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Die Bibel in einem Jahr · Tag 55 von 365

Josua 1–4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Josua 1

1Und es begab sich nach dem Tode Moses, des Dieners des Herrn, dass der Herr zu Josue, dem Sohne Nuns, dem Diener Moses, redete, und zu ihm sprach: 2Moses, mein Diener, ist gestorben; mache dich auf und ziehe über den Jordan dort, du und das ganze Volk mit dir, in das Land, welches ich den Söhnen Israels geben werde. 3Jeden Ort, den euer Fuß betritt, werde ich euch geben, wie ich zu Moses gesprochen habe. 4Von der Wüste und dem Libanon bis an den großen Strom Euphrat, das ganze Land der Hethiter bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang soll euer Gebiet sein. 5Niemand wird euch stand halten können alle Tage deines Lebens hindurch; wie ich mit Moses gewesen bin, so werde ich mit dir sein; ich werde dich nicht preisgeben und dich nicht verlassen. 6Sei stark und mutig! Denn du sollst das Land, das ich ihren Vätern geschworen habe, ihnen zu geben, durch das Los unter dies Volk verteilen. 7Sei also stark und sehr mutig, dass du das ganze Gesetz, welches dir Moses, mein Diener, gegeben hat, haltest und tuest; weiche davon weder zur Rechten noch zur Linken, damit du weise seiest in allem, was du tust. 8Das Buch des Gesetzes komme nicht von deinem Munde, sondern sinne darüber Tag und Nacht, damit du alles haltest und tuest, was in demselben geschrieben ist; dann wirst du deinen Weg recht gehen und weise handeln. 9Siehe, ich gebiete dir, sei stark und mutig! Fürchte dich nicht und zage nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternehmen wirst. 10Da gebot Josue den Fürsten des Volkes und sprach: Gehet durch das Lager hindurch, und gebietet dem Volke und sprechet: 11Bereitet euch Zehrung vor; denn nach drei Tagen sollt ihr den Jordan überschreiten und einziehen, das Land in Besitz zu nehmen, welches der Herr, euer Gott, euch geben will. 12Und zu den Rubeniten und Gaditen und dem halben Stamme Manasse sprach er: 13Gedenket des Befehles, welchen euch Moses, der Diener des Herrn, gegeben hat, da er sprach: Der Herr, euer Gott, hat euch Ruhe verliehen und das ganze Land. 14Eure Frauen und Kinder, und euer Vieh sollen in dem Lande bleiben, welches euch Moses jenseits des Jordans gegeben hat; ihr aber, alle streitbaren Männer, ziehet bewaffnet vor euren Brüdern her und kämpfet für sie, 15bis der Herr euern Brüdern Ruhe gibt, wie er sie euch gewährt hat, und auch sie das Land in Besitz nehmen, das der Herr, euer Gott, ihnen geben will; alsdann möget ihr in das Land, das euch als Besitz zugehört, zurückkehren und in dem Lande wohnen, das euch Moses, der Diener des Herrn, jenseits des Jordans gegen Sonnenaufgang gegeben hat. 16Da antworteten sie Josue und sprachen: Alles, was du uns geboten hast, wollen wir tun; und wohin du uns immer sendest, wollen wir gehen. 17Wie wir Moses in allem gehorsam gewesen sind, so wollen wir auch an dir gehorsam sein; möge nur der Herr, dein Gott, mit dir sein, wie er mit Moses war. 18Wer deinem Munde widerspricht und nicht allen befehlen, die du ihm gibst, gehorsam ist, der soll sterben; sei du nur mutig und handle männlich!

