Bibel in einem Jahr · Tag 105 von 365 · Heute

1 Kön 16–18 · Joh 7

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Altes Testament

Das 1. Buch der Könige 16

1Es erging aber das Wort des Herrn an Jehu, den Sohn Hananis, wider Baasa, also: 2Dafür dass ich dich aus dem Staube erhoben und dich zum Fürsten über mein Volk Israel gesetzt habe, du aber auf dem Wege Jeroboams gewandelt bist und mein Volk Israel zur Sünde verführt hast, so dass du mich durch ihre Sünden zum Zorne reiztest, 3siehe, werde ich die Nachkommen Baasas und die Nachkommen seines Hauses abmähen und deinem Hause tun, wie dem Hause Jeroboams, dem Sohne Nabats. 4Wer von Baasa in der Stadt stirbt, den sollen die Hunde fressen, und wer von ihm auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel des Himmels verzehren. 5Was aber sonst von Baasa zu sagen ist und was er getan und seine Kriege, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Israel beschrieben? 6Baasa also entschlief zu seinen Vätern und ward in Thersa begraben, sein Sohn Ela ward König an seiner Statt. 7Als aber durch Jehu, den Sohn Hananis, den Propheten, wider Baasa und wider sein Haus und wider alles Böse, das er vor dem Herrn getan, da er ihn durch die Werke seiner Hände reizte, das Wort erging, es werde ihm ergehen wie dem Hause Jeroboams, so tötete dieser ihn deshalb, das ist Jehu, den Sohn Hananis, den Propheten. 8Im sechsundzwanzigsten Jahre Asas, des Königs von Juda, ward Ela, der Sohn Baasas, in Thersa König von Israel, zwei Jahre. 9Sein Diener Zambri aber, der Oberste über die eine Hälfte der Reiter, empörte sich gegen ihn; Ela zechte gerade in Thersa und ward trunken im Hause Arsas, des Vorstehers von Thersa. 10Da überfiel ihn Zambri und schlug ihn und tötete ihn im siebenundzwanzigsten Jahre Asas, des Königs von Juda, und ward König an seiner Statt. 11Als er nun König geworden war und auf dem Throne Baasas saß, erschlug er dessen ganzes Haus und ließ davon keinen übrig, der die Wand näßt, weder seine Verwandten noch Freunde. 12So vertilgte Zambri das ganze Haus Baasas, dem Worte des Herrn gemäß, das er zu Baasa durch den Propheten Jehu gesprochen, 13wegen aller Sünden Baasas und der Sünden seines Sohnes Ela, welche sie begangen und zu denen sie Israel verführt hatten, indem sie den Herrn, den Gott Israels, durch ihre nichtigen Götzen zum Zorne reizten. 14Was aber sonst von Ela zu sagen ist und alles, was er getan, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Israel beschrieben? 15Im siebenundzwanzigsten Jahre Asas, des Königs von Juda, ward Zambri König, sieben Tage in Thersa; das Kriegsheer aber belagerte Gebbethon, eine Stadt der Philister. 16Als es nun hörte, dass Zambri sich empört und den König ermordet habe, machte ganz Israel an demselben Tage im Lager Amri über sich zum Könige, welcher als der Oberste des Heeres über Israel gebot. 