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Die Bibel in einem Jahr · Tag 322 von 365

Apostelgeschichte 11–13

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Apostelgeschichte 11

1Es hörten aber die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hätten. 2Als nun Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die, welche aus der Beschneidung waren, gegen ihn, 3und sprachen: Warum bist du zu Unbeschnittenen eingekehrt, und hast mit ihnen gegessen? 4Da begann Petrus, und erzählte ihnen den Hergang der Ordnung nach, und sprach: 5Ich war in der Stadt Joppe im Gebete, und sah in der Verzückung ein Gesicht: ein Behältnis, wie ein großes Leintuch, herabsteigen, welches an den vier Ecken vom Himmel herabgelassen wurde, und es kam bis zu mir. 6Und indem ich auf dasselbe hinsah, und es betrachtete, sah ich die vierfüßigen Tiere der Erde, und die wilden und die kriechenden Tiere, und die Vögel des Himmels. 7Ich hörte aber auch eine Stimme, die zu mir sprach: Stehe auf Petrus, schlachte und iß! 8Da sprach ich: Keinesweges, Herr! denn etwas Gemeines oder Unreines ist noch nie in meinen Mund eingegangen. 9Eine Stimme aber antwortete zum zweiten Male vom Himmel: Was Gott rein gemacht hat, nenne du nicht gemein. 10Dieses aber geschah zu dreien Malen; und alles ward wieder in den Himmel aufgenommen. 11Und sehet, alsbald standen drei Männer an dem Hause, in dem ich war, die von Cäsarea zu mir gesandt waren. 12Und der Geist sprach zu mir, ich sollte mit ihnen gehen ohne Bedenken. Es kamen aber auch diese sechs Brüder mit mir, und wir traten in das Haus des Mannes. 13Da erzählte er uns, wie er den Engel in seinem Hause habe stehen sehen, der zu ihm sprach: Sende nach Joppe, und lass Simon, mit dem Beinamen Petrus, kommen. 14Dieser wird Worte zu dir sprechen, durch welche du Heil erlangen wirst, du und dein ganzes Haus. 15Als ich nun zu reden anfing, kam plötzlich der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns am Anfange. 16Da gedachte ich des Wortes des Herrn, als er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geiste getauft werden. 17Wenn also Gott ihnen dieselbe Gnade gegeben hat, wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, dass ich vermocht hätte, Gott zu wehren? 18Nachdem sie dies gehört hatten, schwiegen sie, und priesen Gott, indem sie sprachen: Also auch den Heiden hat Gott Buße verliehen zum Leben! 19Jene nun, welche wegen der um Stephanus willen gekommenen Bedrängnis zerstreut waren, zogen umher bis Phönicien und Cypern und Antiochia, ohne jemand anders das Wort zu verkündigen, als allein den Juden. 20Es waren aber unter ihnen einige Männer aus Cypern und Cyrene, diese redeten, als sie nach Antiochia gekommen, auch zu den Griechen, und verkündigten den Herrn Jesus. 21Und die Hand des Herrn war mit ihnen; und eine große Anzahl ward gläubig, und bekehrte sich zu dem Herrn. 22Es kam aber die Kunde hiervon zu den Ohren der Kirche zu Jerusalem; und sie sandten den Barnabas bis nach Antiochia. 23Als dieser nun hinkam, und die Gnade Gottes sah, freute er sich, und ermahnte alle, mit dem Vorsatze ihres Herzens auszuharren im Herrn; 24denn er war ein trefflicher Mann, voll Heiligen Geistes und Glaubens. Und es wurde dem Herrn eine große Menge zugetan. 25Barnabas aber reiste nach Tarsus, um Saulus zu suchen; und da er ihn gefunden hatte, führte er ihn nach Antiochia. 26Und sie hielten sich daselbst in der Kirche ein ganzes Jahr auf, und lehrten eine große Menge, so dass die Jünger zuerst zu Antiochia Christen genannt wurden. 27In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem herab nach Antiochia. 28Und einer von ihnen, namens Agabus, stand auf, und zeigte durch den Geist an, das seine große Hungersnot über den ganzen Erdkreis kommen werde, welche auch wirklich unter Claudius eintrat. 29Die Jünger aber beschlossen alle, je nachdem ein jeder hatte, etwas an die in Judäa wohnenden Brüder zur Unterstützung zu senden. 30Dies taten sie auch, indem sie es an die Vorsteher durch die Hand des Barnabas und Saulus sandten.

