Bibel in einem Jahr · Tag 226 von 365

Ps 149–150; Spr 1 · 2 Kor 12

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 149

1Alleluja! Singet dem Herrn ein neues Loblied, sein Lob ertöne in der Versammlung der Heiligen! 2Israel freue sich in seinem Schöpfer, die Kinder Sions sollen frohlocken über ihren König. 3Sie sollen seinen Namen in Chören loben, mit Pauken und Harfen ihm lobsingen; 4Denn der Herr hat Wohlgefallen an seinem Volke und erhöht die Sanftmütigen in Gnadenheil. 5Die Heiligen mögen frohlocken in Herrlichkeit, sich freuen auf ihren Lagern. 6Lobpreisungen Gottes sind in ihrem Munde und zweischneidige Schwerter in ihren Händen, 7um Rache an den Völkern zu vollstrecken, Züchtigung an den Nationen; 8um ihre Könige in Ketten zu werfen, ihre Edlen in eiserne Bande; 9um an ihnen das geschriebene Gericht zu vollstrecken. Ruhm ist dies für seine Heiligen! Alleluja!

Die Psalmen 150

1Alleluja! Lobet den Herrn in seinem Heiligtume, lobet ihn in seiner starken Feste! 2Lobet ihn ob seiner gewaltigen Taten, lobet ihn nach der Fülle seiner Größe! 3Lobet ihn mit Posaunenschall, lobet ihn mit Harfen und Zithern! 4Lobet ihn mit Pauken und Chören, lobet ihn mit Saiten und Schalmeien! 5Lobet ihn mit schallenden Cymbeln, lobet ihn mit Cymbeln hellen Jubels! 6Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Alleluja!

Das Buch der Sprichwörter 1

1Sprüche Salomons, des Sohnes Davids, des Königs von Israel: 2zu erkennen Weisheit und Zucht; 3zu verstehen die Worte der Klugheit und zu erlangen die Unterweisung in der Lehre, Gerechtigkeit, Recht und Billigkeit; 4dass den Unerfahrenen Klugheit zuteil werde, dem Jünglinge Wissenschaft und Verstand. 5Hört sie der Weise, so wird er noch weiser, und der Verständige wird sich die Kunst der Leitung zu eigen machen. 6Er wird acht haben auf den Spruch und die Auslegung, auf die Worte der Weisen und ihre Rätsel. 7Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit, Weisheit und Lehre verachten die Toren. 8Höre, mein Sohn! auf die Zucht deines Vaters und lass nicht von der Lehre deiner Mutter, 9damit Zierde deinem Haupte zuteil werde und eine Kette deinem Halse. 10Mein Sohn, wenn dich die Sünder locken, so folge ihnen nicht! 11Wenn sie sagen: Komm mit uns! lass uns auf Blut lauern, dem Unschuldigen ohne Ursache heimlich nachstellen; 12wir wollen ihn verschlingen wie die Unterwelt den Lebenden. und den Schuldlosen wie einen, der in die Grube hinabfährt. 13Allerlei kostbare Habe wollen wir erlangen, unsere Häuser mit Raub füllen. 14Wirf das Los mit uns, einen Beutel wollen wir alle führen! 15Mein Sohn! gehe nicht mit ihnen, halte deinen Fuß zurück von ihren Pfaden. 16Denn ihre Füße laufen dem Bösen nach und eilen, Blut zu vergießen. 17Doch umsonst spannt man das Netz vor den Augen der Vögel aus. 18Jene lauern ihrem eigenen Blute auf und machen Anschläge wider ihr eigenes Leben. 19So sind die Pfade aller, die auf Gewinn ausgehen; sie rauben den Besitzern das Leben. 20Die Weisheit ruft laut auf der Straße, lässt ihre Stimme auf den freien Plätzen erschallen. 21An der Spitze der Volkshaufen ruft sie, an den Eingängen der Stadttore redet sie ihre Worte und spricht: 22Wie lange wollt ihr Einfältigen die Einfalt lieben? Und die Toren das verlangen, was ihnen schädlich ist, und die Unweisen die Einsicht hassen? 23Kehret um auf meine Zurechtweisung! Sehet, ich will euch meinen Geist kundtun und euch meine Worte wissen lassen. 24Weil ich rief und ihr euch weigertet, ich meine Hand ausstreckte und niemand darauf achtete, 25weil ihr all mein Raten geringschätztet und meine Strafreden in den Wind schluget, 26so werde ich auch bei euerm Untergange lachen und werde spotten, wenn euch begegnet, was ihr fürchtetet. 27Wenn plötzlich das Unglück hereinbricht und der Untergang wie ein Sturm heranstürzt, wenn Trübsal und Angst über euch kommen, 28alsdann werden sie mich anrufen, aber ich werde nicht darauf hören, werden frühe aufstehen, aber mich nicht finden; 29weil sie die Zucht gehasst und die Furcht des Herrn nicht erwählt haben, 30von meinem Rate nichts wissen wollten und alle meine Strafreden schmähten. 31So werden sie denn die Früchte ihres Wandels kosten und an ihren eigenen Anschlägen sich sättigen. 32Das Widerstreben wird sie, die Einfältigen, töten und das Glück der Toren sie zugrunde richten. 33Wer aber auf mich hört, wohnt in Ruhe ohne Schrecken, genießt Fülle, ohne Unglück fürchten zu müssen.