17Amri zog alsbald mit ganz Israel von Gebbethon hin und sie belagerten Thersa. 18Als nun Zambri sah, dass die Stadt eingenommen werde, begab er sich in den Palast und verbrannte sich selbst mit dem Königshause und starb 19in seinen Sünden, die er begangen, da er tat, was vor dem Herrn böse war, und auf dem Wege Jeroboams und in dessen Sünde wandelte, durch die er Israel zur Sünde verführt hatte. 20Was aber sonst von Zambri zu sagen ist und seiner Verschwörung und Gewaltherrschaft, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Israel beschrieben? 21Hierauf spaltete sich das Volk Israel in zwei Teile: die eine Hälfte des Volkes trat auf Seite Thebnis, des Sohnes Gineths, um ihn zum Könige zu machen, die andere hing Amri an. 22Das Volk aber, welches auf der Seite Amris stand, siegte über das Volk, welches Thebni, dem Sohne Gineths, anhing; und Thebni starb und Amri ward König. 23Im einunddreißigsten Jahre Asas, des Königs von Juda, ward Amri König über Israel, zwölf Jahre; in Thersa herrschte er sechs Jahre. 24Er kaufte den Berg Samaria von Somer und zwei Talente Silbers und erbaute ihn und nannte den Namen der Stadt, die er erbaut hatte, nach dem Namen Semers, des Herrn des Berges, Samaria. 25Amri aber tat, was in den Augen des Herrn böse war, und machte es ärger als alle, die vor ihm gewesen waren. 26Und er wandelte ganz auf dem Wege Jeroboams, des Sohnes Nabats, und in dessen Sünden, durch die er Israel zur Sünde verführt hatte, dass er den Herrn, den Gott Israels, durch seine nichtigen Götzen zum Zorne reizte. 27Was aber sonst von Amri zu sagen ist und seine Kriege, die er geführt, ist das nicht in den Jahrbüchern der Könige von Israel beschrieben? 28Und Amri entschlief zu seinen Vätern und ward in Samaria begraben; sein Sohn Achab ward König an seiner Statt. 29Achab aber, der Sohn Amris, ward König über Israel im achtunddreißigsten Jahre Asas, des Königs von Asa, des Königs von Juda. Und Achab, der Sohn Amris, herrschte über Israel in Samaria zweiundzwanzig Jahre. 30Achab, der Sohn Amris, tat, was in den Augen des Herrn böse war, mehr noch als alle, die vor ihm gewesen waren. 31Ja, es war ihm nicht genug in den Sünden Jeroboams, des Sohnes Nabats, zu wandeln, überdies nahm er auch Jezabel, die Tochter Ethbaals, des Königs der Sidonier, zum Weibe. Und er ging hin und diente dem Baal und betete ihn an. 32Auch errichtete er dem Baal einen Altar im Tempel des Baal, den er in Samaria erbaut hatte, 33und pflanzte einen Hain; und Achab verübte noch mehr, den Herrn, den Gott Israels, zum Zorne reizend, mehr als alle Könige Israels, die ihm vorangegangen waren. 34Zu seiner Zeit baute Hiel von Bethel Jericho; um Abiram, seinen Erstgebornen, legte er ihren Grund und um den Preis Segubs, seines Jüngsten, setzte er ihre Tore ein, dem Wort des Herrn gemäß, das er durch Josue, den Sohn Nuns, gesprochen hatte.

