Bibel in einem Jahr · Tag 206 von 365

Ps 90–92 · 1 Kor 14

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 90

1Lobgesang Davids. Wer unter der Hilfe des Allerhöchsten wohnt, weilt unter dem Schirme des Gottes des Himmels. 2Er kann zu dem Herrn sagen: Du bist mein Helfer und meine Zuflucht, mein Gott, auf den ich vertraue. 3Denn er befreit mich aus der Schlinge der Vogelsteller, und von Ungemach. 4Mit seinen Schultern wird er dich decken und unter seinen Flügeln wirst du Hoffnung schöpfen. 5Mit einem Schild wird dich seine Treue umgeben; vor den Schrecken der Nacht darfst du dich nicht fürchten, 6nicht vor dem Pfeile, der bei Tage fliegt, vor dem Unheil, das im Finstern wandelt, vor dem Überfalle und dem bösen Geiste am Mittag. 7Fallen auch tausend an deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dir nicht nahen. 8Ja, mit eigenen Augen wirst du es schauen und die Vergeltung an den Sündern sehen. 9Denn du, o Herr! bist meine Hoffnung, den Allerhöchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht. 10Kein Unheil wird dir begegnen und keine Plage deinem Zelte nahen. 11Denn er hat seinen Engeln für dich geboten, dass sie dich auf allen deinen Wegen behüten. 12Auf den Händen werden sie dich tragen, dass du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. 13Über Nattern und Ottern wirst du hinschreiten und Löwen und Drachen zertreten. 14Weil er auf mich vertraut, so will ich ihn befreien; ihn beschirmen, weil er meinen Namen kennt. 15Er wird mich anrufen und ich werde ihn erhören, ich bin bei ihm in der Not, ich werde ihn retten und ihn zu Ehren bringen: 16Mit langem Leben will ich ihn sättigen und ihn mein Heil schauen lassen.

Die Psalmen 91

1Ein Psalmlied, am Sabbattage. 2Gut ist es, den Herrn zu preisen und Lob zu singen deinem Namen, du Höchster! 3Am frühen Morgen deine Barmherzigkeit zu verkünden und deine Treue des Nachts, 4mit zehnsaitigem Spiele, mit der Harfe, mit Jubellied zur Zither. 5Denn du erfreuest mich, Herr! durch dein Tun, über die Werke deiner Hände will ich jubeln. 6Wie herrlich sind deine Werke, o Herr! Sehr tief sind deine Gedanken! 7Ein unverständiger Mensch erkennt dies nicht und ein Tier versteht dies nicht. 8Wenn die Sünder gleich dem Grase aufsprossen und alle Übeltäter aufblühen, so ist es, damit sie vertilgt werden auf ewig. 9Du aber bist der Höchste in Ewigkeit, o Herr! 10Denn siehe, deine Feinde, o Herr! denn siehe, deine Feinde kommen um, und zerstreut werden alle, die Böses tun. 11Doch mein Herz wird erhöht wie das des Einhorns und mein Alter wird großes Erbarmen genießen. 12Und mein Auge wird herabschauen auf meine Feinde und an meinen boshaften Widersachern wird sich mein Ohr letzen. 13Der Gerechte wird blühen gleich der Palme, gleich der Zeder des Libanon gedeihen. 14Im Hause des Herrn gepflanzt, werden sie blühen in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes. 15Noch im späten Alter werden sie gedeihen und frisch sein, 16um zu verkünden, dass der Herr, unser Gott, gerecht und kein Unrecht an ihm ist.

Die Psalmen 92

1Loblied Davids, für den Tag vor dem Sabbate, da die Erde gegründet worden. Der Herr ist König, er hat sich mit Herrlichkeit bekleidet; der Herr hat sich mit Macht angetan und umgürtet, denn er hat den Erdkreis gefestigt, dass er nicht wanke. 2dein Thron ist fest gegründet von ehedem, von Ewigkeit her bist du! 3Es erheben Ströme, o Herr! es erheben Ströme ihr Brausen, es erheben Ströme ihr Tosen 4vom Wogensturme großer Wassermassen; wunderbar sind die Brandungen des Meeres, wunderbar der Herr in der Höhe! 5Deine Zeugnisse sind überaus treu bewährt, deinem Hause ziemt Heiligkeit, o Herr! für alle Zeiten.

