Bibel in einem Jahr · Tag 177 von 365

Ps 5–7 · Röm 9

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Die Psalmen 5

1Zum Ende, für die Erbin, ein Psalm Davids. 2Lass, o Herr! meine Worte zu deinen Ohren dringen, vernimm mein Rufen! 3Merke auf mein flehentliches Gebet, o mein König und mein Gott! 4Denn ich bete zu dir, o Herr! früh am Morgen erhörst du mein Rufen. 5Früh am Morgen stehe ich vor dir und schaue aus, denn du bist kein Gott, der Unrecht liebt. 6Und der Frevler darf nicht bei dir weilen noch bestehen die Ungerechten vor deinen Augen. 7Du hassest alle, die Böses tun, vertilgst alle, die Lügen reden, den Mann des Blutes und des Truges verabscheut der Herr. 8Ich aber werde ob der Fülle deiner Barmherzigkeit in dein Haus kommen, anbeten gegen deinen heiligen Tempel hin in Furcht vor dir. 9Herr! leite mich in deiner Gerechtigkeit, um meiner Feinde willen führe mich auf geradem Wege vor dir. 10denn keine Wahrhaftigkeit ist in ihrem Munde, ihr Herz ist eitel. 11Ein offenes Grab ist ihr Schlund, mit ihren Zungen üben sie Trug, gehe ins Gericht mit ihnen, o Gott! Lass sie mit ihren Anschlägen zu Falle kommen, verstoße sie ob der Menge ihrer Missetaten, denn sie haben dich zum Zorne gereizt, o Herr! 12Und es sollen sich alle freuen, die auf dich vertrauen, sie werden frohlocken immerdar und du wirst unter ihnen wohnen. Und es werden sich rühmen in dir alle, die deinen Namen lieben, 13denn du segnest den Gerechten. O Herr! wie mit einem Schilde umgibst du uns mit deiner Huld.

Die Psalmen 6

1Zum Ende unter den Liedern. ein Psalm Davids, für die Oktav. 2Herr! Straf mich nicht in deinem Grimme und züchtige mich nicht in deinem Zorne. 3Erbarme dich meiner, o Herr! denn ich bin schwach; heile mich, o Herr! denn meine Gebeine beben 4und meine Seele ist sehr bestürzt; du aber, o Herr! wie lange noch? 5Wende dich, Herr! und rette meine Seele, hilf mir um deiner Barmherzigkeit willen. 6Denn niemand ist, der im Tode deiner gedenkt, im Totenreiche aber, wer wird da dich preisen? 7Ich mühe mich ab in meinem Seufzen, benetze jede Nacht mein Bett und bade mein Lager mit meinen Tränen. 8Vor Gram ist mein Auge dunkel geworden, ich bin gealtert, umringt von meinen Feinden allen. 9Weichet von mir alle, die ihr Frevel übt, denn der Herr hat das Rufen meines Weinens erhört! 10Der Herr hat mein Flehen erhört, der Herr hat mein Gebet angenommen. 11Es sollen beschämt werden und heftig erschrecken alle meine Feinde, sie sollen zurückweichen und plötzlich beschämt werden.

Die Psalmen 7

1Ein Psalm Davids, welchen er dem Herrn sang wegen der Worte Chusis, eines Sohnes Jeminis. 2O Herr, mein Gott! auf dich vertraue ich, errette mich von allen meinen Verfolgern und befreie mich, 3auf dass nicht etwa einer wie ein Löwe mein Leben dahinraffe, während keiner da ist, der mich erlöse und errette. 4Mein Herr und Gott! wenn ich solches getan, wenn Unrecht an meinen Händen ist, 5wenn ich denen, die mir Böses taten, vergolten habe, so möge ich nach Verdienst schutzlos dahinsinken vor meinen Feinden. 6Dann möge der Feind meine Seele verfolgen und ergreifen und möge mein Leben zu Boden treten und meine Ehre in den Staub niederziehen. 7Erhebe dich, o Herr! in deinem Zorne und zeige dich erhaben wider meiner Feinde Wüten! Ja, erhebe dich, o Herr, mein Gott! nach dem Gebote, das du gegeben, 8und es umgebe dich der Völker Schar und ihretwegen kehre zurück zur Höhe. 9Der Herr ist Richter über die Völker. Schaffe mir Recht, o Herr! nach meiner Gerechtigkeit und nach meiner Unschuld, die mir innewohnt. 10Die Bosheit der Sünder werde vernichtet und den Gerechten richte auf, o Gott! du Prüfer der Herzen und Nieren, 11Rechte Hilfe kommt mir von dem Herrn, der die, welche aufrichtigen Herzens sind, rettet. 12Gott ist ein gerechter Richter, stark und langmütig, wird er wohl für und für zürnen? 13Wenn ihr euch nicht bekehrt, wird er sein Schwert zücken. Schon hat er seinen Bogen gespannt und hält ihn bereit. 14Er hat tödliche Geschosse darauf gelegt, seine Pfeile hat er zu Brandpfeilen gemacht. 15Siehe, jener geht schwanger mit Ungerechtigkeit, er empfängt Groll und gebiert Unrecht. 16Eine Grube macht er und gräbt sie aus, doch er stürzt in die Vertiefung, die er gemacht. 17Auf sein Haupt kehrt sein Unheil zurück und sein Frevel stürzt auf seinen Scheitel herab. 18Ich aber will den Herrn preisen nach seiner Gerechtigkeit und dem Namen des Herrn, des Allerhöchsten, lobsingen.

