Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
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2. Korinther 5
1Denn wir wissen, dass, wenn diese unsere irdische Hütte abgebrochen wird, wir einen Bau von Gott empfangen, ein nicht mit Händen gemachtes ewiges Haus im Himmel. 2Denn auch in dieser Hütte seufzen wir voll Verlangen, mit unserer Wohnung, die vom Himmel ist, überkleidet zu werden; 3wenn anders wir bekleidet, nicht bloß befunden werden. 4Denn da auch wir in diesem Zelte sind, seufzen wir bedrückt, weil wir nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, so dass das Sterbliche vom Leben verschlungen wird. 5Der uns aber hierzu bereit macht, ist Gott, der uns das Unterpfand des Geistes gegeben hat. 6Darum hegen wir festes Vertrauen immerdar, indem wir wissen, dass, so lange wir im Leibe sind, wir in der Fremde sind, fern vom Herrn, 7(den im Glauben wandeln wir, und nicht im Schauen.) 8Ja, wir hegen festes Vertrauen und unser Sinn geht darauf, eher auszuziehen aus dem Leibe und einzugehen zu dem Herrn. 9Darum bemühen wir uns auch, sei es im Leibe, sei es außerhalb desselben, ihm zu gefallen. 10Denn alle müssen wir offenbar werden vor dem Richterstuhle Christi, damit ein jeder, je nachdem er in seinem Leibe Gutes oder Böses getan hat, darnach empfange. 11Da wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, überzeugen wir die Menschen, und Gott sind wir offenbar. Ich hoffe aber, dass wir auch in euren Gewissen offenbar sind. 12Wir wollen uns euch nicht wiederum empfehlen, sondern geben euch Anlass, euch unser zu rühmen, damit ihr denen antworten könnet, die ihren Ruhm im Äußern und nicht im Innern suchen. 13Denn sei es, dass wir uns übernehmen, so ist es für Gott; sei es, dass wir uns mäßigen, so ist es für euch. 14Denn die Liebe Christi drängt uns, indem wir also urteilen: Ist einer für alle gestorben, so sind alle gestorben; 15und für alle ist Christus gestorben, damit auch die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. 16Darum kennen wir von nun an dem Fleische nach niemand mehr; und wenn wir auch dem Fleische nach Christus gekannt haben, so kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr. 17Wenn somit jemand in Christus ist, so ist er ein neues Geschöpf, so ist das Alte vorübergegangen; siehe, so ist alles neu geworden. 18Alles aber kommt von Gott, der uns mit sich versöhnt hat durch Christus, und uns das Amt der Versöhnung gegeben hat. 19Denn Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt, indem er ihnen ihre Vergehen nicht anrechnete, und in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt. 20Für Christus also sind wir Gesandte, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt. Wir bitten an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! 21Den, welcher von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gerechtigkeit Gottes in ihm würden.
2. Korinther 6
1Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht fruchtlos die Gnade Gottes empfanget. 2Denn er spricht: “Zur genehmen Zeit habe ich dich erhört, und am Tage des Heiles habe ich dir geholfen!” Sehet, jetzt ist die gnadenreiche Zeit, sehet, jetzt ist der Tag des Heiles! 3Geben wir niemanden irgend einen Anstoß, damit unser Amt nicht getadelt werde; 4vielmehr erweisen wir uns in allen Dingen als Diener Gottes in vieler Geduld, in Trübsalen, in Nöten, in Ängsten, 5bei Schlägen, in Gefängnissen, bei Aufruhr, bei Mühen, bei Nachtwachen, bei Fasten, 6durch Reinheit, durch Weisheit, durch Langmut, durch Freundlichkeit, durch den Heiligen Geist, durch ungeheuchelte Liebe, 7durch das Wort der Wahrheit, durch die Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit zum Angriff und zur Verteidigung, 8bei Ehre und Schmach, bei schlechtem und gutem Ruf; als Verführer geachtet, und doch wahrhaft, als Unbekannte, und doch Bekannte; 9als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte, und doch nicht zum Tode Gebrachte; 10als Trauernde, und doch immerdar Fröhliche, als Arme, und viele Bereichernde, als nichts Habende, und alles Besitzende. 11Unser Mund ist aufgetan gegen euch, ihr Korinther! Unser Herz ist weit geworden. 12Beengt werdet ihr nicht in uns, aber beengt in euren eigenen Herzen. 13Da ihr nun die gleiche Vergeltung haben werdet, ich rede zu meinen Kindern. So erweitert auch ihr euer Herz. 14Ziehet nicht ein Joch mit den Ungläubigen; denn welche Gemeinschaft hat die Gerechtigkeit mit der Ungerechtigkeit? Oder wie kann sich das Licht mit der Finsternis vereinigen? 15Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder welchen Anteil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? 16Wie verträgt sich der Tempel Gottes mit den Götzen? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott spricht: Ich werde in ihnen wohnen, und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. 17Darum gehet hinweg aus ihrer Mitte, und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret nicht an, was unrein ist, 18so werde ich euch annehmen; und ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.
