Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Das Video zu diesem Tag erscheint in der Playlist auf YouTube, sobald es fertig ist.
Zefanja 1
1Wort des Herrn, welches an Sophonias erging, den Sohn Chusis, des Sohnes Godolias, des Sohnes Amarias, des Sohnes Ezekias, in den Tagen des Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda. 2Hinraffen fürwahr werde ich alles vom Erdboden hinweg, spricht der Herr, 3hinraffen Menschen und Vieh, hinraffen die Vögel des Himmels und die Fische im Meere, und die Gottlosen werden niederstürzen und ich werde die Menschen von dem Erdboden vertilgen, spricht der Herr. 4Ich werde meine Hand wider Juda und wider alle Bewohner Jerusalems ausstrecken und werde von dieser Stätte die Überreste Baals und die Namen der Tempeldiener samt den Priestern vertilgen, 5sowie die, welche das Heer des Himmels auf den Dächern und zugleich den Herrn anbeten und bei dem Herrn und zugleich bei Melchom schwören, 6und die, welche abtrünnig geworden sind von dem Herrn und den Herrn nicht suchen und nicht nach ihm fragen. 7Stille vor dem Herrn, Gott! Denn nahe ist der Tag des Herrn, denn ein Schlachtopfer hat sich der Herr zugerichtet, er hat seine Geladenen geheiligt. 8Am Tage des Opferschlachtens des Herrn aber werde ich die Fürsten und die Königssöhne heimsuchen und alle, die mit Gewändern der Fremden angetan sind. 9Und ich will an jenem Tage alle heimsuchen, die stolz die Schwelle überschreiten, die das Haus des Herrn, ihres Gottes, mit Unrecht und Trug erfüllen. 10An jenem Tage, spricht der Herr, wird lautes Geschrei gehört werden vom Fischertor her und Wehegeheul von der Unterstadt und großes Krachen von den Höhen her. 11Jammert, ihr Bewohner des Kessels! verstummt ist das ganze Volk Kanaan, alle, welche Silber um sich her anhäuften, sind ausgetilgt. 12Und es wird zu jener Zeit geschehen: Ich werde Jerusalem mit Leuchten durchforschen und die Männer heimsuchen, welche auf ihren Hefen hocken, die in ihren Herzen sprechen: Der Herr tut weder Gutes noch tut er Böses. 13Ihr Reichtum wird der Plünderung, ihre Häuser der Verödung überliefert werden; bauen sie Häuser, so sollen sie diese nicht bewohnen; pflanzen sie Weinberge, so sollen sie keinen Wein davon trinken. 14Nahe ist der große Tag des Herrn, nahe ist er und kommt eilends heran; bitter ist die Stimme des Tages des Herrn, da zagen die Streiter. 15Ein Tag des Zornes ist dieser Tag, ein Tag der Drangsal und Angst, ein Tag des Verderbens und des Elends, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölkes und des Sturmes, 16ein Tag des Posaunenschalles und des Lärmblasens wider die festen Städte und wider die ragenden Zinnen. 17Dann werde ich die Menschen bedrängen, dass sie wie Blinde umhertappen, denn sie haben wider den Herrn gesündigt; ihr Blut soll ausgeschüttet werden wie Staub und ihre Leiber wie Kot. 18Auch ihr Silber und ihr Gold wird sie nicht zu retten vermögen am Tage des Zornes des Herrn, vom Feuer seines Eifers wird die ganze Erde verzehrt werden, denn schnell wird er allen Bewohnern der Erde ein Ende machen.
Zefanja 2
1Scharet euch zusammen, scharet euch zusammen, Volk, unwürdig der Liebe! 2ehe der Beschluß den Tag plötzlich wie daherfahrenden Staub bringt, ehe über euch der grimmige Zorn des Herrn hereinbricht, ehe über euch der Tag des Zürnens des Herrn hereinbricht. 3Suchet den Herrn, all ihr Sanftmütigen im Lande, die ihr nach seinen Geboten tut! Strebet nach Gerechtigkeit, strebet nach Demut, ob ihr so vielleicht geborgen werdet am Zornestage des Herrn. 4Denn Gaza wird zerstört und Askalon zur Wüste werden, Azot, am hellen Mittage wird man es vertreiben und Akkaron wird von Grund aus zerstört werden. 5Wehe euch, ihr Bewohner des Landstriches am Meere, Volk des Verderbens! das Wort des Herrn ergeht wider euch, Kanaan, Land der Philister! Ich werde dich vertilgen, so dass du ohne Bewohner bist. 6Und der Landstrich am Meere wird zum Lager der Hirten, zur Hürde der Schafe werden 7und der Landstrich soll dem Überreste des Hauses Juda zuteil werden, dass sie darauf weiden, in den Häusern Askalons werden sie am Abend lagern; denn der Herr, ihr Gott, wird sie heimsuchen und wird ihre Gefangenschaft wenden. 8Ich habe die Schmähung Moabs gehört und die Lästerworte der Söhne Ammons, mit denen sie mein Volk schmähten und Übermut übten wider dessen Gebiet. 9Darum, so wahr ich lebe! spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Moab soll wie Sodoma werden und die Söhne Ammons wie Gomorrha, dürre Dornen, Salzhügel und auf ewig Wüstenei; der Überrest meines Volkes soll sie ausplündern und die von meinem Volke übrigen sie zu eigen nehmen. 10Solches wird ihnen widerfahren für ihren Übermut, dass sie geschmäht und sich über das Volk des Herrn der Heerscharen erhoben haben. 11Furchtbar wird sich der Herr wider sie erweisen, denn er wird alle Götter der Erde dahinschwinden lassen; alle werden ihn anbeten, ein jeder von seiner Stätte aus, alle Inseln der Völker. 12Aber auch ihr, Äthiopier! Werdet durch mein Schwert erschlagen werden. 13Und er wird seine Hand gegen Mitternacht ausstrecken und wird Assur verderben und die anmutige Stadt zur Einöde machen, zum unwegsamen Land und der Wüste gleich. 14Dann werden die Herden mitten darin lagern, die Tiere der umliegenden Völker; Nachteulen und Igel in ihren Häusern herbergen; horch, wie es singt in den Fenstern, Raben sitzen auf den Pfosten; denn ich werde ihre Macht dahinschwinden lassen. 15Dies ist die herrliche Stadt, die so sicher wohnte, die in ihrem Herzen sprach: Ich bin und außer mir ist keine mehr! Wie ist sie zur Wüstenei geworden, eine Lagerstätte des Wildes! Alle, die an ihr vorüberziehen, werden zischen und die Hand schwingen.