Neues Testament

Römerbrief 9

1Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht; da mein Gewissen mir Zeugnis gibt im Heiligen Geiste, 2dass ich große Trauer und beständigen Schmerz in meinem Herzen trage. 3Denn ich wünsche selbst, verbannt zu sein von Christus für meine Brüder, die dem Fleische nach meine Stammesgenossen sind, 4welche ja Israeliten sind, denen die Kindschaft gehört, und die Herrlichkeit, und der Bund, und die Gesetzgebung, und der Gottesdienst, und die Verheißungen, 5denen die Väter gehören und von denen Christus dem Fleische nach stammt, der da Gott über alles ist, hochgelobt in Ewigkeit! Amen. 6Nicht aber, dass Gottes Verheißung hinfällig geworden sei; denn nicht alle, welche von Israel abstammen, sind Israeliten, 7noch sind alle, die Nachkommen Abrahams sind, auch Kinder, sondern: In Isaak wird dir Nachkommenschaft genannt werden; 8das ist: Nicht die, welche Kinder des Fleisches sind, sind Kinder Gottes, sondern die, welche Kinder der Verheißung sind, werden aus Nachkommenschaft angesehen. 9Denn das Wort der Verheißung ist dieses: Um diese Zeit werde ich kommen, und Sara wird einen Sohn haben. 10Nicht allein aber sie, sondern auch Rebekka, welche au seiner Beiwohnung mit Isaak, unserm Vater, empfangen hatte. 11Denn da sie noch nicht geboren waren oder etwas Gutes oder Böses getan hatten, ward ihr, (damit der eine Auswahl treffende Ratschluß Bestand hätte), 12nicht auf Grund von Werken, sondern auf des Berufenden Willen hin gesagt: Der Ältere wird dem Jüngeren dienen, 13wie geschrieben steht: Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehasst. 14Was werden wir also sagen? Handelt Gott etwa ungerecht? Das sei ferne! 15Denn zu Moses spricht er: ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarmen will; und ich werde Barmherzigkeit erzeigen, wessen ich mich erbarmen will. 16Daher ist es nicht Sache des Wollenden, noch des Laufenden, sondern des sich erbarmenden Gottes. 17Denn die Schrift sagt zu Pharao: Eben dazu habe ich dich erweckt, dass ich an dir meine Macht zeige, und dass mein Name verkündet werde auf der ganzen Erde. 18Demnach erbarmt er sich, wessen er will, und verhärtet, wen er will. 19Du sagst mir nun: Was beschwert er sich noch? Denn wer widersteht seinem Willen? 20O Mensch! Wer bist du, dass du mit Gott rechten willst? Spricht etwa das Gebilde zu seinem Bildner: Warum hast du mich so gemacht? 21Oder hat nicht der Töpfer Gewalt über den Ton, um aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere aber zur Unehre zu machen? 22Wenn aber Gott, obgleich er seinen Zorn zeigen und seine Macht kundtun wollte, mit vieler Langmut die Gefäße des Zorns ertrug, die dem Verderben verfallen sind, 23um den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Erbarmung zu zeigen, die er zur Herrlichkeit vorherbestimmt hat, 24als welche er auch uns berufen hat, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden, 25sowie er auch bei Oseas spricht: Ich werde das Volk, welches nicht mein Volk ist, mein Volk nennen, und die Nichtgeliebte Geliebte, und die Nichtbegnadigte Begnadigte; 26und es wird geschehen, an dem Orte, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk! dort werden sie die Kinder des lebendigen Gottes genannt werden. 27Isaias aber ruft über Israel: Wenn auch die Zahl der Kinder Israels wie der Sand des Meeres ist, der Rest wird gerettet werden. 28Denn das Wort erfüllt er und beschleunigt es in Gerechtigkeit; ja schnell wird der Herr das Wort ausführen auf Erden. 29Und wie Isaias vorhergesagt hat: Wenn der Herr der Heerscharen uns nicht einen Samen übriggelassen hätte, so wären wir geworden wie Sodoma, und Gomorrha würden wir gleich sein. 30Was werden wir also sagen? Dass die Heiden, welche nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erlangt haben, die Gerechtigkeit nämlich, die aus dem Glauben ist; 31Israel hingegen ist im Streben nach dem Gesetze der Gerechtigkeit nicht zum Gesetze der Gerechtigkeit gelangt. 32Warum? Weil es nicht aus dem Glauben, sondern durch die Werke darnach strebte; den sie stießen sich an dem Steine des Anstoßes, 33wie geschrieben steht: Siehe, ich setze in Sion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden.