auf trügerische Träume hält. 3Traumgesichte sind, wie wenn ein Ding nach einem andern abgebildet wird, wie das Bild eines Menschen vor einem Menschen. 4Was kann von Unreinen Reines kommen? Und was kann der Lügner Wahres sagen? 5Irrige Wahrsagerei, trügerische Zeichendeuterei und Traumgesichte böser Menschen sind eitel. 6Wie das Herz einer Gebärenden leidet dein Herz an Einbildungen! Wird nicht vom Allerhöchsten eine Heimsuchung gesendet, so nimm sie nicht zu Herzen. 7Denn viele schon sind durch Träume irregeführt worden und die auf dieselben ihr Vertrauen setzten, kamen zu Falle. 8Aber ohne Trug wird die Vorschrift des Gesetzes vollkommen erfüllt und die Weisheit in glaubwürdigem Munde wird im Werke erfüllt. 9Wer nicht geprüft ist, was weiß der? Ein Mann, der viel erfahren hat, denkt auch viel; und wer viel gelernt hat, weiß mit Einsicht zu reden. 10Wer nichts erfahren hat, weiß auch wenig; wer aber viel durchgemacht hat, ist an Einsicht reich. 11Wer nicht geprüft ist, was weiß der? Wer irregeführt ward, wird List genug besitzen. 12Vieles habe ich erfahren, während ich umherirrte, und mehr Sitte sah ich als ich zu sagen vermag. 13Öfter war ich deshalb in Todesgefahr, aber ich wurde durch Gottes Gnade gerettet. 14Der Geist der Gottesfürchtigen wird beschützt und, da Gott gnädig auf ihn sieht, gesegnet. 15Denn ihre Hoffnung steht auf den, der sie rettet, und Gottes Augen sehen auf die, welche ihn lieben. 16Wer den Herrn fürchtet, darf vor nichts erschrecken und nicht zagen; denn er ist seine Hoffnung. 17Glückselig die Seele des Menschen, der den Herrn fürchtet! 18Auf wen schaut er? Und wer ist seine Stärke? 19Die Augen des Herrn ruhen auf denen, welche ihn fürchten. Er ist ein mächtiger Beschützer, eine kräftige Stütze, ein Schirm gegen die Hitze und ein Schattenbach am Mittag, 20ein Schutz vor dem Straucheln und eine Hilfe vor dem Falle. Er erhebt die Seele und erleuchtet die Augen, gibt Gesundheit, Leben und Segen. 21Wer von ungerechtem Gute opfert, dessen Gabe ich unrein und die Spöttereien der Ruchlosen können Gott nicht gefallen. 22Der Herr ist nur bei denen, die auf dem Wege der Wahrheit und Gerechtigkeit wandeln und auf ihn vertrauen. 23An den Gaben der Gottlosen hat der Allerhöchste kein Wohlgefallen und schaut nicht auf die Opfer der Ungerechten noch lässt er sich durch die Menge ihrer Opfer wegen ihrer Sünden versöhnen. 24Wer ein Opfer von dem Gute eines Armen darbringt, gleicht dem, der den Sohn angesichts seines eigenen Vaters schlachtet. 25Brot der Dürftigen ist das Leben der Armen; wer ihn um dasselbe bringt, ist ein Blutmensch. 26Wer das im Schweiße gewonnene Brot raubt, ist dem gleich, der seinen Nächsten tötet. 27Wer Blut vergießt und wer einen Taglöhner betrügt, sind Brüder. 28Der eine baut auf und der andere reißt nieder, was gewinnen sie davon mehr als Mühe? 29Der eine betet und der andere flucht, auf wessen Stimme wird Gott hören? 30Wer sich wäscht, wenn er einen Toten angerührt hat, und denselben doch wieder anrührt, was hilft dem seine Waschung? 31So ist der Mensch, welcher seiner Sünden wegen fastet und dieselben dennoch wiederum begeht; was hat er durch seine Verdemütigung gewonnen? Wer wird sein Gebet erhören?

Neues Testament

1. Thessalonicherbrief 4

1Im übrigen nun, Brüder! bitten und ermahnen wir euch im Herrn Jesus, dass ihr so, wie ihr von uns vernommen habet, wie ihr wandeln und wohlgefallen sollt, so auch wirklich wandelt, damit ihr immer mehr zunehmet. 2Ihr wisset ja, welche Vorschriften ich euch gegeben habe durch den Herrn Jesus. 3Das nämlich ist der Wille Gottes, eure Heiligung; das ihr euch enthaltet der Unzucht, 4dass ein jeder von euch wisse sein Gefäß in Heiligkeit und Ehre zu besitzen, 5nicht in sinnlicher Leidenschaft, wie die Heiden, welche Gott nicht kennen; 6und dass niemand übergreife, und seinen Bruder im Geschäfte übervorteile; denn der Herr ist Rächer von allem diesem, wie wir euch schon verkündet und bezeugt haben. 7Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unlauterkeit, sondern zur Heiligung. 8Wer daher dies missachtet, missachtet nicht einen Menschen, sondern Gott, denselben, der seinen Heiligen Geist in unsere Herzen gegeben hat. 9Wegen der Bruderliebe aber haben wir nicht nötig, euch zu schreiben, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, euch einander zu lieben. 10Und ihr tut es denn auch gegen alle Brüder in ganz Mazedonien. Wir bitten euch aber, Brüder! nehmet darin mehr und mehr zu, 11und bestrebet euch, ein stilles Leben zu führen, eure eigenen Angelegenheiten zu besorgen und mit euren Händen zu arbeiten, wie wir es euch geboten haben, 12ehrbar zu wandeln vor denen, die draußen sind, und von niemanden etwas zu begehren. 13Wir wollen euch aber, Brüder! nicht in Unkunde lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seiet wie die übrigen, welche keine Hoffnung haben. 14Denn wenn wir glauben, das Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird ja auch Gott die, welche durch Jesus entschlafen sind, mit ihm herbeiführen. 15Denn das sagen wir euch als das Wort des Herrn: Wir, die wir leben, die wir übriggelassen werden bis zur Ankunft des Herrn, werden denen, die entschlafen sind, nicht zuvorkommen. 16Denn er, der Herr wird beim Aufrufe, bei der Stimme des Erzengels und bei der Posaune Gottes, vom Himmel herniedersteigen, und die Toten, die in Christus sind, werden zuerst auferstehen. 17Alsdann werden wir, die wir noch leben, die wir übriggelassen sind, zugleich mit ihnen entrückt werden auf Wolken, Christus entgegen in die Luft, und so werden wir immerdar bei dem Herrn sein. 18So tröstet denn einander mit diesen Worten!