Josua 2

1Und Josue, der Sohn Nuns, sandte im Geheimen zwei Männer als Kundschafter von Setim aus und sprach zu ihnen: Gehet hin und besichtiget das Land und die Stadt Jericho! Diese zogen hin und traten in das Haus einer Buhlerin, mit Namen Rahab, ein und blieben bei ihr zu Nacht. 2Da wurde dem Könige von Jericho gemeldet und gesagt: Siehe, es sind Männer von den Söhnen Israels des Nachts hierher gekommen, um das Land auszukundschaften. 3Da sandte der König von Jericho zu Rahab und ließ ihr sagen: Führe die Männer heraus, die zu dir gekommen und in dein Haus eingekehrt sind; denn sie sind Kundschafter und sind gekommen, das ganze Land auszuspähen. 4das Weib aber nahm die Männer, verbarg sie und sprach: Ich gestehe, sie sind zu mir gekommen, aber ich wusste nicht, woher sie waren; 5und als bei Anbruch der Dunkelheit das Tor geschlossen ward, gingen auch sie zur gleichen Zeit hinaus, und ich weiß nicht, wohin sie gegangen sind; setzet ihnen eilig nach, so werdet ihr sie einholen. 6Die hatte aber die Männer auf das Dach ihres Hauses steigen lassen und mit Flachsstengeln bedeckt, welche daselbst waren. 7Die ausgesandten Männer aber verfolgten sie auf dem Wege, der zur Furt des Jordans führt; und nachdem sie hinausgegangen waren, wurde das Tor alsbald geschlossen. 8Noch waren die beiden, welche sich verborgen hielten, nicht eingeschlafen, siehe, da stieg das Weib zu ihnen hinauf und sprach: 9Ich weiß, dass der Herr euch das Land überliefert hat; denn Schrecken vor euch hat uns befallen und alle Bewohner des Landes sind verzagt geworden. 10Wir haben gehört, dass der Herr das Wasser des roten Meeres, als ihr in dasselbe hineinschrittet, vertrocknen ließ, damals als ihr aus Ägypten auszoget; und was ihr den beiden Königen der Amorrhiter, die jenseits des Jordans waren, getan habt, dem Sehon und Og, welche ihr getötet habt. 11Als wir dies hörten, erschraken wir, und unser Herz wurde verzagt, und der Mut entfiel uns bei eurem Einzuge; denn der Herr, euer Gott, ist Gott im Himmel droben und auf Erden hienieden. 12So schwöret mir nun bei dem Herrn, dass, wie ich an euch Barmherzigkeit geübt habe, auch ihr an dem Hause meines Vaters tun wollt; und gebet mir ein zuverlässiges Zeichen, 13dass ihr meinen Vater und meine Mutter, und meine Brüder, und meine Schwestern, und alles, was ihnen zugehört, retten und uns vor dem Tode bewahren wollt. 14da antworteten sie ihr: Unsere Seele soll an eurer Stelle des Todes sein, wofern du uns indes nicht verrätst; und wenn uns der Herr das Land überliefert, so werden wir dir Barmherzigkeit und Treue erweisen. 15Da ließ sie dieselben an einem Seile durch das Fenster hinab, denn ihr Haus lag an der Mauer. 16Und sie sprach zu ihnen: Steiget auf das Gebirge hinauf, damit sie bei ihrer Rückkehr nicht etwa auf euch treffen; haltet euch daselbst drei Tage lang verborgen, bis sie zurückgekehrt sind, und alsdann ziehet eures Weges. 17Da sprachen sie zu ihr: Wir werden von diesem Eide, mit dem du uns beschworen hast, frei sein, 18wenn wir in das Land kommen und diese rote Schnur zum Zeichen dienen wird; und du sie an das Fenster, durch welches du uns hinabgelassen, gebunden, und deinen Vater, deine Mutter, deine Brüder und deine ganze Verwandtschaft in deinem Hause versammelt hast. 19Wer dann zur Tür deines Hauses hinausgeht, dessen Blut sei auf seinem Haupte, und wir werden unschuldig sein. Das Blut aller aber, welche bei dir im Hause sein werden, soll auf unser Haupt kommen, wenn sie jemand antastet. 20Wenn du uns aber verraten und diese Sache wolltest bekannt werden lassen, so werden wir von dem Eide, mit dem du uns beschworen hast, frei sein. 21Sie antwortete: Wie ihr gesagt habt, so sei es; und sie ließ sie fortziehen und band die rote Schnur an das Fenster. 22Da zogen sie von dannen, und kamen auf das Gebirge, und blieben daselbst drei Tage, bis die, welche sie verfolgten, zurückkehrten; denn sie suchten sie auf allen Wegen und fanden sie nicht. 23Als diese nun in die Stadt hineingegangen waren, kehrten die Kundschafter zurück, stiegen vom Gebirge herab, setzten über den Jordan, und kamen zu Josue, dem Sohne Nuns, und erzählten ihm alles, was ihnen begegnet war, 24und sprachen: Der Herr hat dies ganze Land in unsere Hände überliefert und alle seine Bewohner sind von Furcht bestürzt.

