Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.
Philipper 1
1Paulus und Timotheus, Diener Jesu Christi, an alle Heiligen in Christus Jesus, die zu Philippi sind, samt den Bischöfen und Diakonen. 2Gnade euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 3Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke, 4indem ich allezeit in allen meinen Gebeten für euch alle mit Freuden das Gebet verrichte, 5wegen der Gemeinschaft mit euch für das Evangelium Christi vom ersten Tage an bis jetzt. 6Ich hoffe eben dies mit Zuversicht, dass der, welcher in euch das gute Werk angefangen hat, es auch vollenden wird, bis auf den Tag Christi Jesu; 7wie es denn billig für mich ist, solches für euch alle zu denken, weil ich euch im Herzen trage, die ihr sowohl in meinen Banden wie bei der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums insgesamt Mitgenossen meiner Freude seid. 8Denn Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne in der innigsten Liebe Jesu Christi. 9Und zwar bete ich darum, dass eure Liebe mehr und mehr zunehme an Erkenntnis und in allem Verständnis, 10auf dass ihr das Bessere erprobet, damit ihr lauter und ohne Anstoß seiet auf den Tag Christi, 11erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes. 12Ich will aber, dass ihr wisset, Brüder! dass meine Lage vielmehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen ist, 13so dass meine Bande in Christus kundgeworden sind bei der ganzen Leibwache und bei allen übrigen, 14und die Mehrzahl der Brüder im Herrn, ermutigt durch meine Bande, es mehr und mehr wagen, ohne Furcht das Wort Gottes zu verkündigen. 15Einige freilich verkündigen Christus aus Neid und Streitsucht, aber auch andere aus guter Gesinnung, 16die einen aus Liebe, weil sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums bestimmt bin; 17die anderen aber verkündigen Christus aus Streitsucht, nicht aus reiner Absicht, weil sie wähnen, meinen Banden Trübsal zu erwecken. 18Doch was liegt daran? Wenn nur auf alle Weise Christus verkündigt wird, sei es zum Vorwande, sei es in Wahrheit; darüber freue ich mich, ja, werde ich mich auch ferner freuen. 19Denn ich weiß, dass mir dies zum Heile gereichen wird durch euer Gebet und den Beistand des Geistes Jesu Christi, 20wie ich denn die Erwartung und Hoffnung hege, dass ich in keinem Stücke werde zu Schanden werden, sondern dass in aller Zuversicht, wie allezeit, so auch jetzt Christus an meinem Leibe verherrlicht werden wird, sei es durch Leben oder durch Tod. 21Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben Gewinn. 22Wenn aber das Leben im Fleische dazu dient, mein Wirken fruchtbar zu machen, so weiß ich nicht, was ich wählen soll. 23Ich werde vielmehr von beiden Seiten gedrängt: da ich das Verlangen habe, abzuscheiden und mit Christus zu sein, denn dies ist um vieles besser; 24im Fleische aber zu bleiben ist notwendig um euretwillen. 25Und dies weiß ich zuversichtlich, dass ich bleiben und bei euch allen verbleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, 26damit euer Frohlocken in Christo Jesu durch mich um so reicher werde durch meine abermalige Hinkunft zu euch. 27Nur wandelt würdig des Evangeliums Christi, damit ich, sei es, dass ich komme und euch sehe, sei es, dass ich fern bin, von euch höre, dass ihr feststehet in einem Geiste, eines Sinnes, zusammen kämpfend für den Glauben an das Evangelium, 28und dass ihr euch in Nichts schrecken lasset von den Widersachern; denn dies ist für sie eine Ursache des Verderbens, für euch aber des Heiles, und das von Gott; 29denn euch ist die Gnade zu Teil geworden für Christus, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, 30indem ihr denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen und jetzt von mir höret.