Neues Testament

2. Korintherbrief 12

1Wenn ich mich rühmen muss (es frommt zwar nicht), so will ich auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn kommen. 2Ich kenne einen Menschen in Christus, der vor vierzehn Jahren - ob in dem Leibe, ich weiß es nicht, ob außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es - entrückt wurde, bis in den dritten Himmel; 3und ich weiß, dass dieser Mensch, - ob in dem Leibe, oder außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es - 4in das Paradies entrückt ward, und geheimnisvolle Worte hörte, die ein Mensch nicht aussprechen darf. 5Von einem solchen will ich rühmen, von mir aber will ich nichts rühmen, außer meine Schwachheiten. 6Denn wenn ich mich auch rühmen wollte, so werde ich nicht töricht sein, denn ich werde die Wahrheit sagen; ich enthalte mich aber dessen, damit niemand mehr von mir halte, als er an mir sieht, oder von mir hört. 7Und damit ich mich nicht wegen der Größe der Offenbarungen überhebe, wurde mir ein Stachel in mein Fleisch gegeben, ein Engel des Satans, dass er mich mit Fäusten schlage. 8Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass jener von mir weichen möge; 9er aber sprach zu mir: Es genügt dir meine Gnade; denn die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Gerne will ich mich darum meiner Schwachheiten rühmen, damit in mir die Kraft Christi wohne. 10Darum habe ich Wohlgefallen an meinen Schwachheiten, an Schmähungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Bedrängnissen um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. 11Ich bin ein Tor geworden, ihr habt mich dazu gezwungen; denn ich hätte von euch sollen empfohlen werden, da ich in nichts denen nachgestanden bin, welche die ausgezeichnetsten Apostel sind, wenn ich auch nichts bin. 12Sind doch die Erweise meines Apostelamtes unter euch erbracht durch alle Geduld, durch Zeichen und Wunder und Kraft. 13Denn was ist es, worin ihr verkürzt worden wäret gegen die übrigen Gemeinden, außer dass ich euch nicht zur Last fiel? Verzeihet mir dieses Unrecht! 14Sehet, zum dritten Male bin ich jetzt bereit, zu euch zu kommen, und ich werde euch nicht zur Last fallen; denn ich suche nicht das Eurige, sondern euch. Nicht die Kinder sollen ja für die Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern für die Kinder. 15Überaus gern will ich alles aufopfern, ja mich selbst will ich opfern für eure Seelen, obgleich ich, je mehr ich euch liebe, umso weniger geliebt werde. 16Doch dem sei so, ich bin euch nicht zur Last gefallen; allein da ich verschlagen sei, habe ich euch mit List gefangen. 17Habe ich etwa durch einen von denen, die ich zu euch gesandt habe, euch überlistet? 18Ich habe den Titus gebeten und mit ihm den Bruder gesendet. Hat euch etwa Titus überlistet? Sind wir nicht in demselben Geiste gewandelt? Nicht in denselben Fußstapfen? 19Ihr meint wohl lange schon, dass wir uns bei euch entschuldigen? Vor Gott in Christus reden wir; alles aber, Geliebte! geschieht um eurer Erbauung willen. 20Denn ich fürchte, dass ich, wenn ich komme, euch etwa nicht so finde, wie ich euch wünsche, und dass ihr mich so findet, wie ihr nicht wünscht; es möchten etwa Streitigkeiten, Eifersüchteleien, Erzürnungen, Entzweiungen, Verleumdungen, Ohrenbläsereien, Aufgeblasenheit, Auflehnungen unter euch sein; 21Gott möchte mich wiederum, wenn ich komme, bei euch demütigen, und ich viele betrauern müssen von denen, welche vorher gesündigt und nicht Buße getan haben wegen der Unlauterkeit, Unzucht und Geilheit, die sie getrieben haben.