Josua 3

1Da erhob sich Josue des Nachts und brach auf; und sie zogen von Setim weiter, und kamen an den Jordan, er und alle Söhne Israels, und blieben daselbst drei Tage. 2Nach Verlauf derselben gingen die Herolde mitten durch das Lager 3und begannen zu rufen: Wenn ihr die Lade des Bundes des Herrn, eures Gottes, sehen werdet und die Priester vom Stamme Levi sie tragen, so machet auch ihr euch auf und folget ihnen, wenn sie vor euch herziehen; 4doch bleibe zwischen euch und der Lade ein Raum von zweitausend Ellen, damit ihr sie aus der Ferne sehen und wissen könnet, welchen Weg ihr zu ziehen habt; denn ihr seid denselben noch nicht gezogen; und hütet euch, der Lade nahe zu kommen. 5Dann sprach Josue zu dem Volke: Heiliget euch! denn morgen wird der Herr unter euch Wunder tun. 6Und zu den Priestern sprach er: Hebet die Lade des Bundes auf und ziehet vor dem Volke her! Sie taten, was er befohlen, und nahmen dieselbe und zogen vor ihnen her. 7Und der Herr sprach zu Josue: Heute werde ich anfangen, dich vor ganz Israel zu verherrlichen, damit sie wissen, dass, wie ich mit Moses war, ich ebenso mit dir bin. 8Du aber befiehl den Priestern, welche die Lade des Bundes tragen, und sprich zu ihnen: Wenn ihr in einen Teil des Wassers des Jordans getreten seid, so bleibet dort stehen. 9Und Josue sprach zu den Söhnen Israels: Tretet hierher und höret das Wort des Herrn, eures Gottes! 10Und wieder sprach er: Daran möget ihr erkennen, dass der Herr, der lebendige Gott, in eurer Mitte ist und vor euch die Chananiter, Hethiter, Heviter, Phereziter, Gergesiter, Jebusiter und Ammorhiter vertilgen wird. 11Sehet, die Lade des Bundes des Herrn der ganzen Erde wird durch den Jordan vor euch hergehen. 12So bestimmet denn aus den Stämmen Israels zwölf Männer, je einen aus jedem Stamme. 13Und wenn die Priester, welche die Lade des Herrn, des Gottes der ganzen Erde, tragen, mit ihren Füßen in das Wasser des Jordans getreten sind, so wird das Wasser, das unterhalb ist, abfließen und abnehmen; das Wasser aber, das von oben kommt, wird wie ein Wall stehen bleiben. 14Da verließ das Volk seine Zelte, um über den Jordan zu gehen; und die Priester, welche die Lade des Bundes trugen, zogen vor demselben her. 15Als diese nun in den Jordan hineingestiegen waren und ihre Füße in einen Teil des Wassers tauchten (der Jordan aber hatte zur Zeit der Ernte die Ufer seines Bettes ausgefüllt), 16blieb das von oben herabfließende Wasser an einer Stelle stehen und erschien aufgetürmt wie ein Berg in weiter Entfernung von der Stadt, die Adom heißt, bis an den Ort Sarthan; das Wasser aber unterhalb floß in das Wüstenmeer (welches nun das tote Meer heißt), bis es sich ganz verlor. 17Das Volk aber zog Jericho gegenüber hinein und die Priester, welche die Lade des Bundes des Herrn trugen, standen umgürtet, mitten im Jordan, auf trockenem Boden und alles Volk zog durch das trockene Flussbett hindurch.

