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Die Bibel in einem Jahr · Tag 309 von 365

Lukas 21–22

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Lukas 21

1Als er aber aufblickte, sah er Reiche, die ihre Gaben in den Schatzkasten warfen. 2Da sah er auch eine arme Witwe, die zwei Heller hineinwarf. 3Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle! 4Denn diese alle haben von ihrem Überfluße zu den Gaben Gottes Hineingeworfen; sie aber hat von ihrer Armut alles, was sie zu ihrem Lebensunterhalte hatte, hineingeworfen. 5Und als einige von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sprach er: 6Das, was ihr da sehet, - es werden Tage kommen, in welchen kein Stein auf dem anderen gelassen wird, der nicht herabgebrochen wird. 7Sie fragten ihn aber, und sprachen: Meister! wann wird dies geschehen, und welches ist das Zeichen, wann es anfangen wird zu geschehen? 8Und er sprach: Sehet zu, dass ihr nicht irregeführt werdet; denn viele werden unter meinem Namen kommen, und sagen: Ich bin es, die Zeit ist gekommen; gehet ihnen also nicht nach! 9Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen höret, so erschrecket nicht; dies alles muss zuvor geschehen, aber das Ende ist noch nicht sogleich da. 10Alsdann sagte er zu ihnen: Es wird Volk wider Volk, und Reich wider Reich aufstehen; 11und es werden große Erdbeben sein von Ort zu Ort, Seuchen und Hungersnot, und Schrecknisse vom Himmel und große Zeichen werden sein. 12Aber vor diesem allem werden sie an euch Hand anlegen, und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, und vor Könige und Statthalter schleppen um meines Namens willen. 13Es wird sich aber euch zu einem Zeugnisse gestalten. 14So nehmet es euch also zu Herzen, nicht vorher darauf zu denken, wie ihr antworten möget. 15Denn ich werde euch Mund und Weisheit geben, welcher alle eure Widersacher nicht werden widerstehen und widersprechen können. 16Ihr werdet aber von Eltern und Brüdern, Verwandten und Freunden überliefert werden, und sie werden einige aus euch um´s Leben bringen, 17und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen; 18aber nicht ein Haar von eurem Haupte wird verloren gehen. 19Durch eure Geduld werdet ihr eure Seelen gewinnen. 20Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heere umlagert wird, dann wisset, dass seine Verwüstung nahe ist. 21Dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; und wer in der Stadt ist, entweiche; und wer im Innern des Landes ist, gehe nicht hinein in dieselbe. 22Denn dies sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. 23Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen! Denn es wird große Drangsal im Lande sein, und ein Zorngericht über dieses Volk. 24Und sie werden durch die Schärfe des Schwertes fallen, und gefangen weggeführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird von den Völkern zertreten werden, bis dass die Zeiten der Völker erfüllt sind. 25Und es werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen sein, und auf Erden große Angst unter den Völkern wegen des ungestümen Rauschens des Meeres und der Fluten; 26und die Menschen werden vergehen vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen werden; denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. 27Dann werden sie den Menschensohn in der Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. 28Wenn nun dieses anfängt zu geschehen, dann schauet auf, und erhebet eure Häupter; denn es nahet eure Erlösung. 29Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Betrachtet den Feigenbaum, und alle Bäume. 30Wenn sie bereits Frucht aus sich bringen, so wisset ihr, dass der Sommer nahe ist. 31Ebenso wisset auch, dass, wenn ihr dies geschehen sehet, das Reich Gottes nahe ist. 32Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht! 33Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. 34Achtet aber auf euch selbst, dass eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Völlerei und Trunkenheit, und Sorgen dieses Lebens, und jener Tag euch unversehens überrasche; 35denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf dem ganzen Erdboden wohnen. 36Darum wachet, allezeit betend, damit ihr wert erfunden werdet, allem dem zu entgehen, was da kommen wird, und vor den Menschensohn gestellt zu werden. 37Er lehrte aber bei Tage im Tempel, und des Nachts ging er hinaus, und weilte auf dem Berge, welcher Ölberg genannt wird. 38Und alles Volk kam des Morgens früh zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.

