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Die Bibel in einem Jahr · Tag 340 von 365

Galater 4–6

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Galater 4

1Ich sage aber: So lange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich nicht von dem Knechte, obwohl er Herr von allem ist; 2sondern er steht unter Vormündern und Sachwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit. 3So waren auch wir, als wir unmündig waren, den Anfangsgründen der Welt dienstbar. 4Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, gebildet aus einem Weibe, unter das Gesetz gestellt, 5damit er die, welche unter dem Gesetze standen, erlöste, damit wir an Kindes Statt angenommen würden. 6Weil ihr aber Kinder seid, so sandte Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der da ruft: Abba, Vater! 7So ist er denn nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, auch Erbe durch Gott. 8Damals freilich dientet ihr, weil ihr Gott nicht kanntet, Göttern, die in Wirklichkeit keine sind; 9jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, oder vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch wieder zu den schwachen und dürftigen Anfangsgründen, denen ihr von neuem dienen wollet? 10Ihr beobachtet Tage, und Monate, und Zeiten, und Jahre. 11Ich bin um euch in Sorge, ich möchte vielleicht vergeblich unter euch gearbeitet haben. 12Seid wie ich; denn auch ich bin wie ihr. Brüder! ich bitte euch, in nichts habt ihr mich gekränkt. 13Ihr wisset aber, dass ich in Schwachheit des Fleisches euch ehedem das Evangelium verkündet habe, und eure Prüfung durch mein Fleisch 14habt ihr nicht für wert gehalten, gegen sie zu kämpfen und sie verschmäht, sondern wie einen Engel Gottes habt ihr mich aufgenommen, wie Jesus Christus. 15Wo ist daher eure Seligpreisung? Ich gebe euch nämlich das Zeugnis, dass ihr, wenn es möglich wäre, euch die Augen ausgerissen und mir gegeben hättet. 16Bin ich denn euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sagte? 17Sie eifern um euch nicht, wie es recht ist, sondern vielmehr wollen sie euch ausschließen, damit ihr euch um sie beeifert. 18Es ist aber gut, wenn immer um des Guten willen um euch geeifert wird, und nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin. 19O meine Kindlein, die ich abermals mit Schmerzen gebäre, bis Christus in euch gestaltet wird! 20Ich wünschte wohl jetzt bei euch zu sein, und meine Stimme zu ändern; denn ich bin verlegen um euch. 21Saget mir, die ihr unter dem Gesetze sein wollt, habt ihr das Gesetz nicht gelesen? 22es steht nämlich geschrieben: Abraham hatte zwei Söhne; einen von der Magd, und einen von der Freien. 23Aber der von der Magd war nach dem Fleische geboren, der von der Freien aber kraft der Verheißung. 24Das ist vorbildlich gesprochen; denn dies sind die zwei Testamente: das eine auf dem Berge Sina, welches zur Knechtschaft gebiert, dies ist Agar; 25denn der Sina ist ein Berg in Arabien, der mit dem jetzigen Jerusalem zusammenhängt, das mit seinen Kindern dienstbar ist. 26Jenes Jerusalem von oben aber ist die Freie, welche unsere Mutter ist. 27Denn es steht geschrieben: Freue dich du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, frohlocke und jauchze, die du keine Geburtswehen hast; denn viele Kinder hat die Vereinsamte, mehr als die einen Mann hat. 28Wir aber, Brüder! sind nach der Weise Isaaks Kinder der Verheißung. 29Aber so wie damals der nach dem Fleische Geborene den nach dem Geiste Geborenem verfolgte, so auch jetzt. 30Allein was sagt die Schrift? Verstoße die Magd und ihren Sohn; denn der Sohn der Magd soll nicht Erbe sein mit dem Sohn der Freien! 31Demnach, Brüder! sind wir nicht Kinder der Magd, sondern der Freien, vermöge der Freiheit, mit der Christus uns befreit hat.