Das 1. Buch der Könige 17

1Und Elias, der Thesbiter, von den Einwohnern Galaads, sprach zu Achab: So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, vor dessen Angesicht ich stehe, es soll diese Jahre hindurch weder Tau noch Regen fallen außer auf mein Wort hin! 2Und das Wort des Herrn erging an ihn also: 3Ziehe hinweg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bache Karith, welcher dem Jordan gegenüber ist, 4und trinke daselbst aus dem Bache; ich habe den Raben geboten, dich daselbst zu ernähren. 5Da ging er hin und tat nach dem Worte des Herrn und von dannen gezogen, ließ er sich am Bache Karith nieder, welcher dem Jordan gegenüber ist. 6Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen, desgleichen Brot und Fleisch am Abend, und er trank aus dem Bache. 7Aber nach einiger Zeit vertrocknete der Bach, den es war kein Regen über das Land gekommen. 8Da erging das Wort des Herrn an ihn also: 9Mache dich auf und gehe nach Sarephta im Lande der Sidonier und bleibe daselbst, denn ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu ernähren. 10Da machte er sich auf und ging nach Sarephta. Als er zum Tore der Stadt kam, sah er eine Witwe, welche Holz auflas, und er rief sie an und sprach zu ihr: Gib mir ein wenig Wasser in einem Gefäße zu trinken! 11Als sie nun hinging, es zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch, ich bitte, einen Bissen Brot in deiner Hand mit! 12Da antwortete sie: So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe kein Brot, sondern nur so viel Mehl im Gefäße als eine Hand fassen kann und ein wenig Öl im Kruge. Siehe, ich lese ein Paar Stücke Holz auf, um hinzugehen und für mich und meinen Sohn Brot zuzubereiten, dass wir essen und sterben. 13Elias entgegnete ihr: Fürchte dich nicht, sondern gehe hin und tue, wie du gesagt hast; aber mache mir zuerst von dem wenigen Mehle einen kleinen Aschenkuchen und bringe ihn mir; und dir und deinem Sohne magst du darnach bereiten! 14Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Das Mehlgefäß soll nicht abnehmen und der Ölkrug soll nicht mehr leer werden bis zum Tage, an dem der Herr auf die Erde Regen senden wird. 15Da ging sie hin und tat nach dem Worte des Elias und er aß und sie selbst und ihr Haus; von diesem Tage an 16nahm das Mehlgefäß nicht ab und der Ölkrug ward nicht mehr leer, dem Worte des Herrn gemäß, das er durch Elias gesprochen hatte. 17Es geschah aber hiernach, dass der Sohn der Hausfrau erkrankte und die Krankheit nahm sehr an Heftigkeit zu, so dass kein Odem mehr in ihm blieb. 18Da sprach sie zu Elias: Lass mich, Mann Gottes! Bist du zu mir gekommen, meine Sünden wieder in Erinnerung zu bringen und meinen Sohn zu töten? 19Elias aber sprach zu ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoße und trug ihn in das Obergemach, wo er sich aufhielt, und legte ihn auf sein Bett. 20Dann rief er zu dem Herrn und sprach: Herr, mein Gott! auch die Witwe, bei der ich, so gut es geschehen kann, genährt werde, strafst du, dass du ihren Sohn tötest? 21Darauf streckte er sich dreimal der Länge nach über den Knaben aus und rief zu dem Herrn und sprach: Herr, mein Gott, ich bitte, lass die Seele dieses Knaben wieder in seinen Leib zurückkehren! 22Der Herr aber hörte auf das Rufen des Elias und die Seele des Knaben kehrte wieder zu ihm zurück und er ward wieder lebendig. 23Da nahm Elias den Knaben und brachte ihn aus dem Obergemach in den unteren Teil des Hauses und übergab ihn seiner Mutter und sprach zu ihr: Siehe, dein Sohn lebt! 24Das Weib aber sprach zu Elias: Daran erkenne ich nun, dass du ein Mann Gottes bist und das Wort des Herrn in deinem Munde Wahrheit ist.