Apostelgeschichte 12

1Zu derselben Zeit legte König Herodes Hand an, um einige der Angehörigen der Kirche zu misshandeln. 2Er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte. 3Und da er sah, dass es den Juden wohlgefiel, fuhr er fort, ergriff auch den Petrus. Es waren aber die Tage der ungesäuerten Brote. 4Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn in´s Gefängnis, und übergab ihn einer vierfachen Wache, von je vier Soldaten zur Bewachung, da er ihn nach Ostern dem Volke vorführen wollte. 5Nun ward Petrus in dem Gefängnisse gehalten; aber die Kirche betete ohne Unterlass für ihn zu Gott. 6Als aber Herodes im Begriffe war, ihn vorzuführen, in derselben Nacht schlief Petrus zwischen zwei Soldaten, mit zwei Ketten gefesselt; und Wächter bewachten vor der Türe das Gefängnis. 7Da siehe, trat ein Engel des Herrn heran, und Licht strahlte im Gemache; und indem er Petrus an die Seite schlug, weckte er ihn auf, und sprach: Stehe eilig auf! Und es fielen ihm die Ketten von den Händen. 8Der Engel aber sprach zu ihm: Umgürte dich, und ziehe deine Schuhe an! Und er tat also. Jener aber sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir! 9Da ging er hinaus, und folgte ihm, und er wusste nicht, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; sondern er glaubte ein Gesicht zu sehen. 10Sie gingen nun vor der ersten und zweiten Wache vorüber, und kamen zu dem eisernen Tore, welches in die Stadt führt. Dieses öffnete sich ihnen von selbst; und sie traten hinaus, und gingen eine Straße vorwärts, und alsbald schied der Engel von ihm. 11Da kam Petrus zu sich selbst, und sprach: Jetzt weiß ich wahrhaft, dass der Herr seinen Engel gesandt und mich aus der Hand des Herodes und aller Erwartung des Volkes der Juden entrissen hat. 12Und sich besinnend kam er zum Hause der Maria, der Mutter des Johannes, mit dem Zunamen Markus, wo viele versammelt waren, und beteten. 13Als er aber an der Pforte des Vorplatzes anklopfte, trat eine Magd, mit Namen Rhode, heraus, um zu horchen. 14Und da sie die Stimme des Petrus erkannte, machte sie vor Freude die Pforte nicht auf, sondern lief hinein, und meldete, Petrus stehe vor der Türe. 15Sie aber sagten zu ihr: Du bist von Sinnen. Allein sie versicherte, dass es so sei. Jene dagegen sagten: Es ist sein Engel! 16Petrus aber fuhr fort zu klopfen. Da sie nun aufmachten, sahen sie ihn, und staunten. 17er aber winkte ihnen mit der Hand, dass sie schweigen sollten, und erzählte, wie der Herr ihn aus dem Gefängnisse geführt habe, und sprach: Verkündet dies dem Jakobus und den Brüdern! Und er ging hinaus, und begab sich an einen andern Ort. 18Als es nun Tag geworden war, entstand unter den Soldaten eine nicht geringe Bestürzung, was wohl aus Petrus geworden sei. 19Herodes aber hielt, als er ihn suchte und nicht fand, Gericht über die Wächter, und befahl sie zum Tode zu führen. Hierauf zog er von Judäa hinab nach Cäsarea, und hielt sich daselbst auf. 20Er war aber sehr erzürnt über die Tyrer und Sidonier. Sie aber kamen einmütig zu ihm, und gewannen den Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden; denn ihr Land bezog von ihm Nahrungsmittel. 21An einem bestimmten Tage nun setzte sich Herodes mit königlichem Gewande angetan, auf seinen Thron, und hielt eine Rede an sie. 22Das Volk aber rief ihm zu: Eines Gottes Stimme, und nicht eines Menschen! 23Alsbald aber schlug ihn ein Engel des Herrn, dafür, dass er nicht Gott die Ehre gab; und von den Würmern verzehrt, gab er den Geist auf. 24Das Wort des Herrn aber wuchs, und mehrte sich. 25Barnabas aber und Saulus kehrten, nachdem sie die Verteilung der Unterstützung vollzogen, von Jerusalem zurück, und nahmen den Johannes, welcher den Zunamen Markus hat, mit sich.

