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Die Bibel in einem Jahr · Tag 293 von 365

Markus 1–3

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.

Markus 1

1Der Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes. 2Wie geschrieben steht bei dem Propheten Isaias: Siehe, ich sende meinen Engel vor deinem Angesichte her, welcher deinen Weg vor dir bereiten wird. 3Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade! 4Es war Johannes, der in der Wüste taufte und Bußtaufe predigte zur Vergebung der Sünden. 5Und es ging das ganze Land Judäa und alle Einwohner Jerusalems zu ihm hinaus und wurden von ihm im Fluße Jordan getauft, indem sie ihre Sünden bekannten. 6Johannes aber hatte eine Kleidung von Kamelhaaren, und einen ledernen Gürtel um seine Lenden, und aß Heuschrecken und Waldhonig. Und er predigte und sprach: 7Es kommt nach mir, der stärker ist als ich; dem ich nicht würdig bin, mich niederbeugend die Riemen seiner Schuhe zu lösen. 8Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem heiligen Geiste taufen. 9Und es begab sich: In jenen Tagen kam Jesus von Nazareth aus Galiläa, und ward von Johannes im Jordan getauft. 10Und sofort aus dem Wasser heraufsteigend, sah er den Himmel offen, und den heiligen Geist wie eine Taube herabkommen und auf sich bleiben. 11Und eine Stimme erscholl vom Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen! 12Und alsbald trieb ihn der Geist hinaus in die Wüste. 13Und er war in der Wüste vierzig Tage und vierzig Nächte. Und er ward von dem Satan versucht und war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm. 14Nachdem aber Johannes überliefert war, kam Jesus nach Galiläa, predigte das Evangelium vom Reiche Gottes, 15und sprach: Erfüllet ist die Zeit, und das Reich Gottes hat sich genahet; tuet Buße und dem Evangelium! 16Als er nun längs des galiläischen Meeres hinwandelte, sah er Simon und Andreas, dessen Bruder, welche eben ihre Netze in das Meer auswarfen (denn sie waren Fischer). 17Da sprach Jesus zu ihnen: Folget mir nach, und ich werde machen, dass ihr Menschenfischer werdet. 18Und alsogleich verließen sie ihre Netze, und folgten ihm. 19Als er nun von dort ein wenig weiter gegangen war, sah er den Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, die eben auch im Schiffe ihre Netze zurichteten. 20Und alsogleich rief er sie. Und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit den Taglöhnern im Schiffe, und folgten ihm. 21Sie begaben sich nun nach Kapharnaum; und sogleich am Sabbate ging er in die Synagoge, und lehrte sie. 22Und sie erstaunten über seine Lehre: den er lehrte sie wie einer, der Macht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. 23Und es war in ihrer Synagoge ein Mensch, der einen unreinen Geist hatte. Dieser schrie, 24und sprach: Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! 25Jesus aber bedrohte ihn, und sprach: Verstumme, und fahr aus von dem Menschen! 26Und indem der unreine Geist ihn hin und her riß, und mit lauter Stimme schrie, fuhr er aus von ihm. 27Da verwunderten sich alle, so dass sie sich untereinander fragten, und sprachen: Was ist das? Was ist dies für eine neue Lehre? Denn mit Macht gebietet er selbst den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm. 28Und der Ruf von ihm verbreitete sich alsbald über die ganze Gegend von Galiläa. 29Und sogleich verließen sie die Synagoge, und kamen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. 30Die Schwiegermutter des Simon aber lag fieberkrank darnieder; und sogleich redeten sie ihm von ihr. 31Da trat er hinzu, nahm sie bei der Hand, und richtete sie auf; und sogleich verließ sie das Fieber, und sie diente ihnen. 32Als es nun Abend geworden, und die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Kranken und Besessenen; 33und die ganze Stadt war vor der Türe versammelt. 34Und er machte viele gesund, die von allerlei Krankheiten geplagt waren, und trieb viele böse Geister aus, und ließ sie nicht reden, weil sie ihn kannten. 35Bei früher Morgendämmerung aber stand er auf, ging hinaus, und begab sich an einen einsamen Ort, und betete allda. 36Simon nun folgte ihm nach samt denen, die bei ihm waren. 37Und da sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich! 38Er aber sprach zu ihnen: Lasset uns in die nächstgelegenen Flecken und Städte gehen, damit ich auch dort predige; den dazu bin ich gekommen. 39Und er predigte in ihren Synagogen, und in ganz Galiläa, und trieb die bösen Geister aus. 40Und es kam ein Aussätziger zu ihm; der bat ihn, fiel auf seine Knie, und sprach zu ihm: Wenn du willst, so kannst du mich reinigen. 41Jesus aber erbarmte sich seiner, streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will, sei rein! 42Und als er dies gesprochen hatte, wich der Aussatz alsogleich von ihm, und er ward rein. 43Und er bedrohte ihn und trieb ihn alsbald von dannen, 44und sprach zu ihm: Siehe zu, dass du es niemanden sagest; sondern gehe hin, zeige dich dem Hohenpriester, und opfere für deine Reinigung, was Moses befohlen hat, zum Zeugnisse für sie. 45Er aber ging fort und fing an, die Sache zu verkündigen und auszubreiten, so dass Jesus nun nicht mehr öffentlich in die Stadt gehen konnte, sondern draußen an einsamen Orten blieb; aber sie kamen von allen Seiten zu ihm.