Philipper 2
1Wenn es also irgend einen Zuspruch in Christus gibt, wenn irgend einen Trost der Liebe, wenn irgendwelche Gemeinschaft des Geistes, wenn irgend herzliches Erbarmen, 2so machet meine Freude voll, dass ihr gleichgesinnt seiet, indem ihr gleiche Liebe habet, einmütig, eines Sinnes, 3dass ihr nichts aus Streitsucht noch aus eitler Ehrsucht tuet, sondern in Demut einer den andern für höher achtend als sich selbst, 4dass nicht jeder auf das Seinige sehe, sondern auf das, was der andere ist. 5Denn so sollt ihr gesinnt sein, wie auch Christus Jesus gesinnt war, 6welcher, da er in Gottes Gestalt war, es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein; 7sondern sich selbst entäußerte, indem er Knechtsgestalt annahm, den Menschen gleich geworden und im Äußeren als ein Mensch erfunden ward. 8er erniedrigte sich selbst, indem er gehorsam ward bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze. 9Darum hat ihn auch Gott hoch erhoben, und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10auf dass in dem Namen Jesu sich jedes Knie aller Wesen im Himmel, auf Erden und unter der Erde, 11und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus der Herr zum Preise Gottes, des Vaters ist. 12Demnach, meine Geliebten! (wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid), lasset es nicht bewenden bei dem, was in meiner Anwesenheit geschehen, sondern wirket noch viel mehr jetzt, bei meiner Abwesenheit, mit Furcht und Zittern euer Heil. 13Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen wie das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen. 14Tuet alles ohne Murren und Zaudern, 15damit ihr tadellos und lautere Kinder Gottes seiet, unsträflich inmitten eines verderbten und verkehrten Geschlechtes, unter denen ihr leuchtet wie Gestirne in der Welt, 16indem ihr am Worte des Lebens festhaltet, mir zum Ruhme auf den Tag Christi, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin und nicht vergeblich gearbeitet habe. 17Aber wenn ich auch hingeopfert werde zu der Opfergabe und dem Dienste eures Glaubens, so freue ich mich und frohlocke mit euch allen. 18Über eben dies freuet auch ihr euch und frohlocket mit mir. 19Ich hoffe aber im Herrn Jesus, den Timotheus bald zu euch senden zu können, damit auch ich guten Mutes sei, indem ich erfahre, wie es um euch steht. 20Denn ich habe keinen an Sinnesart ihm Gleichstehenden, der mit herzlicher Teilnahme für euch besorgt sei. 21Denn alle suchen das Ihrige, nicht das, was Jesu Christi ist. 22Wie bewährt er aber ist, sollt ihr daran erkennen, dass er, wie ein Sohn seinem Vater, mit mir gedient hat für das Evangelium. 23Ihn also hoffe ich zu euch zu senden sobald ich meine Lage absehen kann. 24Ich habe aber die Zuversicht im Herrn, dass ich auch selbst bald zu euch kommen werde. 25Indes habe ich für notwendig erachtet, den Epaphroditus, meinen Bruder, Mitarbeiter und Mitstreiter, euren Abgesandten und Diener meiner Bedürfnisse, zu euch zu senden, 26da er sich nach euch allen sehnte und bekümmert war, weil ihr gehört hattet, dass er krank sei. 27Denn wirklich war er dem Tode nahe; aber Gott hat sich seiner erbarmt, nicht allein aber seiner, sondern auch meiner, dass ich nicht Betrübnis über Betrübnis hätte. 28Um so eiliger also sende ich ihn, damit ihr euch seines Wiedersehens freuet, und ich keine Betrübnis habe. 29Heißet ihn denn willkommen im Herrn mit aller Freude und haltet solche Männer in Ehren. 30Denn um des Werkes Christi willen ist er dem Tode nahe gekommen, indem er sein Leben auf´s Spiel setzte, um das zu ersetzen, was von eurer Seite fehlte an der Dienstleistung für mich.
Philipper 3
1Im Übrigen, meine Brüder! freuet euch im Herrn. Das nämliche euch zu schreiben, ist mir nicht lästig, euch aber notwendig. 2Hütet euch vor den Hunden, hütet euch vor den bösen Arbeitern, hütet euch vor der Zerschneidung! 3Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geiste Gott dienen, und uns in Christus Jesus rühmen, und nicht auf das Fleisch unser Vertrauen setzen, 4obwohl ich meinerseits auch auf das Fleisch Vertrauen setzen könnte. Wenn irgendein anderer meint, auf das Fleisch vertrauen zu können, so ich noch mehr. 5Ich bin beschnitten am achten Tage, bin aus dem Geschlechte Israel, aus dem Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, dem Gesetze nach ein Pharisäer, 6dem Eifer nach ein Verfolger der Kirche Gottes, und der auf das Gesetz sich gründenden Gerechtigkeit nach von untadelhaftem Wandel. 7Doch was mir Gewinn war, das alles habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. 