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Die Bibel in einem Jahr · Tag 221 von 365

Jesaja 17–20

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Jesaja 17

1Last über Damaskus. Siehe, Damaskus wird aufhören, eine Stadt zu sein und wie ein zerfallener Steinhaufen bei Trümmern werden. 2Die Städte von Aroer werden den Herden überlassen sein; diese werden dort lagern, ohne dass jemand sie aufschreckt. 3Und die Stütze wird von Ephraim weichen und das Königtum von Damaskus und den Überbleibseln Syriens wird es ergehen wie der Herrlichkeit der Söhne Israels, spricht der Herr der Heerscharen. 4Und es geschieht an jenem Tage: zusammenschrumpfen wird die Herrlichkeit Jakobs und das Fett seines Fleisches dahinschwinden. 5Dann wird es sein, wie wenn man in der Ernte sammelt, was da steht, wie wenn der Arm des Schnitters Ähren liest, und es wird sein, wie wenn man Ähren sucht im Tale Raphaim. 6Es wird von ihm gleichsam nur eine Traube übrig sein, wie nach dem Schütteln des Ölbaumes zwei oder drei Oliven an der Spitze des Zweiges oder vier oder fünf an den Enden als seine Frucht, spricht der Herr, der Gott Israels. 7An jenem Tage werden sich die Menschen zu ihrem Schöpfer wenden und ihre Augen werden auf den Heiligen Israels schauen 8und sie werden sich nicht zu den Altären hinwenden, die ihre Hände gemacht haben, und nicht auf das schauen, was ihre Finger gefertigt, auf die Haine und Tempel. 9An jenem Tage werden die Städte seiner Macht verlassen sein wie die Pflüge und die Saaten, welche von den Söhnen Israels verlassen wurden, und du wirst zur Wüste werden. 10Denn du hast Gottes, deines Retters, vergessen und warst nicht deines starken Helfers eingedenk; deshalb magst du eine dauerhafte Pflanzung setzen und fremdes Gewächs säen. 11Am Tage deiner Pflanzung wird es eine wilde Rebe sein und frühzeitig kommt das von dir Gesäte zur Blüte, aber am Tage des Einsammelns ist die Ernte verschwunden und bitter ist der Schmerz. 12Wehe der Menge vieler Völker, wie ein gewaltiges, brausendes Meer; der Scharen Getümmel ist wie das Rauschen vieler Wasser. 13Die Völker werden rauschen, wie überströmende Wasser tosen. Aber er bedräut sie und sie fliehen fernhin und werden hinweggerafft, wie der Staub auf den Bergen vor dem Winde und wie Staubwirbel vor dem Ungewitter. 14Zur Abendzeit siehe da, Bestürzung! Am Morgen, und sie sind nicht mehr. Das ist der Anteil derer, die uns geplündert, und das Los derer, die uns beraubt haben.

Jesaja 18

1Wehe dem Land mit schwirrendem Fittich, welches jenseits der Ströme Äthiopiens ist, 2das Boten auf das Meer sendet und in Rohrschiffen über die Wasser! Gehet hin, ihr schnellen Boten, zum erregten und zerrissenen Volke, zum furchtbaren Volke, nach welchem kein anderes Mehr, zu dem harrenden und zertretenen Volke, dessen Land die Flüsse durchschneiden. 3Alle Bewohner des Erdkreises, die ihr auf Erden weilt, wenn das Panier auf den Bergen erhoben wird, sollt ihr schauen und auf den Klang der Posaunen hören. 4Denn also spricht der Herr zu mir: Ich will ruhig zuschauen an meiner Stätte, wie das Mittagslicht klar ist und wie die Tauwolke zur Erntezeit. 5Denn vor der Ernte blühte er mächtig auf, eine unzeitige Vollendung, und man wird seine Ranken mit Sicheln abschneiden und was noch übriggeblieben ist, wird abgeschnitten und weggeworfen werden. 6Und sie werden allzumal den Vögeln auf den Bergen und den wilden Tieren auf der Erde preisgegeben, die Vögel werden darauf den ganzen Sommer verweilen und alle Tiere des Landes darauf den Winter zubringen. 7Zu jener Zeit werden dem Herrn der Heerscharen Gaben dargebracht werden von dem erregten und zerrissenen Volk, von dem furchtbaren Volk, hinter welchem kein anderes mehr ist, von dem harrenden, dem harrenden und zertretenen Volk, dessen Land die Flüsse durchschneiden, bis zur Stätte des Namens des Herrn der Heerscharen, dem Berge Sion.