Apostelgeschichte 13

1Es waren aber in der Kirche zu Antiochia Propheten und Lehrer; darunter Barnabas, Simon, genannt Niger, Lucius von Cyrene, Manahen, der Milchbruder des Herodes, des Vierfürsten, und Saulus. 2Als diese nun den heiligen Dienst des Herrn verrichteten und fasteten, sprach der Heilige Geist zu ihnen: Sondert mir den Saulus und Barnabas zu dem Werke aus, zu dem ich sie mir berufen habe, 3Da fasteten und beteten sie, und legten ihnen die Hände auf, und entließen sie. 4Diese, ausgesandt vom Heiligen Geiste, gingen nach Seleucia; und von da fuhren sie zu Schiff nach Cypern. 5Und als sie nach Salamis gekommen waren, predigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden; sie hatten aber auch den Johannes zum Gehilfen. 6Da sie die ganze Insel bis Paphus durchzogen hatten, fanden sie einen Zauberer und falschen Propheten, einen Juden, mit Namen Barjesu. 7Dieser war bei dem Statthalter Sergius Paulus, einem verständigen Manne. Sergius berief Barnabas und Saulus zu sich, und begehrte das Wort Gottes zu hören. 8Doch Elymas, der Zauberer (denn also wird sein Name verdolmetscht), widersetzte sich ihnen, und suchte den Statthalter vom Glauben abzuwenden. 9Saulus aber, der auch Paulus heißt, heftete, erfüllt vom Heiligen Geiste, den Blick auf ihn, 10und sprach: O du allen Trugs und aller Arglist voll, du Sohn des Teufels, du Feind aller Gerechtigkeit! hörst du nicht auf, die geraden Wege des Herrn zu verkehren? 11Und jetzt, siehe, die Hand des Herrn kommt über dich, und du wirst blind sein, und die Sonne nicht sehen eine Zeitlang! Und sogleich fiel Dunkel und Finsternis auf ihn, und umhergehend suchte er nach jemanden, der ihm die Hand reichte. 12Als der Statthalter sah, was geschehen war, glaubte er, staunend über die Lehre des Herrn. 13Paulus nun und seine Gefährten fuhren von Paphus ab, und kamen nach Perge in Pamphylien. Johannes aber trennte sich von ihnen, und kehrte nach Jerusalem zurück. 14Sie zogen nun von Perge weiter, und kamen nach Antiochia in Pisidien; und gingen in die Synagoge am Sabbat und setzten sich. 15Nach der Vorlesung aus dem Gesetze und den Propheten aber sandten die Vorsteher der Synagoge zu ihnen, und ließen ihnen sagen: Brüder! Falls ihr ein Wort der Erbauung für das Volk habet, so redet! 16Da stand Paulus auf, gebot mit der Hand Stillschweigen, und sprach: Ihr Männer Israels, und ihr, die ihr Gott fürchtet, höret! 17Der Gott des Volkes Israel hat sich unsere Väter erwählt, und hat das Volk erhöht, da sie Fremdlinge im Lande Ägypten waren, und mit erhobenem Arme hat er sie aus demselben herausgeführt. 18Eine Zeit von vierzig Jahren hindurch ertrug er ihr Gebahren in der Wüste. 19Und er vertilgte sieben Völker im Lande Chanaan, verteilte das Land derselben unter sie durch das Los, 20ungefähr nach vierhundert und fünfzig Jahren. Und darnach gab er ihnen Richter bis auf den Propheten Samuel. 21Und von da an verlangten sie einen König; und Gott gab ihnen den Saul, den Sohn des Kis, einen Mann aus dem Stamme Benjamin, vierzig Jahre lang. 22Und nachdem er diesen verworfen hatte, erweckte er ihnen den David zum Könige, dem er Zeugnis gab, und sprach: Ich habe David, den Sohn des Jesse, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der meinen Willen in allem tun wird. 23Aus dessen Nachkommen hat Gott nach seiner Verheißung Israel einen Heiland gebracht, Jesus, 24nachdem Johannes vor dessen Auftreten die Taufe der Buße allem Volke Israel gepredigt. 25Als aber Johannes seinen Lauf vollendete, sprach er: Der, für den ihr mich haltet, bin ich nicht, sondern sehet, er kommt nach mir, dem ich nicht würdig bin, die Schuhe von den Füßen zu lösen. 