Markus 2

1Nach einigen Tagen kam er wieder nach Kapharnaum. 2Und als es bekannt ward, dass er im Hause sei, kamen viele zusammen, so dass sie sogar der Platz vor der Türe nicht fasste, und er redete zu ihnen das Wort. 3Da kamen einige zu ihm, und brachten einen Gelähmten, der von vieren getragen wurde. 4Und weil sie ihn vor der Volksmenge nicht zu ihm bringen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war; und indem sie eine Öffnung machten, ließen sie das Bett hinab, auf dem der Gelähmte lag. 5Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn! deine Sünden sind dir vergeben. 6Es saßen aber einige von den Schriftgelehrten daselbst, und dachten in ihren Herzen: 7Was redet dieser so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben, als Gott allein? 8Da Jesus alsbald in seinem Geist erkannte, dass sie so bei sich dachten, sprach er zu ihnen: Warum denkt ihr solches in euren Herzen? 9Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben – oder zu sagen: Stehe auf, nimm dein Bett, und wandle? 10Damit ihr aber wisset, dass der Menschensohn Macht hat auf Erden Sünden zu vergeben, - sagte er zu dem Gelähmten: 11Ich sage dir: Stehe auf, nimm dein Bett, und gehe in dein Haus! 12Und sogleich stand dieser auf, nahm sein Bett, und ging vor den Augen aller davon, so dass sich alle verwunderten, Gott lobpriesen, und sprachen: Niemals haben wir so etwas gesehen! 13Er ging nun wiederum hinaus an das Meer, und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. 14Im Vorbeigehen sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstelle sitzen, und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf, und folgte ihm. 15Und es begab sich, da er in dessen Hause zu Tische saß, dass viele Zöllner und Sünder zugleich mit Jesus zu Tische saßen; denn es waren ihrer viele, die ihm auch nachfolgten. 16Da sahen die Schriftgelehrten und Pharisäer, dass er mit den Zöllnern und Sündern aß, und sie sprachen zu seinen Jüngern: Warum ißt und trinkt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? 17Als Jesus dies hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken; denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder. 18Nun pflegten die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten. Und sie kommen und sprechen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes und jene der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? 19Und Jesus sprach zu ihnen: Können denn die Hochzeitsleute fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? So lange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. 20Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen wird; und dann werden sie fasten in jenen Tagen. 21Niemand näht ein Fleck von neuem Tuche auf ein altes Kleid, sonst reißt das neue Stück von dem alten ab und ein ärgerer Riss entsteht. 22Und niemand gießt neuen Wein in alte Schläuche, sonst wird der Wein die Schläuche zerreißen, der Wein wird auslaufen, und die Schläuche werden verderben; sondern neuer Wein muss in neue Schläuche gefasst werden. 23Und es geschah wiederum, da der Herr am Sabbate durch die Saatfelder wandelte, begannen seine Jünger im Dahingehen Ähren abzubrechen. 24Da sagten die Pharisäer zu ihm: Siehe, warum tun sie am Sabbate, was nicht erlaubt ist? 25Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, als er Not litt und hungerte, er selbst und die bei ihm waren? 26Wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abiathar in das Haus Gottes ging, und die Schaubrote aß, welche niemand essen durfte als die Priester, und wie er denen, die bei ihm waren, davon gab? 27Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, nicht der Mensch um des Sabbats willen. 28Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Markus 3