2. Korinther 7
1Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebteste! so lasset uns von alle Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen, indem wir die Heiligung in der Furcht Gottes zur Vollendung bringen. 2Fasset uns! Wir haben niemanden Unrecht getan, niemanden zu Grunde gerichtet, niemanden übervorteilt. 3Nicht um euch zu verurteilen sage ich das; denn wir haben schon zuvor gesagt, dass ihr in unseren Herzen seid, um zusammen zu sterben und zu leben. 4Groß ist meine Zuversicht euch gegenüber, groß mein Rühmen über euch, ich bin mit Trost erfüllt, überreich an Freude bei all unserer Trübsal. 5Denn auch als wir nach Mazedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern wir erduldeten Trübsale aller Art; von außen Kämpfe, von innen Befürchtungen. 6Der aber, welcher die Niedergebeugten tröstet, Gott, tröstete uns durch die Ankunft des Titus; 7nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, den er bei euch gefunden, indem er uns von eurer Sehnsucht, euren Tränen und von eurem Eifer für mich berichtete, so dass ich mich noch mehr freute. 8Denn wenn ich euch durch den Brief betrübt habe, so bereue ich es nicht; und wenn es mich auch reute, als ich sah, dass jener Brief euch (obwohl nur auf kurze Zeit) betrübte, 9so freue ich mich jetzt, nicht dass ihr betrübt wurdet, sondern dass ihr zur Buße betrübt worden seid; denn ihr seid gottgefällig betrübt worden, damit ihr durch uns in nichts Schaden leidet. 10Denn die gottgefällige Betrübnis bewirkt standhafte Buße zum Heile; die Betrübnis der Welt aber bewirkt Tod. 11Denn sehet, eben dies, dass ihr in gottgefällige Traurigkeit versetzt wurdet, welch große Sorgsamkeit hat es in euch gewirkt! ja vielmehr Verantwortung, ja, Unwillen, ja Furcht, je Sehnsucht, ja Eifer, ja Bestrafung! In allem habt ihr bewiesen, dass ihr rein seid in ihrer Angelegenheit. 12Also, wenn ich euch schrieb, war es nicht um dessentwillen, der Unrecht getan hat, noch auch um dessentwillen, der es erduldet hat, sondern um unsere Sorge zu offenbaren, welche wir für euch haben 13vor Gott; darum sind wir getröstet. In unserem Troste aber haben wir uns noch weit mehr gefreut über die Freude des Titus, dass sein Geist von euch allen erquickt worden ist. 14Und wenn ich ihm etwas von euch gerühmt habe, so bin ich nicht zu Schanden geworden; sondern wo wie wir euch aller der Wahrheit gemäß gesagt haben, so ist auch unser Rühmen vor Titus Wahrheit geworden; 15und sein Herz ist euch in noch höherem Maße zugetan, da er sich des Gehorsams euer aller erinnert, wie ihr ihn mit Ehrfurcht und Zittern aufgenommen habt. 16Ich freue mich, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.
2. Korinther 8
1Wir tun euch aber, Brüder! die Gnade Gottes kund, welche den Gemeinden Mazedoniens verliehen worden ist, 2dass bei vieler Prüfung durch Trübsal ihre Freude übergroß war, und ihre tiefe Armut sich reich zeigte in der Fülle ihrer Einfalt; 3denn nach Vermögen, ich bezeuge es ihnen, ja über Vermögen sind sie willfährig gewesen, 4und haben uns mit vielem Zureden um die Gnade und die Teilnahme an der Hilfeleistung gegeben, welche für die Heiligen veranstaltet wird. 5Und nicht nur wie wir gehofft hatten, sondern sich selbst gaben sie zuerst dem Herrn hin, dann uns durch den Willen Gottes; 6so dass wir den Titus baten, er möchte, wie er angefangen, so auch dieses Liebeswerk unter euch vollenden. 7Doch wie ihr in allen Dingen überreich seid, in Glauben, und in Wort, und in Erkenntnis, und allem Eifer, überdies auch in eurer Liebe zu uns, so sollt ihr auch in dieser Gnade euch auszeichnen. 8Nicht, als wollte ich befehlen, sage ich es, sondern um durch den Eifer anderer die Echtheit eurer Liebe zu bewähren. 9Denn ihr kennet die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, dass er um euretwillen arm geworden ist, da er reich war, damit ihr durch seine Armut reich würdet. 