Zefanja 3
1Wehe der zum Zorne herausfordernden, der erlösten Stadt, der Taube! 2Sie hat auf keinen Ruf gehört und keine Zucht angenommen; auf den Herrn hat sie nicht vertraut, ihrem Gott ist sie nicht genaht. 3Ihre Fürsten in ihrer Mitte sind wie brüllende Löwen, ihre Richter wie Wölfe am Abend, die nichts übriglassen für den anderen Morgen. 4Ihre Propheten sind wahnwitzig, Männer der Untreue; ihre Priester entweihen, was heilig ist, und vergewaltigen das Gesetz. 5Der Herr ist gerecht in ihrer Mitte und tut kein Unrecht, jeden Morgen lässt er sein Recht ans Licht treten und er bleibt nicht verborgen, aber der Böse kennt keine Scham. 6Ich habe Völker vertilgt, in Trümmer liegen ihre Burgen; ich habe ihre Straßen öde gemacht, dass niemand darauf vorüberzieht; ihre Städte sind verwüstet und niemand, kein Bewohner blieb darin. 7Da sprach ich: Nun doch fürchte mich, nimm Zucht an, so soll der Untergang nicht über ihre Wohnstätte kommen, um all des Böse willen, womit ich sie heimgesucht; aber vom frühen Morgen an war all ihr Dichten und Trachten verderbt. 8Darum harre mein, spricht der Herr, am Tage, da ich mich erhebe für die Zukunft, denn mein Rechtsspruch ist es, dass ich die Völker versammle und die Reiche zusammenraffe; und ich will über sie meinen Unwillen ausgießen, all meine Zornesglut, denn das Feuer meines Zorneifers soll die ganze Erde verzehren. 9Denn alsdann werde ich den Völkern wieder reine Lippen geben, dass alle den Namen des Herrn anrufen und ihm dienen Schulter an Schulter. 10Von jenseits der Ströme Äthiopiens werden meine Anbeter, die Söhne meiner Zerstreuten, mir Opfergaben darbringen. 11An jenem Tage darfst du nicht mehr erröten ob all deiner Bestrebungen, mit denen du wider mich gesündigt; denn alsdann werde ich aus deiner Mitte die über deine Hoheit Großsprechende hinwegnehmen und du wirst dich nicht ferner ob meines heiligen Berges überheben. 12Und ich werde dir ein geringes und dürftiges Volk übriglassen, das auf den Namen des Herrn vertraut. 13Israels Überrest wird kein Unrecht mehr begehen und nicht Lügen reden noch wird in ihrem Munde trügerische Zunge erfunden werden, denn sie werden weiden und sich lagern, ohne dass jemand sie aufschreckt. 14Juble, Tochter Sion! frohlocke, Israel! freue dich und jauchze von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! 15Hinweggenommen hat der Herr dein Strafgericht, hinweggeräumt deine Feinde; der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte, kein Übel sollst du fortan fürchten. 16An jenem Tage wird man Jerusalem zurufen: Fürchte dich nicht! und Sion: Nicht sollen deine Hände schlaff werden! 17Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, der Starke, er wird dein Helfer sein; er wird sich über dich freuen in Wonne, schweigen vor Liebe, frohlocken über dich mit Jubel. 18Die Tändler, welche vom Gesetze abgefallen sind, werde ich sammeln, denn sie waren aus dir, damit du nicht ferner Schmach leidest ihretwillen. 19Siehe, in jener Zeit will ich alle Töten, die dich bedrückt haben, und das Hinkende heilen und das Zerstreute sammeln; und ich will sie zum Preis und Ruhm in allen Ländern machen, wo sie Schmach erlitten. 20Zu jener Zeit will ich euch herbeiführen, zu der Zeit, da ich euch sammle; denn ich werde euch zum Ruhm und Lobpreis machen bei allen Völkern der Erde, wenn ich eure Gefangenschaft vor euern Augen wende, spricht der Herr.