Bibel in einem Jahr · Tag 175 von 365

Ijob 41–42; Ps 1 · Röm 8

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das Buch Ijob 41

1Nicht wie ein Grausamer werde ich ihn reizen, denn wer kann meinem Antlitze widerstehen? 2Wer hat mir zuvor etwas gegeben, dass ich es ihm vergelten müsste? Alles, was unter dem Himmel ist, ist mein. 3Ich schone seiner nicht, mag er trotzig reden oder die Worte zum Flehen fügen. 4Wer wird die Oberfläche seines Gewandes aufdecken? Und wer mitten in seinen Rachen eindringen? 5Die Pforten seines Rachens wer tut sie auf? Rings um seine Zähne ist Schrecken gelagert. 6Sein Leib ist gegossenen Schilden gleich, dicht schließen sich die Schuppen aneinander. 7Eine schließt sich an die andere und kein Lüftchen dringt durch sie hindurch. 8Eine hängt an der andern und sie halten unzertrennlich zusammen. 9Sein Niesen ist strahlendes Feuer und seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte. 10Aus seinem Maule fahren Fackeln wie flammende Feuerbrände. 11Aus seinen Nüstern geht Rauch hervor wie aus einem erhitzten und siedenden Kessel. 12Sein Schnauben entzündet Kohlen und Flammen fahren aus seinem Rachen. 13Auf seinem Halse wohnt die Stärke und vor seinem Antlitze schreitet das Entsetzen her. 14Die Glieder seines Fleisches sind eng aneinander gefügt; wenn Blitze auf ihn fallen, dringen sie nicht weiter. 15Sein Herz ist hart wie ein Stein und gehärtet wie des Hämmerers Amboss. 16Wenn er sich erhebt, so entsetzen sich die Boten und erschreckt entsündigen sie sich. 17Greift ihn das Schwert an, so kann es nicht haften, auch Lanze nicht, noch Panzer; 18denn wie Stroh achtet er das Eisen und wie morsches Holz das Erz. 19Ihn bringt der Pfeilschütze nicht zur Flucht, in Strohhalme wandeln sich ihm die Steine der Schleuder. 20Wie Strohhalme achtet er den Hammer und lacht des laufenden Speeres. 21Unter ihm sind Sonnenstrahlen und er bettet sich auf Gold wie im Schlamme. 22Er macht wie einen Kessel des Meeres Tiefen aufwallen und erregt sie, wie wenn Salben kochend sprudeln. 23Hinter ihm leuchtet sein Pfad auf, für ergraut hält man die Flut. 24Es ist auf Erden keine Macht, die sich mit ihm messen könnte; er ist gemacht, niemanden zu fürchten. 25Er schaut auf alles Hohe, er ist der König über alle Kinder des Stolzes.

Das Buch Ijob 42

1Da antwortete Job dem Herrn und sprach: 2Ich weiß, dass du alles vermagst, und kein Gedanke ist dir verborgen. 3Wer ist der, welcher den Ratschluss verdunkelt ohne Einsicht? So habe ich denn unweise geredet, Dinge, die mein Wissen weit übersteigen. 4“Höre, so will ich reden; ich will dich fragen, antworte mir!” 5Mit des Ohres Kunde hörte ich von dir, doch nun sieht dich mein Auge! 6Darum tadle ich mich selbst und tue Buße in Staub und Asche. 7Nachdem aber der Herr diese Worte zu Job geredet, sprach er zu Eliphaz, dem Themaniter: Mein Zorn ist entbrannt wider dich und deine beiden Freunde, denn ihr habt nicht recht von mir geredet, wie mein Diener Job. 8Darum nehmet euch sieben Stiere und sieben Widder und gehet zu meinem Diener Job und bringet ein Brandopfer für euch dar; Job aber, mein Diener, soll für euch Fürbitte tun, so will ich gnädig auf ihn schauen, dass euch die Torheit nicht zugerechnet werde; denn ihr habt nicht recht vor mir geredet, wie mein Diener Job. 9So gingen Eliphaz, der Themaniter, und Baldad, der Suhiter, und Sophar, der Naamathiter, hin und taten, wie der Herr zu ihnen geredet hatte, und der Herr sah gnädig auf Job. 10Auch erwies sich der Herr gnädig und die Reue Jobs, als er für seine Freunde bat. Und der Herr gab Job alles doppelt wieder, was er besessen hatte. 11Da kamen alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn zuvor gekannt, zu ihm und aßen mit ihm Brot in seinem Hause und bewegten das Haupt über ihn und trösteten ihn wegen all des Unglücks, das der Herr über ihn gebracht, auch gaben sie ihm ein jeder ein Schaf und ein goldenes Ohrgehänge. 12Der Herr aber segnete Job nunmehr reichlicher als im Anfange. Er erhielt vierzehntausend Schafe, sechstausend Kamele, tausend Joch Ochsen und tausend Eselinnen. 13Auch bekam er sieben Söhne und drei Töchter. 14Und er nannte den Namen der ersten Tag, den Namen der zweiten Wohlgeruch und den Namen der dritten Schminkhorn. 15Im ganzen Lande aber fand man keine so schöne Frauen, als die Töchter Jobs und ihr Vater gab ihnen Erbteil unter ihren Brüdern. 16Und Job lebte hernach noch hundertundvierzig Jahre und sah seine Söhne und die Söhne seiner Söhne bis ins vierte Geschlecht und starb alt und hochbetagt.