8Ja, ich halte alles für Schaden gegen die alles übertreffende Erkenntnis Jesu Christi, meines Herrn, um dessentwillen ich dieses allen verlustig gegangen bin, und es für Kot erachte, damit ich Christus gewinne, 9und in ihm erfunden werde, nicht mit meiner Gerechtigkeit, die aus dem Gesetze kommt, sondern mit jener, welche aus dem Glauben an Christus Jesus stammt der Gerechtigkeit aus Gott auf Grund des Glaubens; 10um ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tode gleichgestaltet werde, 11ob ich etwa zur Auferstehung von den Toten gelangen möge. 12Nicht, dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollkommen geworden wäre; ich strebe aber darnach, ob ich es etwa ergreifen möchte, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin. 13Brüder! ich halte nicht von mir selbst, dass ich es ergriffen habe; eines aber tue ich: Das, was hinter mir liegt, vergessend, nach dem aber, was vor mir ist, mich ausstreckend, 14eile ich dem vorgesteckten Ziele zu, dem Siegespreise der von oben erhaltenen Berufung Gottes in Christus Jesus. 15So viele nun vollkommen sind, lasset uns diese Gesinnung haben; und wenn ihr in irgendetwas anderen Sinnes seid, so wird euch Gott auch dies offenbaren. 16Indes, wozu wir gelangt sind, in derselben Richtung wollen wir auch, damit wir eines Sinnes seien, verharren. 17Werdet meine Nachfolger, Brüder! und schauet auf die, welche also wandeln, wie ihr uns zum Vorbilde habt. 18Denn viele wandeln, wie ich euch von ihnen oft gesagt habe, (jetzt aber unter Tränen sage), als die Feinde des Kreuzes Christi, 19deren Ende das Verderben, deren Gott der Bauch ist, und deren Ruhm in ihrer Schande besteht, die nach dem Irdischen trachten. 20Unser Wandel aber ist im Himmel, von wo wir auch den Heiland erwarten, unsern Herrn Jesus Christus, 21welcher den Leib unserer Niedrigkeit umgestalten wird, dass er gleichgestaltet werde dem Leibe seiner Herrlichkeit, vermöge der Kraft, durch welche er sich auch alles unterwerfen kann.
Philipper 4
1Demnach, meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freude und meine Krone! stehet also fest im Herrn, Geliebte! 2Die Evodia ermahne ich, und die Syntyche bitte ich, eines Sinnes zu sein im Herrn. 3Ja, ich bitte auch dich, treuer Genosse! nimm dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben, in Gemeinschaft mit Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche des Lebens stehen. 4Freuet euch im Herrn allezeit; abermals sage ich, freuet euch! 5Euer freundliches Wesen werde allen Menschen kund; der Herr ist nahe! 6Um nichts seid in Sorgen, sondern in allen Dingen mögen durch das Gebet und das Flehen nebst Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. 7Und der Friede Gottes, der allen Begriff übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus. 8Im übrigen, Brüder! was immer wahr ist, was ehrbar, was gerecht, was heilig, was liebenswürdig, was rühmlich, wenn etwas eine Tugend, wenn etwas eine löbliche Zucht ist, darauf seid bedacht. 9Was ihr auch gelernt, empfangen, gehört und an mir gesehen habt, das tuet; und der Gott des Friedens wird mit euch sein. 10Höchlich habe ich mich im Herrn gefreut, dass ihr endlich einmal wieder aufgeblüht seid, für mich besorgt zu sein, wie ihr ja auch besorgt waret; doch ihr waret durch die Umstände behindert. 11Nicht als ob ich dies des Mangels wegen sagte; denn ich habe gelernt, mich mit dem, was ich habe, zu begnügen. 12Ich weiß mich in kümmerlicher Lage zu finden, ich weiß auch im Überfluss mich zu schicken (ich bin in allen Lagen und in allen Verhältnissen geübt), satt zu werden wie zu Hunger, Überfluss zu haben, wie Mangel zu leiden. 13Alles vermag ich in dem, der mich stark macht. 14Gleichwohl habt ihr wohl daran getan, dass ihr an meiner Bedrängnis Teil nahmet. 15Es ist euch aber auch selbst bekannt, Philipper, dass im Anfange des Evangeliums, als ich aus Mazedonien auszog, keine Gemeinde mit mir in Hinsicht auf Geben und Empfangen in Gemeinschaft trat, als ihr allein. 16Denn auch nach Thessalonich habt ihr einmal und ein zweites Mal gesendet, was ich bedurfte. 17Nicht als suchte ich die Gabe, sondern ich suche den Gewinn, der sich für eure Rechnung mehrt. 18Ich habe aber alles, und habe reichlich; mir ist die Fülle geworden, seitdem ich von Epaphroditus das erhalten habe, was ihr gesandt habt, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Gott wohlgefälliges Opfer. 19Mein Gott aber erfülle all euer Verlangen nach seinem Reichtume in Herrlichkeit in Christus Jesus. 20Unserem Gott und Vater aber sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 21Grüßet einen jeden Heiligen in Christus Jesus. 22Es grüßen euch die Brüder, welche bei mir sind. Es grüßen euch alle Heiligen, besonders aber die von des Kaisers Hause. 23Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit eurem Geiste! Amen.