Das 1. Buch der Könige 18

1Eine lange Zeit darnach erging das Wort des Herrn an Elias im dritten Jahre also: Gehe hin und zeige dich Achab, dass ich wieder Regen auf den Erdboden kommen lasse. 2Alsbald ging Elias hin, um sich Achab zu zeigen, es war aber eine gewaltige Hungersnot in Samaria. 3Und Achab rief Abdias, den Vorsteher seines Hauses, Abdias aber fürchtete den Herrn sehr. 4Denn als Jezabel die Propheten des Herrn ermordete, nahm er hundert Propheten und versteckte sie, je fünfzig und fünfzig, in Höhlen und versorgte sie mit Brot und Wasser. 5Achab also sprach zu Abdias: Gehe durch das Land zu sämtlichen Wasserquellen und in alle Täler, ob wir etwa Gras finden können, um die Pferde und Maultiere am Leben zu erhalten, dass nicht alles Vieh umkomme. 6Da teilten sie sich in das Land, um es zu durchziehen, Achab zog auf dem einen Wege und Abdias auf dem andern Wege allein. 7Als nun Abdias auf dem Wege war, kam ihm Elias entgegen. Als er diesen erkannte, fiel er auf sein Angesicht nieder und sprach: Bist du es, mein Herr, Elias? 8Dieser antwortete ihm: Ich bin es. Gehe hin und sage deinem Herrn: Elias ist da! 9Er aber sprach: Was habe ich gesündigt, dass du mich, deinen Diener, in die Hand Achabs überlieferst, damit er mich töte? 10So wahr der Herr, dein Gott, lebt, es gibt kein Volk noch ein Reich, wohin mein Herr nicht gesandt hätte, dich zu suchen; und wenn sie dann alle antworteten: Er ist nicht da! nahm er einen Eid von jedem Reiche und Volke, dass man dich nicht gefunden habe. 11Und jetzt sagst du mir: gehe hin und sage deinem Herrn: Elias ist da! 12Wenn ich nun vor dir weggehe, so wird der Geist des Herrn dich an einen Ort tragen, den ich nicht kenne, und komme ich dann, um es Achab zu verkünden, und er findet dich nicht, so wird er mich töten; und doch fürchtet dein Diener den Herrn von seiner Jugend an. 13Ist es denn dir, meinem Herrn, nicht kundgetan worden, was ich getan habe, als Jezabel die Propheten des Herrn tötete, dass ich von den Propheten des Herrn hundert, je fünfzig und fünfzig, in Höhlen versteckte und sie mit Brot und Wasser versorgte? 14Und nun sprichst du: Gehe hin und sage deinem Herrn: Elias ist da! damit er mich töte? 15Elias aber sprach: So wahr der Herr der Heerscharen lebt, vor dessen Angesicht ich stehe, heute werde ich mich vor ihm zeigen. 16Da zog Abdias dem Achab entgegen und zeigte es ihm an und Achab kam dem Elias entgegen. 17Als er ihn sah, sprach er: Bist du es, der Israel in Verwirrung bringt? 18Er sprach: Nicht ich habe Israel in Verwirrung gebracht, sondern du und das Haus deines Vaters, die ihr die Gebote des Herrn verlassen habt und Baalen nachgegangen seid. 19Nun aber sende hin und versammle das gesamte Israel zu mir auf den Berg Karmel und die vierhundertfünfzig Propheten Baals und die vierhundert Propheten der Haine, welche von dem Tische Jezabels essen. 20Da sandte Achab zu allen Söhnen Israels und versammelte die Propheten auf dem Berge Karmel. 21Elias aber trat vor das ganze Volk und sprach: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der Herr Gott, so folget ihm nach; ist es aber Baal, so folget diesem. Und das Volk antwortete ihm kein Wort. 22Da sprach Elias abermals zum Volke: Ich bin allein noch als Prophet des Herrn übrig geblieben, der Propheten Baals aber sind vierhundertfünfzig. 23Man gebe uns zwei Rinder, dann mögen jene sich ein Rind erwählen und es zerstückeln und auf Holzscheite legen, jedoch kein Feuer anzünden. 24Alsdann rufet die Namen euerer Götter an. Und ich werde den Namen meines Herrn anrufen und der Gott, der alsdann mit Feuer erhört, dieser soll Gott sein. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Der Vorschlag ist gut. 25Elias also sprach zu den Propheten des Baal: Wählet zuerst ihr euch ein Rind und richtet es zu, denn ihr seid viele, und rufet die Namen eurer Götter an, aber leget kein Feuer darunter an. 26Da nahmen sie das Rind, das er ihnen gegeben hatte, und richteten es zu; und sie riefen den Namen Baals an vom Morgen bis zum Mittag, indem sie sprachen: Baal, erhöre uns! Aber da war kein Laut und niemand, der antwortete, und sie sprangen über den Altar, den sie gemacht hatten. 27Als es nun schon Mittag war, verspottete Elias sie und sprach: Rufet lauter, er ist ja ein Gott! Vielleicht ist er im Gespräche oder im Gasthause oder auf der Reise oder er schläft vielleicht, dass er aufgeweckt werden muss. 28So riefen sie denn mit lauter Stimme und machten sich nach ihrem Gebrauche Einschnitte mit Messern und Pfriemen, bis sie mit Blut bedeckt waren. 29Als aber Mittag vorüber war und über ihrer Gaukelei die Zeit gekommen war, zu der man das Opfer darzubringen pflegt, und noch immer kein Laut zu hören war und niemand auf ihr Gebet antwortete oder merkte, 30sprach Elias zu dem ganzen Volke: Kommet zu mir her. Als nun das Volk zu ihm trat, richtete er den Altar des Herrn, der zerstört war, auf. 31Und er nahm zwölf Steine, nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs, an welchen das Wort des Herrn also erging: Israel soll dein Name sein! 32Und er baute aus den Steinen einen Altar im Namen des Herrn und machte eine Wassergrube, etwa zwei Furchen breit, rings um den Altar, 33sodann schichtete er das Holz auf, zerteilte das Rind, legte es auf die Holzscheite 34und sprach: Füllet vier Krüge mit Wasser und gießet es auf das Brandopfer und auf das Holz! Und wiederum sprach er: tuet es noch einmal! Und als sie es zum zweiten Mal getan hatten, sprach er: Tuet es zum dritten Mal! Und sie taten es zum dritten Mal, 35so dass das Wasser rings um den Altar floss und die Grube sich mit Wasser füllte. 36Als es nun schon Zeit war, das Brandopfer darzubringen, trat der Prophet Elias hinzu und sprach: Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels! Zeige heute, dass du der Gott Israels bist und ich dein Diener und dass ich dies alles nach deinem Befehle getan habe. 37Erhöre mich, Herr, erhöre mich, damit dieses Volk inne werde, dass du, Herr, Gott bist und du ihr Herz wieder gewendet hast! 38Da fiel Feuer vom Herrn herab und verzehrte das Brandopfer, das Holz und die Steine, auch den Staub und das Wasser, das in der Wassergrube war, leckte es auf. 39Als das ganze Volk dies sah, fiel es auf sein Angesicht und sprach: Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! 40Elias sprach zu ihnen: Greifet die Propheten Baals, dass auch nicht einer von ihnen entrinne! Da ergriffen sie dieselben und Elias führte sie an den Bach Kison und tötete sie daselbst. 41Hierauf sprach Elias zu Achab: gehe hinauf, iss und trink, denn es rauscht, als ziehe ein gewaltiger Regen heran. 42Da ging Achab hin, um zu essen und zu trinken, Elias aber stieg auf den Gipfel des Karmel und warf sich zur Erde nieder, das Angesicht zwischen seinen Knieen bergend. 43Und er sprach zu seinem Diener: Gehe hin und schaue gegen das Meer aus. Dieser ging hin und schaute aus und sprach: Es ist nichts da! Da sprach er wiederum zu ihm: Gehe wieder hin, siebenmal! 44Beim siebten Mal aber, siehe, da kam ein kleines Wölkchen wie eines Mannes Fußspur vom Meere her herauf und er sprach: Gehe hin und sage zu Achab: Spanne deinen Wagen an und fahre fort, dass der Regen dich nicht überfalle! 45Und während er sich hierhin und dorthin wandte, siehe, da ward der Himmel finster und es kamen Wolken und Wind und ein starker Regen. Alsbald machte Achab sich auf und zog nach Jezrahel. 46Und die Hand des Herrn kam über Elias, er gürtete seine Lenden und lief vor Achab her, bis er nach Jezrahel kam.