Die Psalmen 1

1Glückselig der Mann, der nicht wandelt nach dem Rate der Bösen und auf dem Wege der Sünder nicht steht und nicht sitzt auf dem Stuhle des Verderbens, 2sondern, der am Gesetze des Herrn seine Lust hat und das Gesetz desselben betrachtet Tag und Nacht! 3Er ist wie ein Baum, der gepflanzt ist an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Laub nicht abfällt, und alles, was er tut, gelingt ihm wohl. 4Nicht also die Gottlosen, nicht also; sondern sie sind wie Staub, den der Wind von der Erde aufweht. 5darum werden die Gottlosen im Gerichte nicht bestehen und die Sünder nicht in der Gemeinde der Gerechten. 6Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten und der Pfad der Gottlosen führt ins Verderben.

Neues Testament

Römerbrief 8

1Keine Verdammnis gibt es demnach jetzt für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht nach dem Fleische wandeln. 2Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich von dem Gesetze der Sünde und des Todes frei gemacht. 3Denn was dem Gesetze unmöglich war, deshalb weil es durch das Fleisch geschwächt ward, das hat Gott bewirkt, indem er seinen Sohn in der Ähnlichkeit des Fleisches der Sünde sandte und wegen der Sünde die Sünder im Fleische verdammte, 4damit die von dem Gesetze geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geiste. 5Denn die, welche fleischlich sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber geistig sind, streben nach dem, was des Geistes ist. 6Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod; die Gesinnung des Geistes aber Leben und Friede. 7Denn das Sinnen des Fleisches ist feindlich gegen Gott, weil es sich dem Gesetze Gottes nicht unterwirft; denn es vermag dies auch nicht. 8Diejenigen aber, welche fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. 9Ihr jedoch seid nicht fleischlich, sondern geistig wenn anders der Geist Gottes in euch wohnt. Wenn aber jemand den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein. 10Wenn dagegen Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber lebt um der Rechtfertigung willen. 11Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird der, welcher Jesus Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen um seines Geistes willen, der in euch wohnt. 12Demnach, Brüder! sind wir nicht dem Fleische verpflichtet, um nach dem Fleische zu leben. 13Denn wenn ihr nach dem Fleische lebt, werdet ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Werke des Fleisches ertötet, werdet ihr leben. 14Denn alle, die vom Geiste Gottes getrieben werden, diese sind Kinder Gottes. 15Denn ihr habt nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, um euch wiederum zu fürchten, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in welchem wir rufen: Abba (Vater)! 16Denn der Geist gibt selbst unserem Geiste Zeugnis, dass wir Kinder Gottes sind. 17Wenn aber Kinder, so sind wir auch Erben: Erbe Gottes und Miterben Christi; wenn wir anders mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden. 18Denn ich halte dafür, dass die Leiden dieser Zeit nicht zu vergleichen sind mit der zukünftigen Herrlichkeit, welche an uns offenbar werden wird. 19Denn das Harren der Schöpfung erwartet die Offenbarung der Kinder Gottes. 20Denn die Schöpfung ward der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern um dessen willen, welcher sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, 21dass auch die Schöpfung selber von der Knechtschaft des Verderbnisses befreit werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung seufzt und in Wehen liegt bis jetzt. 23Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlinge des Geistes besitzen; auch wir seufzen in uns, die Annahme zur Kindschaft Gottes erwartend, die Erlösung unseres Leibes. 24Denn der Hoffnung nach sind wir gerettet. Die Hoffnung aber, welche geschaut wird, ist keine Hoffnung; denn was jemand schaut, wie hofft der noch darauf? 25Wenn wir aber das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit Geduld. 26Ebenso steht aber auch der Geist unserer Schwachheit bei; denn um was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, wissen wir nicht, aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. 27Der aber die Herzen durchforscht, weiß, was der Geist begehrt: dass er nach Gottes Wohlgefallen fürbittet für die Heiligen. 28Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach dem Ratschlusse zu Heiligen berufen sind. 29Denn die er vorher erkannt hat, hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. 30Die er aber vorherbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen, diese hat er auch gerechtfertigt; welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht. 31Was werden wir also hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer ist wider uns? 32Er, der sogar seines eigenen Sohnes nicht geschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie hat er uns nicht mit ihm alles geschenkt? 33Wer wird gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott ist es, der freispricht, 34wer ist es, der verdammen sollte? Christus Jesus ist da, der gestorben ist, ja der auch auferstanden ist, der zur rechten Hand Gottes sitzet, der auch fürbittet für uns! 35Wer also wird uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal? oder Bedrängnis? oder Hunger? oder Blöße? oder Gefahr? oder Verfolgung? oder Schwert? 36(Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind wie Schlachtschafe geachtet.) 37Aber in all diesem überwinden wir um dessen willen, der uns geliebt hat. 38Denn ich bin gewiss, das weder Tod noch Leben, weder Engel noch Herrschaften noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Macht, 39weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf im Stande sein wird, uns von der Liebe Gottes zu trennen, die da in Christus Jesus, unserm Herrn, ist.