Neues Testament

1. Korintherbrief 14

1Trachtet nach der Liebe! Beeifert euch um die Geistesgaben, vorzüglich aber, dass ihr weissaget. 2Denn wer in Sprachen redet, redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es. Im Geiste aber redet er Geheimnisse. 3Wer aber weissagt, redet für Menschen zur Erbauung, zur Ermahnung und Tröstung. 4Wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst; wer aber weissagt, erbaut die Kirche Gottes. 5Ich wünsche aber, dass ihr alle in Sprachen redet, mehr jedoch, dass ihr weissaget; denn größer ist der, welcher weissagt, als der, welcher in Sprachen redet, wenn er es nicht etwa auslegt, damit die Gemeinde Erbauung empfange. 6Nun aber, Brüder! wenn ich zu euch komme und in Sprachen rede, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht zu euch rede, entweder in Offenbarungen, oder in Wissenschaft, oder in Weissagung, oder in Lehre? 7Schon bei leblosen Dingen, die einen Laut von sich geben, bei einer Flöte oder Zither ist es so. Wenn sie nicht bestimmt unterschiedliche Töne geben, wie soll man das Geblasene oder Gespielte erkennen? 8Denn wenn die Trompete einen unbestimmten Ton gibt, wer wird sich zum Kampfe rüsten? 9So auch ihr mit der Sprache! Wenn ihr nicht eine verständliche Rede von euch gebet, wie wird man erkennen, was gesagt wird? Denn ihr werdet in den Wind reden! 10So viele Arten von Sprachen sind wohl in der Welt, und keine davon ist ohne verständlichen Laut. 11Wenn ich also die Bedeutung des Wortes nicht kenne, so werde ich dem Sprechenden ein Fremdling sein, und der Redende wird mir ein Fremdling sein. 12Trachtet also auch ihr, weil ihr euch um die Geistesgaben beeifert, sie zur Erbauung der Kirche in Fülle zu haben. 13Wer daher in Sprachen redet, der bitte um die Gnade der Auslegung. 14Denn wenn ich in Sprachen betet, so betet zwar mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. 15Wie ist es demnach? Ich will mit dem Geiste beten, aber ich will auch mit dem Verstande beten; ich will mit dem Geiste singen, aber ich will auch mit dem Verstande singen. 16Sonst, wenn du mit dem Geiste lobpreisest, wie soll der, welche die Stelle eines Unwissenden einnimmt, zu deiner Lobpreisung das Amen sagen? Er weiß ja nicht, was du sagst. 17Denn du sprichst zwar ein schönes Dankgebet, aber der andere wird nicht erbaut. 18Ich danke meinem Gott, dass ich in euer aller Sprachen rede; 19aber in der gottesdienstlichen Versammlung will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstande reden, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Sprachen. 20Brüder! werdet nicht Kinder an Einsicht, sondern an Bosheit seid Kinder; aber an Einsicht seid vollkommen. 21Im Gesetze steht geschrieben: In fremden Sprachen und mit anderen Lippen werde ich zu diesem Volke reden; und auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr. 22Demnach sind die Sprachen zum Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagungen aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. 23Wenn also die ganze Gemeinde miteinander zusammenkommt, und alle in Sprachen reden, es kommen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, werden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid? 24Wenn aber alle weissagen, und es kommt ein Ungläubiger, oder ein Unkundiger herein, so wird er von allen überwiesen, von allen geurteilt; 25das Verborgene seines Herzens wird offenbar, und so wird er niederfallend auf sein Angesicht Gott anbeten, und verkündigen, dass Gott wahrhaft in euch ist. 26Was ist also zu tun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat der eine von euch einen Lobgesang, er hat eine Lehre, oder eine Offenbarung, oder eine Sprache, eine Auslegung, alles geschehe zur Erbauung. 27Redet jemand in einer Sprache, so seien es nur zwei oder höchstens drei, und nacheinander, und einer gebe die Auslegung. 28Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Versammlung; zu sich selbst aber rede er, und zu Gott. 29Weissagend sollen zwei oder drei reden, und die übrigen mögen es beurteilen. 30Wenn aber einem andern, während er da sitzt, eine Offenbarung zu Teil wird, so soll der erste schweigen. 31Denn ihr könnt alle, einer nach dem andern, weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden. 32Und die Geister der Propheten sind den Propheten unterworfen. 33Denn Gott ist nicht ein Gott der Uneinigkeit, sondern des Friedens; wie ich auch in allen Gemeinden der Heiligen lehre. 34Die Frauen sollen in den Versammlungen schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern untertänig zu sein, wie auch das Gesetz sagt. 35Wenn sie aber etwas lernen wollen, so mögen sie zu Hause ihre Männer befragen; denn es steht dem Weibe übel an, in der Versammlung zu reden. 36Ist etwa von euch Gottes Wort ausgegangen? Oder ist es zu euch allein gelangt? 37Wenn jemand vermeint, ein Prophet oder ein Geistbegabter zu sein, so erkenne er, dass dies, was ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind. 38Wenn es aber jemand nicht erkennt, so wird er auch nicht erkannt werden. 39Darum, Brüder! strebet nach der Weissagungsgabe, und in Sprachen zu reden wehret nicht. 40Alles aber geschehe geziemend und nach der Ordnung.