Josua 4

1Als sie nun hinübergezogen waren, sprach der Herr zu Josue: 2Wähle zwölf Männer aus, je einen von jedem Stamme, 3und befiehl ihnen, mitten aus dem Bette des Jordans, da wo die Füße der Priester gestanden haben, zwölf harte Steine zu nehmen; diese stellet an dem Lagerorte auf, wo ihr in dieser Nacht die Zelte aufschlagen werdet. 4Da berief Josue die zwölf Männer, welche er aus den Söhnen Israels auserwählt hatte, je einen von jedem Stamme, 5und sprach zu ihnen: Gehet vor der Lade des Herrn, eures Gottes, mitten in den Jordan hinein, und hebet ein jeder von dort einen Stein auf seine Schultern, nach der Zahl der Söhne Israels, 6damit es unter euch als Denkzeichen diene; und wenn eure Söhne euch in Zukunft fragen und sagen werden: Was bedeuten diese Steine? 7so sollt ihr ihnen antworten: Das Wasser des Jordans wich vor der Lade des Bundes des Herrn, als sie durch denselben hindurchzog; darum sind diese Steine als Denkmal für die Söhne Israels auf immer aufgestellt worden. 8Da taten die Söhne Israels, wie ihnen Josue gebt, und trugen zwölf Steine mitten aus dem Bette des Jordans, wie der Herr ihm befohlen hatte, nach der Zahl der Söhne Israels, bis an den Ort, wo sie lagerten, und richteten sie daselbst auf. 9Und Josue richtete mitten im Bette des Jordans zwölf andere Steine auf, an der Stelle, wo die Priester standen, welche die Lade des Bundes trugen; und dort sind sie noch bis auf den heutigen Tag. 10Die Priester aber, welche die Lade trugen, blieben mitten im Jordan stehen, bis alles vollendet war, was der Herr dem Josue geboten hatte, dem Volke zu sagen, und was Moses ihm gesagt hatte. Und das Volk zog eilends hinüber. 11Als nun alle hinübergegangen waren, zog auch die Lade des Herrn hinüber und die Priester gingen vor dem Volke her. 12Die Söhne Rubens und Gads, und der halbe Stamm Manasse zogen gewaffnet an der Spitze der Söhne Israels her, wie ihnen Moses geboten hatte; 13vierzigtausend Bewaffnete zogen sie abteilungsweise und scharenweise durch die Ebenen und Gefilde der Stadt Jericho. 14An jenem Tage verherrlichte der Herr den Josue vor ganz Israel, so dass sie ihn fürchteten, wie sie Moses gefürchtet hatten, so lange er lebte. 15Und er sprach zu ihm: 16Befiehl den Priestern, welche die Lade des Bundes tragen, aus dem Jordan heraufzusteigen. 17Da befahl er es ihnen und sprach: Steiget aus dem Jordan herauf. 18Als nun die, welche die Lade des Bundes des Herrn trugen, heraufgestiegen waren und auf trockenem Boden zu schreiten begannen, kehrte das Wasser wieder in sein Bett zurück und floss wie gewöhnlich zuvor. 19Das Volk aber stieg am zehnten Tage des ersten Monats aus dem Jordan herauf und lagerte sich in Galgala, an der Ostseite der Stadt Jericho. 20Und die zwölf Steine, welche sie aus dem Bette des Jordans genommen hatten, richtete Josue zu Galgala auf 21und sprach zu den Söhnen Israels: Wenn eure Söhne ihre Väter in Zukunft fragen und zu ihnen sagen werden: Was haben diese Steine zu bedeuten? 22so sollt ihr sie belehren und sprechen: Durch das trockene Flussbett ist Israel durch den Jordan dort hindurchgezogen, 23indem der Herr, euer Gott, das Wasser desselben vor euren Augen austrocknen ließ, bis ihr durchgezogen waret; 24so wie er zuvor am roten Meere getan, welches er austrocknen ließ, bis wir hindurchgezogen waren; 25damit alle Völker der Erde die starke Hand des Herrn erkennen lernen; und damit auch ihr den Herrn, euern Gott, allezeit fürchtet.

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