Lukas 22

1Es nahete aber das Fest der ungesäuerten Brote, welches Ostern genannt wird. 2Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten, wie sie Jesus töten möchten; sie fürchteten jedoch das Volk. 3Da fuhr der Satan in Judas, welcher Iskariot genannt wurde, und einer von den Zwölfen war. 4Und er ging hin, und redete mit den Hohenpriestern und den Befehlshabern, wie er ihnen denselben überliefern wollte. 5Sie freuten sich, und wurden mit ihm eines, ihm Geld zu geben. 6Er sagte zu, und suchte eine Gelegenheit, ihn ohne Volksauflauf zu überliefern. 7Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an welchem das Osterlamm geschlachtet werden musste. 8Da sandte er den Petrus und Johannes, und sprach: Gehet hin, und bereitet uns das Osterlamm, dass wir es essen. 9Sie aber sprachen: Wo willst du, dass wir es bereiten? 10Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommet, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folget ihm in das Haus, in welches er hineingeht, 11und saget zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist das Gemach, wo ich mit meinen Jüngern das Osterlamm essen kann? 12Und derselbe wird euch einen großen eingerichteten Speisesaal zeigen; daselbst bereitet es! 13Sie aber gingen hin, und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Ostermahl. 14Und als die Stunde gekommen war, setzte er sich zu Tische, und die zwölf Apostel mit ihm. 15Und er sprach zu ihnen: Sehnlichst hat mich verlangt, dieses Ostermahl mit euch zu essen, ehedem ich leide. 16Denn ich sage euch: Ich werde es von nun an nicht mehr essen, bis es seine Erfüllung erhält im Reiche Gottes. 17Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmet hin, und teilet ihn unter euch! 18Denn ich sage euch: Ich werde nicht mehr trinken von dem Erzeugnisse des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt. 19Und er nahm das Brot, dankte, brach es, und gab es ihnen, indem er sprach: Dieses ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Dieses tut zu meinem Gedächtnisse! 20Gleicherweise nahm er auch den Kelch, nach dem Mahle, und sprach: Dies ist der Kelch, der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird! 21Jedoch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir auf dem Tische! 22Der Menschensohn geht zwar hin, wie es bestimmt ist; aber wehe jenem Menschen, durch welchen er verraten wird! 23Und sie fingen an untereinander zu forschen, wer aus ihnen es wäre, der dies tun werde. 24Es entstand auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen der Größte zu sein scheine. 25Er sprach aber zu ihnen: Die Könige der Heiden herrschen über sie, und die über sie Gewalt üben, werden Gnädige genannt. 26Ihr aber nicht so; sondern wer unter euch der Größte ist, werde wie der Kleinste, und wer der Vorsteher ist, werde wie der Dienende. 27Denn wer ist größer, der zu Tische sitzt, oder der, welcher bedienet? Nicht wahr, der zu Tische sitzt? Ich aber bin in eurer Mitte wie der, welcher dient. 28Ihr aber seid es, welche mit mir in meinen Prüfungen ausgeharrt haben. 29Darum bereite ich euch das Reich, wie mir es mein Vater bereitet hat, 30dass ihr esset und trinket an meinem Tische in meinem Reiche, und auf Thronen sitzet, die zwölf Stämme Israels richtend. 31Es sprach aber der Herr: Simon, Simon! Siehe, der Satan hat nach euch verlangt, um euch sieben zu dürfen, wie den Weizen. 32Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre; und wenn du einst bekehrt bist, so stärke deine Brüder. 33Da sprach er zu ihm: Herr! ich bin bereit, mit dir in den Kerker und in den Tod zu gehen. 34Er aber sprach: Ich sage dir, Petrus! Es wird heute der Hahn nicht krähen, bis du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen. Und er sprach zu ihnen: 35Als ich euch aussandte ohne Beutel, ohne Tasche und Schuhe, hat euch etwas gemangelt? 36Sie aber sprachen: Nichts! Da sprach er zu ihnen: Nun aber, wer einen Beutel hat, nehme ihn, desgleichen auch eine Tasche; und wer es nicht hat, verkaufe seinen Rock, und kaufe ein Schwert. 