Galater 5

1Seid standhaft, und lasset euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft zwingen! 2Sehet, ich Paulus sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasset, so wird Christus euch nichts nützen. 3Ich bezeuge es noch einmal jedem Menschen, der sich beschneiden lässt: er ist schuldig, das ganze Gesetz zu erfüllen. 4Ihr habt keinen Teil mehr an Christus, wenn ihr durch das Gesetz wollt gerechtfertigt werden; ihr seid der Gnade verlustig gegangen. 5Denn wir erwarten im Geiste aus dem Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. 6In Christus Jesus vermag ja weder Beschneidung etwas, noch Unbeschnittensein, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. 7Ihr waret in gutem Laufe, wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? 8Diese Überredung kommt nicht von dem, der euch beruft. 9Ein wenig Sauerteig zersetzt die ganze Masse. 10Ich habe das Vertrauen zu euch im Herrn, dass ihr nicht anders gesinnt sein werdet; wer euch aber irre macht, wird sein Urteil tragen, wer es auch sein mag. 11Wenn ich aber, Brüder! noch die Beschneidung predigte, warum leide ich dann noch Verfolgung? So ist ja das Ärgernis des Kreuzes abgetan! 12Möchten doch die, welche euch irre machen, auch abgeschnitten werden! 13Denn ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder! nur gebrauchet die Freiheit nicht zum Anlasse für das Fleisch, sondern dienet einander durch die Liebe des Geistes. 14Denn das ganze Gesetz wird durch das eine Wort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 15Wenn ihr aber einander beißet und esset, sehet zu, dass ihr euch nicht gegenseitig aufzehret. 16Ich sage aber: Wandelt im Geiste, so werdet ihr die Gelüste des Fleisches nicht vollbringen. 17Denn das Fleisch begehrt wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; denn diese widerstreben einander, damit ihr nicht das tuet, was ihr wollt. 18Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht mehr unter dem Gesetze. 19Offenkundig sind die Werke des Fleisches, welche sind: Unzucht, Unlauterkeit, Unschamhaftigkeit, Unkeuschheit, 20Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streitigkeiten, Eifersucht, Zorn, Hader, Zerwürfnisse, Spaltungen, 21Missgunst, Mordtaten, Trunkenheit, Schwelgerei, und diesen ähnliches, wovon ich euch voraussage, wie ich es schon ehedem gesagt habe, dass die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht erlangen werden. 22Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, 23Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit; gegen dergleichen ist das Gesetz nicht. 24Die aber, welche Christus angehören, haben ihr Fleisch gekreuzigt, samt Leidenschaften und Begierlichkeiten. 25Wenn wir im Geiste leben, lasset uns auch im Geiste wandeln. 26Lasset uns nicht lüstern sein nach eitler Ehre, so dass wir einander herausfordern, einander beneiden!

Galater 6

1Brüder! wenn einmal ein Mensch von irgend einer Sünde übereilt worden ist, so sollt ihr, die ihr geistig gesinnt seid, einen solchen im Geiste der Sanftmut zurechtweisen; auch habe acht auf dich selbst, damit nicht auch du versucht werdest. 2Traget einer des andern Last, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. 3Denn wenn Jemand etwas zu sein glaubt, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst. 4Ein jeder aber prüfe sein eigenes Tun, und so wird er nur in sich selbst Ruhm haben, und nicht in dem andern; 5den ein jeder wird seine eigene Last tragen. 6Wer aber unterwiesen wird in Worte, teile dem, der ihn unterweist, von allem Guten mit. 7Täuschet euch nicht! Gott lässt seiner nicht spotten. 8Denn was der Mensch säet, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch säet, wird von dem Fleische auch Verderben ernten; wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geiste ewiges Leben ernten. 9Lasset uns also Gutes tun und nicht ermüden; denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht nachlassen. 10Darum, so lange wir Zeit haben, lasset uns Gutes tun an allen, besonders aber an den Glaubensgenossen. 11Sehet, mit welchen Buchstaben ich euch mit eigener Hand geschrieben habe! 12Denn alle, die dem Fleische nach gefallen wollen, diese nötigen euch, euch beschneiden zu lassen, nur damit sie nicht um des Kreuzes Christi willen Verfolgung zu leiden haben. 13Denn auch die, welche sich beschneiden lassen, halten das Gesetz nicht; aber sie wollen, dass ihr euch beschneiden lasset, damit sie sich eures Fleisches rühmen können. 14Von mir aber sei es fern mich zu rühmen, außer in dem Kreuze unsers Herrn Jesus Christus, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt. 15Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung etwas, noch Unbeschnittensein, sondern ein neues Geschöpf. 16Und alle, welche dieser Richtschnur folgen, Friede über sie und Barmherzigkeit, und über das Israel Gottes! 17Fernerhin falle mir Niemand lästig; denn ich trage die Wundmale des Herrn Jesus an meinem Leibe. 18Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geiste, Brüder! Amen.

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