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Die Bibel in einem Jahr · Tag 8 von 365

Genesis 15–16

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Genesis 15

1Nach diesen Begebenheiten erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesichte, und er sprach: Fürchte dich nicht, Abram! ich bin dein Beschirmer, und dein Lohn wird überaus groß sein. 2Abram sprach: Herr, Gott! was willst du mir geben? Ich gehe kinderlos dahin, und der Sohn meines Hausverwalters, des Damasceners Eliezer ist es. 3Und Abram sprach: Mir aber hast du keine Nachkommen gegeben; so wird denn mein hausgeborener Knecht mein Erbe sein. 4Alsbald erging das Wort des Herrn an ihn, also: Nicht dieser wird dein Erbe sein, sondern einer, der von deinem Leibe kommt, ihn wirst du zum Erben haben. 5Und er führte ihn hinaus und sprach zu ihm: Blicke auf zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du kannst! Und er sprach zu ihm: So wird deine Nachkommenschaft sein! 6Abram glaubte Gott, und dies ward ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. 7Und Gott sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa geführt hat, um dir dieses Land zu geben, dass du es besitzest. 8Er aber sprach: Herr, Gott! woran kann ich es erkennen, dass ich es besitzen werde? 9Und der Herr antwortete und sprach: Nimm mir eine dreijährige Kuh, und eine dreijährige Ziege, und einen dreijährigen Widder, auch eine Turteltaube und eine andere Taube. 10Da nahm er dieses alles, und teilte jedes je in zwei gleiche Teile, und legte je die beiden Teile einander gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. 11Da stießen die Raubvögel auf die Leichname herab, Abram aber vertrieb sie. 12Als nun die Sonne unterging, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und großer Schrecken, tiefe Finsternis überfiel ihn. 13Und es ward zu ihm gesagt: Wisse und erfahre zum voraus, dass deine Nachkommenschaft fremd sein wird in einem Lande, das ihnen nicht gehört, und man wird sie dienstbar machen und hart bedrücken, vierhundert Jahre lang. 14Aber das Volk, dem sie dienstbar sein werden, werde ich richten; und darnach werden sie ausziehen mit reicher Habe. 15Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in hohem Alter begraben werden. 16Im vierten Geschlechte aber werden sie hierher zurückkehren; denn bis zur Stunde haben die Sünden der Amorrhiter noch nicht ihr volles Maß erreicht. 17Als nun die Sonne untergegangen war, entstand eine dichte Finsternis, und ein rauchender Ofen erschien, und eine Feuerflamme, welche zwischen jenen geteilten Stücken hindurch ging. 18An diesem Tage schloss der Herr einen Bund mit Abram, und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben, vom Strome Ägyptens an bis zum großen Euphratstrome, 19das Land der Kiniter, Keneziter, Kedmoniter, 20Hethiter, Phereziter, Raphaiter, 21Amorrhiter, Chananiter, Gergesiter, und Jebusiter.

Genesis 16

1Sarai nun, Abrams Weib, hatte keine Kinder geboren; da sie aber eine Magd, eine Ägypterin, Namens Agar, hatte, 2sprach sie zu ihrem Manne: Siehe, der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebäre; gehe also zu meiner Magd ein, vielleicht erhalte ich doch aus ihr Kinder. Und da er ihrer Bitte nachgab, 3nahm sie Agar, ihre ägyptische Magd, nachdem sie zehn Jahre im Lande Chanaan gewohnt hatten, und gab sie ihrem Manne zum Weibe. 4Und er ging zu ihr ein. Als diese aber sah, dass sie empfangen hatte, verachtete sie ihre Gebieterin. 5Da sprach Sarai zu Abram: Du handelst unrecht an mir; ich habe meine Magd in deinen Schoß gegeben, da sie nun aber sieht, dass sie empfangen hat, verachtet sie mich; der Herr richte zwischen mir und dir! 6Abram aber antwortete ihr, und sprach: Siehe, deine Magd ist in deiner Gewalt, verfahre mit ihr, wie es dir gutdünkt. Da nun Sarai sie härter behandelte, ergriff sie die Flucht. 7Da fand sie der Engel des Herrn in der Wüste, an der Wasserquelle, welche auf dem Berg nach Sur in der Wüste ist, 8und sprach zu ihr: Agar, Magd Sarais! woher kommst du? und wohin gehst du? Sie antwortete: ich fliehe vor Sarai, meiner Gebieterin. 9Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Kehre um zu deiner Gebieterin und demütige dich unter ihre Hand. 10Und wiederum sprach er: Ich will deine Nachkommenschaft überaus zahlreich machen, dass sie vor Menge unzählbar wird. 11Und hierauf sprach er: Siehe, du hast empfangen und wirst einen Sohn gebären; den sollst du Ismael nennen, weil der Herr auf deine Bedrängnis gehört hat. 12Er wird ein wilder Mensch sein, seine Hand gegen alle, und aller Hand gegen ihn; und allen seinen Brüdern gegenüber wird er seine Zelte aufschlagen. 13Da nannte sie den Namen des Herrn, der mit ihr geredet: Du Gott, der mich gesehen. Denn, sagte sie, fürwahr! hier habe ich dem nachgesehen, der mich sah. 14Darum nannte man jenen Brunnen den Brunnen des Lebendigen und des mich Sehenden. Er ist zwischen Kades und Barad. 15Und Agar gebar Abram einen Sohn, und dieser nannte seinen Namen Ismael. 16Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als Agar ihm Ismael gebar.

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