37Denn ich sage euch: Noch muss an mir erfüllet werden, was geschrieben steht: Er ist unter die Übeltäter gerechnet worden Denn was von mir geschrieben steht, hat ein Ende. 38Sie aber sprachen: Herr! siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug! 39Und er ging hinaus, und begab sich nach seiner Gewohnheit an den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger. 40Und als er an den Ort kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung fallet! 41Und er entfernte sich von ihnen einen Steinwurf weit, kniete nieder, und betete, 42und sprach Vater! Wenn du willst, so nimm diesen Kelch hinweg von mir; jedoch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! 43Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und als ihn Todesangst befiel, betete er inständiger. 44Und sein Schweiß ward wie Tropfen auf die Erde herabrinnenden Blutes. 45Und er stand auf vom Gebete, kam zu seinen Jüngern, und fand sie vor Traurigkeit schlafend. 46Und er sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf, betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! 47Und da er noch redete, siehe da kam eine Schar; und einer von den Zwölf, mit Namen Judas, ging ihnen voraus; und er nahte sich Jesus, um ihn zu küssen. 48Jesus aber sprach zu ihm: Judas! mit einem Kusse verrätst du den Menschensohn? 49Als aber die, welche um ihn waren, sahen, was geschehen sollte, sprachen sie zu ihm: Herr! Sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen? 50Und einer von ihnen schlug auf den Knecht des Hohenpriesters, und hieb ihm das rechte Ohr ab. 51Jesus aber entgegnete, und sprach: Lasset ab, nicht weiter! Und er rührte dessen Ohr an, und heilte ihn. 52Zu denen aber, die wider ihn gekommen waren, zu den Hohenpriestern, Befehlshabern des Tempels und Ältesten sprach Jesus: Wie auf einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knütteln. 53Indes ich täglich bei euch im Tempel war, habet ihr die Hände nicht gegen mich ausgestreckt; aber das ist eure Stunde, und die Gewalt der Finsternis. 54Sie aber ergriffen ihn, und führten ihn in das Haus des Hohenpriesters; und Petrus folgte von ferne. 55Als sie aber ein Feuer in der Mitte des Hofes angezündet, und sich herumgesetzt hatten, war Petrus mitten unter ihnen. 56Da nun eine Magd ihn beim Lichte sitzen sah, schaute sie ihn schärfer an, und sprach: Auch dieser war mit ihm! 57Er aber verleugnete ihn, und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht! 58Und bald darnach sah ihn ein anderer, und sprach: Du bist auch einer von diesen! Petrus aber sprach: O Mensch! ich bin es nicht. 59Und über eine Weile, etwa nach einer Stunde, bekräftigte es ein anderer, und sprach: Wahrlich, auch dieser war bei ihm; denn er ist auch ein Galiläer! 60Petrus sprach: Mensch! ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, während er noch redete, krähte ein Hahn. 61Da wandte sich der Herr um, und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er gesagt hatte: Ehe der Hahn krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. 62Und Petrus ging hinaus, und weinte bitterlich. 63Die Männer, welche Jesus festhielten, verspotteten und schlugen ihn. 64Und sie verhüllten ihn, und schlugen ihn in´s Angesicht, fragten ihn, und sagten: Weissage, wer ist´s, der dich geschlagen hat? 65Und viele andere Lästerungen redeten sie wider ihn. 66Als es nun Tag geworden war, kamen die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten zusammen, und führten ihn in ihren Rat, und sprachen: Wenn du Christus bist, so sage es uns! 67Er sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sage, so werdet ihr mir nicht glauben. 68Wenn ich aber auch frage, so werdet ihr mir nicht antworten, noch mich loslassen. 69Von nun aber wird der Menschensohn zur Rechten der Kraft Gottes sitzen. 70Da sprachen alle: Du also bist der Sohn Gottes? Er sprach: Ihr saget es; denn ich bin es! 71Sie aber sprachen: Was haben wir noch ein Zeugnis nötig? wir haben es ja selbst aus seinem Munde gehört!

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