Neues Testament

Johannesevangelium 7

1Hierauf wandelte Jesus in Galiläa umher; denn in Judäa wollte er nicht umherwandeln, weil ihn die Juden umzubringen suchten. 2Es war aber ein Fest der Juden, das Laubhüttenfest, sehr nahe. 3Da sprachen seine Brüder zu ihm: Begib dich weg von hier, und gehe nach Judäa, damit auch deine Jünger deine Werke sehen, welche du tust. 4Denn niemand tut etwas im Verborgenen, und sucht dabei allgemein bekannt zu sein. Wenn du solche Dinge tust, so mache dich der Welt kund. 5Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. 6Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht gekommen; eure Zeit aber ist immer gelegen. 7Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber hasset sie; denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind. 8Gehet ihr hinauf zu diesem Feste, ich aber gehe nicht hinauf zu diesem Feste; denn meine Zeit ist noch nicht erfüllt. 9Also sprach er, und blieb in Galiläa. 10Nachdem aber seine Brüder hinaufgezogen waren, ging auch er hinauf zu dem Feste, nicht offenbar, sondern wie im Geheimen. 11Die Juden nun suchten ihn an dem Feste, und sprachen: Wo ist er doch? 12Und es war viel Redens unter dem Volke von ihm. Denn die einen sagten: Er ist gut. Andere aber sagten: Nein, sondern er verführet das Volk. 13Niemand jedoch redete offen von ihm aus Furcht vor den Juden. 14Als aber das Fest schon halb vorüber war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. 15Und die Juden verwunderten sich, und sprachen: Wie versteht dieser die Schriftgelehrsamkeit, da er sie nicht gelernt hat? 16Jesus antwortete ihnen, und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat. 17Wenn jemand dessen Willen tun will, so wird er inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich aus mir selber rede. 18Wer aus sich selber redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaft, und es ist keine Ungerechtigkeit in ihm. 19Hat euch nicht Moses das Gesetz gegeben? Und niemand von euch hält das Gesetz. 20Warum suchet ihr mich zu töten? Das Volk antwortete, und sprach: Du hast einen bösen Geist! Wer suchet dich zu töten? 21Jesus antwortete, und sprach zu ihnen: Ein einziges Werk habe ich getan, und ihr alle verwundert euch. 22Deshalb hat Moses euch die Beschneidung gegeben (nicht als ob sie von Moses herrührte, sondern von den Vätern), und ihr beschneidet einen Menschen am Sabbate. 23Wenn nun ein Mensch am Sabbate die Beschneidung empfängt, ohne dass das Gesetz Moses ´verletzt wird, zürnet ihr über mich, dass ich am Sabbate einen ganzen Menschen gesund gemacht habe? 24Richtet nicht nach dem Scheine, sondern fället ein gerechtes Urteil! 25Da sprachen einige von Jerusalem: Ist dies nicht der, den sie zu töten suchen? 26Und sehet, er redet freimütig, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Vorsteher wirklich erkannt, dass er Christus ist? 27Jedoch von diesem wissen wir ja, woher er ist; wenn aber Christus kommen wird, so weiss niemand, woher er ist. 28Da rief Jesus im Tempel, lehrte und sprach: Wohl kennet ihr mich, und wisset, woher ich bin; und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern wahrhaft ist, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennet. 29Ich kenne ihn; denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt. 30Sie suchten ihn also zu ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. 31Von dem Volke aber glaubten viele an ihn, und sprachen: Wenn Christus kommt, wird er etwa mehr Wunder tun als dieser tut? 32Die Pharisäer hörten, dass das Volk dies von ihm murmelte; denn die Hohenpriester und Pharisäer schickten Diener aus, dass sie ihn ergreifen sollten. 33Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kurze Zeit bin ich bei euch; und ich gehe zu dem, der mich gesandt hat. 34Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnet ihr nicht kommen. 35Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will dieser gehen, dass wir ihn nicht finden werden? Er will doch nicht etwa in die Zerstreuung unter die Heiden gehen, und die Heiden lehren? 36Was ist das für eine Rede, die er gesprochen hat: Ihr werdet mich suchen, und nicht finden; und wo ich bin, dahin könnet ihr nicht kommen? 37Am letzten, großen Tage des Festes aber trat Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir, und trinke. 38Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen! 39Dies sagte er aber von dem Geiste, welchen diejenigen empfangen sollten, die an ihn glauben würden; denn noch war der Geist nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlichet war. 40Als nun einige aus dem Volke diese seine Worte hörten, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet! 41Andere sagten: Dieser ist Christus! Wieder andere aber sprachen: Soll Christus etwa aus Galiläa kommen? 42Sagt nicht die Schrift: Aus der Nachkommenschaft Davids, und aus dem Flecken Bethlehem, wo David war, kommt Christus? 43Es entstand also unter dem Volke eine Spaltung um seinetwillen. 44Einige aber von ihnen wollten ihn ergreifen; allein niemand legte Hand an ihn. 45Es kamen also die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? 46Die Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet, wie dieser Mensch! 47Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid etwa auch ihr verführt? 48Ist etwa jemand von den Vorstehern oder Pharisäern gläubig geworden? 49Doch dieses Volk, welches das Gesetz nicht kennt, verflucht sind sie! 50Da sprach Nikodemus zu ihnen, derselbe, welcher des Nachts zu ihm gekommen, und einer von ihnen war: 51Richtet etwa unser Gesetz einen Menschen, wenn es ihn nicht zuvor verhört, und erkannt hat, was er tut? 52Sie antworteten, und sprachen zu ihm: Bist etwa auch du ein Galiläer? Durchforsche die Schrift, und siehe, dass aus Galiläa kein Prophet ersteht! 53Und sie kehrten zurück, ein jeder in sein Haus.