10Und hierin gebe ich euch einen Rat; denn dies ist für euch nützlich, die ihr nicht nur mit dem Tun, sondern auch mit dem Wollen seit dem vorigen Jahre den Anfang gemacht habt; 11jetzt aber führet es auch durch die Tat zu Ende, damit, wie die Bereitwilligkeit des Wollens da ist, so auch das Vollbringen da sei, nach dem Maße dessen, was ihr habt. 12Denn wenn der Wille bereit ist, so ist er nach dem, was er hat, wohlgefällig, nicht nach dem, was er nicht hat. 13Denn es sollen andere nicht Behaglichkeit, ihr aber Bedrängnis haben, sondern es sei Gleichheit. 14In der gegenwärtigen Zeit soll euer Überfluss ihrem Mangel abhelfen, damit auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe, auf dass Gleichheit eintrete, wie geschrieben steht: 15Wer vieles hat, hatte nicht Überfluss; und wer wenig, litt nicht Mangel. 16Dank aber sei Gott, welcher denselben Eifer für euch Titus in das Herz gegeben hat; 17denn die Aufforderung zwar hat er angenommen, ja, da er eifervoller war, ist er aus freiem Willen zu euch gereist. 18Wir haben auch mit ihm den Bruder gesandt, dessen Lob in Sache des Evangeliums bei allen Gemeinden ist. 19Nicht allein aber dies, sondern er ist auch von den Gemeinden als unser Reisegefährte zu diesem Liebeswerke abgeordnet worden, das von uns zur Ehre des Herrn und unserem bestimmten Willen gemäß besorgt wird, 20um zu verhüten, dass nicht jemand uns wegen dieser reichen Gabe, die von uns vermittelt wird, übel nachrede; 21denn wir tragen Sorge für das Gute nicht allein vor Gott, sondern auch vor den Menschen. 22Wir haben aber mit ihnen auch unsern Bruder gesandt, dessen Eifer wir oft in vielen Dingen erprobt haben, und der jetzt in großem Zutrauen zu euch noch viel eifriger ist. 23Gilt es Titus: er ist mein Gefährte und Mitarbeiter bei euch, oder unsere Brüder: sie sind die Abgesandten der Gemeinde, Christi Ehre. 24Gebet denn den Erweis eurer Liebe und unsers Rühmens über euch gegen die im Angesichte der Gemeinden kund.
2. Korinther 9
1Denn von der Hilfeleistung, welche für die Heiligen geschieht, ist es überflüssig für mich, euch zu schreiben. 2Kenne ich doch euer williges Gemüt, wegen dessen ich mich eurer bei den Mazedoniern rühme, dass auch Achaja von dem vergangenen Jahre her bereit ist, und euer Eifer hat so viele von ihnen zur Nachahmung angeeifert. 3Ich habe aber doch die Brüder gesandt, damit unser Rühmen über euch nicht in diesem Stücke zunichte werde, und ihr (wie ich gesagt habe) bereit seiet, 4dass nicht, wenn die Mazedonier mit mir kommen und euch unvorbereitet finden sollten, wir (um nicht zu sagen ihr) beschämt würden in dieser Sache. 5Ich habe es daher für nötig erachtet, die Brüder zu bitten, dass sie zu euch vorausreisen und den verheißenen Segen vorbereiten, damit derselbe bereit liege, und zwar wie Segen, und nicht wie Geiz. 6Dies aber sage ich: Wer spärlich säet, der wird auch spärlich ernten; und wer in Segnungen säet, wird auch in Segnungen ernten. 7Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht mit Traurigkeit oder aus Zwang; denn einen freudigen Geber liebt Gott. 8Gott aber hat die Macht, euch jegliche Gabe im Überflusse zu geben; damit ihr in allem immer volle Genüge habet und überreich seiet zu jedem guten Werke, 9wie geschrieben steht: Er hat ausgestreut, den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. 10Und der, welcher dem Sämanne Samen darreicht, wird auch Brot zur Speise gewähren, und euren Samen vervielfältigen, und die Früchte eurer Gerechtigkeit mehren, 11das ihr in allem reich werdet und Überfluss habet zu aller Einfalt, welche durch uns Danksagung gegen Gott bewirkt. 12Denn die Leistung dieser Liebesspende ersetzt nicht nur das, was den Heiligen mangelt, sondern bringt auch reiche Frucht durch viele Danksagungen im Herrn, 13indem sie wegen dieses erprobten Liebesdienstes Gott preisen für den Gehorsam eures Bekenntnisses gegen das Evangelium Christi, und für die Wohlgeneigtheit im Mitteilen, an sie und an alle, 14und in ihrem Gebete für euch, da sie sich herzlich nach euch sehnen wegen der überschwenglichen Gnade Gottes gegen euch. 15Gott sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!