1Und er ging abermals in die Synagoge; und es war daselbst ein Mensch, der eine verdorrte Hand hatte. 2Sie aber gaben acht auf ihn, ob er am Sabbate heilen würde, damit sie ihn anklagen könnten. 3Da sprach er zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Stehe auf, und tritt hierher in die Mitte! 4Und er sprach zu ihnen: Ist es erlaubt, am Sabbate Gutes zu tun, oder Böses? Ein Leben zu retten, oder zu verderben? Sie aber schwiegen. 5Und er sah sie ringsherum zürnend an, betrübt über die Blindheit ihres Herzens, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. 6Die Pharisäer aber gingen hinaus, und hielten sogleich mit den Herodianern Rat wider ihn, wie sie ihn töten könnten. 7Jesus aber entwich mit seinen Jüngern an das Meer; und viel Volk von Galiläa und Judäa folgte ihm, 8auch von Jerusalem und Idumäa, und von jenseits des Jordans; und aus der Gegend von Thyrus und Sidon kam eine große Menge zu ihm, als sie von seinen Taten hörten. 9Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten der Volksmenge wegen ein Schifflein für ihn bereithalten, damit sie ihn nicht erdrückten; 10denn er heilte viele, so dass alle, die mit Gebrechen behaftet waren, mit Gewalt zu ihm hindrangen, um ihn anzurühren. 11Und wenn die unreinen Geister ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder, schrien und sprachen: 12Du bist der Sohn Gottes! Er aber verbot ihnen streng, ihn nicht offenbar zu machen. 13Und er stieg auf den Berg und berief zu sich, die er selbst wollte; und sie kamen zu ihm. 14Und er bestellte zwölf, dass sie um ihn seien, und dass er sie zum Predigen ausschickte, 15und gab ihnen die Macht, die Krankheiten zu heilen und die bösen Geister auszutreiben. 16Und er legte dem Simon den Namen Petrus bei, 17und berief Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen er den Namen Boanerges, das ist Donnerkinder, gab; 18und Andreas, und Philippus, und Bartholomäus, und Matthäus, und Thomas, und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus, und Simon, den Kananäer, 19und Judas Iskariot, welcher ihn auch verraten hat. 20Als sie nach Hause kamen, versammelte sich das Volk wieder, so dass sie nicht einmal ihr Brot essen konnten. 21Da die Seinigen dies hörten, gingen sie aus, ihn zu ergreifen, denn sie sagten: Er ist wahnsinnig geworden. 22Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebub, und durch den obersten der bösen Geister treibt er die bösen Geister aus. 23Da rief er sie zusammen, und redete zu ihnen in Gleichnissen: Wie kann ein Satan einen anderen Satan austreiben? 24Und wenn ein Reich wider sich selbst geteilet ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen. 25Und wenn ein Haus wider sich selbst geteilet ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen. 26Wenn nun der Satan gegen sich selbst aufsteht, so ist er geteilt, und wird nicht bestehen können, sondern es hat ein Ende mit ihm. 27Niemand kann in das Haus des Starken eindringen, und sein Hausgerät rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, dann erst wird er sein Haus ausrauben. 28Wahrlich, ich sage euch, alle Sünden werden den Menschenkindern vergeben werden, und alle Lästerungen, die sie ausstoßen mögen; 29wer aber wider den heiligen Geist lästert, wird in Ewigkeit keine Vergebung erhalten, sondern ewiger Sünde schuldig sein! 30Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist. 31Und es kamen seine Mutter und seine Brüder, und draußen stehen bleibend, schickten sie zu ihm hinein, und ließen ihn rufen. 32Das Volk aber saß um ihn her; und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen, und suchen dich. 33Da antwortete er ihnen, und sprach: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? 34Und indem er die, welche um ihn her saßen, ringsum anblickte, sprach er: Siehe da meine Mutter, und meine Brüder! 35Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder, meine Schwester, und meine Mutter.

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