26Brüder, Kinder des Geschlechtes Abrahams, und wer unter euch Gott fürchtet, euch ist das Wort dieses Heiles gesandt! 27Denn die Bewohner von Jerusalem und ihre Vorsteher haben diesen nicht erkannt, und die Worte der Propheten, welche jeden Sabbat vorgelesen werden, durch seine Verurteilung erfüllt. 28Und obwohl sie an ihm keine Todesschuld fanden, verlangten sie doch von Pilatus, dass er getötet würde. 29Als sie dann alles, was von ihm geschrieben war, erfüllt hatten, nahmen sie ihn vom Holze ab, und legten ihn in ein Grab. 30Gott aber hat ihn am dritten Tage von den Toten auferweckt, und er ist viele Tage hindurch denen erschienen, 31die zugleich mit ihm aus Galiläa nach Jerusalem hinaufgezogen waren, sie sind jetzt seine Zeugen vor dem Volke. 32Und wir verkündigen euch die Verheißung, welche an unsere Väter ergangen ist; 33dass Gott diese an unsern Kindern erfüllt hat, indem er Jesus auferweckt hat, wie es auch im zweiten Psalme geschrieben steht: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeuget. 34Dass er ihn aber von den Toten erwecket hat, und er nicht mehr zur Verwesung zurückkehren wird, hat er also ausgesprochen: ich will euch das heilige Davids, das Getreue geben. 35Darum sagt er auch an einer anderen Stelle: Du wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger die Verwesung schaue. 36Denn David ist, nachdem er zu seiner Zeit den Willen Gottes gedient hatte, entschlafen, und wurde bei seinen Vätern beigesetzt, und sah die Verwesung; 37jener aber, den Gott von den Toten auferwecket hat, sah die Verwesung nicht. 38So sei es euch deshalb kund, Brüder! dass durch diesen euch Vergebung der Sünden verkündigt wird; und von allen, wovon ihr nicht gerechtfertiget werden konntet im Gesetze Moses, 39wird in diesem ein jeder, der glaubt, gerechtfertiget. 40Sehet also zu, dass nicht über euch komme, was in den Propheten gesagt ist: 41„Sehet, ihr Verächter! und verwundert euch und vergehet; denn ich tue ein Werk in euren Tagen, ein Werk, das ihr nicht glauben werdet, wenn jemand es euch erzählet.“ 42Als sie aber hinausgingen, baten sie, dass sie auch am künftigen Sabbate diese Worte zu ihnen reden möchten. 43Und als die Versammlung entlassen war, folgten viele Juden und gottesfürchtige Judengenossen dem Paulus und Barnabas; und diese redeten zu ihnen, und ermahnten sie, in der Gnade Gottes zu verharren. 44Am folgenden Sabbate aber versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort Gottes zu hören. 45Als nun die Juden das Volk sahen, wurden sie von Zorneifer erfüllt, und widersprachen dem, was Paulus sagte, und lästerten. 46Da sprachen Paulus und Barnabas mit Freimut: Zu euch musste zuerst das Wort Gottes geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßet, und euch des ewigen Lebens unwürdig erachtet, sehet, so wenden wir uns zu den Heiden. 47Denn also hat es uns der Herr geboten: „Ich habe dich zum Lichte der Heiden gesetzt, damit du zum Heile seiest bis an die äußersten Grenzen der Erde." 48Da dies die Heiden hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn; und soviel ihrer zum ewigen Leben verordnet waren, wurden gläubig. 49Und es ward das Wort des Herrn durch das ganze Land hin ausgebreitet. 50Die Juden aber reizten die andächtigen und angesehenen Frauen und die Ersten der Stadt auf, und erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas, und vertrieben sie aus ihrem Gebiete. 51Diese jedoch schüttelten den Staub von ihren Füßen wider sie ab, und kamen nach Ikonium. 52Die Jünger hingegen wurden mit Freude erfüllt und dem Heiligen Geiste.

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