Jesaja 19

1Last über Ägypten. Siehe, der Herr steigt auf eine leichte Wolke und kommt nach Ägypten, da erheben die Götzenbilder Ägyptens vor seinem Antlitz und der Ägypter Herz verzagt in ihrem Innern. 2Dann werde ich Ägypter gegen Ägypter in Aufruhr bringen, Bruder wird gegen Bruder kämpfen, Freund gegen Freund, Stadt gegen Stadt, Reich gegen Reich! 3Und der Geist Ägyptens wird in seinem Innern entschwinden und seine Überlegung werde ich vereiteln; sie werden ihre Götzen, ihre Wahrsager, Geister und Zauberer befragen. 4Und ich werde Ägypten der Gewalt grausamer Herrscher überliefern und ein gewalttätiger König soll über sie herrschen, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen. 5Und das Wasser aus dem Meere wird versiegen, der Strom wird veröden und austrocknen. 6Die Flüsse werden sich verlaufen, die Kanäle der Dämme werden seicht werden und austrocknen, Rohr und Schilf verdorren. 7Des Stromes Bett wird bloßgelegt sein von seiner Quelle an und alle der Bewässerung bedürftige Saat wird verdorren, vertrocknen und nicht mehr sein. 8Da werden die Fischer trauern und alle wehklagen, welche die Angel in den Strom auswerfen; und die das Netz ausbreiten über die Wasserflächen, werden sich abhärmen. 9Bestürzt werden, die den Flachs bearbeiten, ihn kämmen und fein weben. 10Alle Bewässerungen werden dahinschwinden, alle, die Gruben zum Fischfange machten. 11Zu Toren werden die Fürsten von Tanis, die weisen Ratgeber Pharaos geben törichten Rat. Wie könnt ihr zu Pharao sagen: Ein Sohn der Weisen bin ich, ein Sohn alter Könige? 12Wo sind jetzt deine Weisen? Sie mögen dir kundgeben und anzeigen, was der Herr der Heerscharen über Ägypten beschlossen hat! 13Zu Toren sind die Fürsten von Tanis geworden, kraftlos die Fürsten von Memphis; sie haben Ägypten getäuscht, den Eckstein seiner Völker. 14Der Herr goss in sein Inneres den Geist des Schwindels und sie leiteten Ägypten in allem irre, was es tat, wie ein bis zum Erbrechen Betrunkener umherschwankt. 15Kein Unternehmen wir es für Ägypten geben, das Haupt und Schweif, den Gebeugten und den Gebietenden förderte. 16An jenem Tage wird Ägypten Weibern gleich sein und sie werden erschrecken und sich fürchten vor dem Schwunge der Hand des Herrn der Heerscharen, die er über dasselbe erheben wird. 17Und das Land Juda wird für Ägypten ein Gegenstand des Schreckens sein; ein jeder, der dessen gedenkt, wird in Furcht geraten vor dem Ratschlusse des Herrn der Heerscharen, den er über Ägypten gefasst hat. 18An jenem Tage werden fünf Städte im Lande Ägypten sein, welche die Sprache Kanaans reden und bei dem Herrn der Heerscharen schwören; Sonnenstadt wird die eine heißen. 19An jenem Tage wird ein Altar des Herrn inmitten Ägyptens sein und eine Denksäule des Herrn an dessen Grenze. 20Zum Zeichen und zum Zeugnis für den Herrn der Heerscharen soll es sein im Lande Ägypten. Denn sie werden zu dem Herrn rufen ihrer Bedränger wegen und er wird ihnen einen Retter und Beschirmer senden, der sie befreie. 21Und der Herr wird von Ägypten erkannt werden und die Ägypter werden den Herrn an jenem Tage erkennen und ihn durch Opfer und Gaben verehren, sie werden dem Herrn Gelübde darbringen und sie erfüllen. 22Und der Herr wird Ägypten mit Unglück schlagen und es heilen, sie werden sich zu dem Herrn bekehren und er wird sich mit ihnen versöhnen lassen und sie heilen. 23An jenem Tage wird eine Straße von Ägypten zu den Assyriern gehen; der Assyrier wird nach Ägypten kommen und die Ägypter werden Assur untertan sein. 24An jenem Tage wird Israel der dritte sein mit den Ägyptern und Assyriern, ein Segen inmitten der Erde; 25denn der Herr der Heerscharen segnet sie und spricht: Gesegnet sei mein Volk Ägypten und meiner Hände Werk für den Assyrier, Israel aber mein Erbe!

Jesaja 20

1In dem Jahre, in dem Tharthan nach Azot kam, als ihn Sargon, der König der Assyrier, gesandt hatte und er gegen Azot kämpfte und es einnahm, 2zu jener Zeit redete der Herr durch Isaias, den Sohn des Amos, und sprach: Gehe und löse das Bußgewand von deinen Lenden und lege deine Schuhe ab von deinen Füßen! Und er tat und ging ohne Obergewand und barfuß einher. 3Da sprach der Herr: Wie mein Knecht Isaias ohne Obergewand und barfuß einhergeht, wird er drei Jahre lang ein Zeichen und Wunder für Ägypten und für Äthiopien sein: 4so wird der König von Assyrien die gefangenen Ägypter und die ausgewanderten Äthiopier forttreiben, sowohl Jünglinge wie Greise, nackt und barfuß, mit entblößtem Gesäß, zur Schande für Ägypten. 5Dann werden sie verzagen und wegen Äthiopiens beschämt werden, auf das sie hofften, und wegen Ägyptens, dessen sie sich rühmten. 6Und die Bewohner dieses Küstenlandes werden an jenem Tage sprechen: Sehet, auf diese setzten wir unsere Hoffnung und zu ihnen flohen wir um Hilfe, dass sie uns vor dem Könige von Assyrien erretteten; wie sollten wir entrinnen können?

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