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Die Bibel in einem Jahr · Tag 2 von 365

Genesis 3–4

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Genesis 3

1Die Schlange aber war listiger als alle Tiere der Erde, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Diese sprach zu dem Weibe: Warum hat euch Gott geboten, ihr sollt nicht von allen Bäumen des Paradieses essen? 2Da antwortete das Weib derselben: Von den Früchten der Bäume, die im Paradiese sind, dürfen wir essen, 3aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Paradieses ist, gebot uns Gott, nicht zu essen, und ihn auch nicht zu berühren, damit wir nicht sterben. 4Die Schlange aber sprach zum Weibe: Keinesweges werdet ihr sterben. 5Denn Gott weiß, dass, welchen Tages ihr davon esset, eure Augen sich auftun und ihr wie Götter sein werdet, Gutes und Böses erkennend. 6Da sah das Weib, dass der Baum gut davon zu essen, und lieblich den Augen, und angenehm anzuschauen sei, und sie nahm von seiner Frucht, und aß, und gab ihrem Manne, und er aß. 7Da wurden beider Augen aufgetan; und da sie erkannten, dass sie nackt seien, flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Schürzen. 8Und da sie die Stimme Gottes, des Herrn, hörten, der in der Kühle nach dem Mittage im Paradiese wandelte, verbargen sich Adam und sein Weib vor dem Angesichte Gottes, des Herrn, inmitten der Bäume des Paradieses. 9Da rief der Herr, Gott, Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 10Dieser antwortete: ich hörte deine Stimme im Paradiese und fürchtete mich, weil ich nackt bin, und verbarg mich. 11da sprach Gott zu ihm: Wer hat dir den angezeigt, dass du nackt bist? Einzig, dass du von dem Baume gegessen hast, von dem ich dir geboten, nicht zu essen. 12Und Adam sprach: Das Weib, das du mir zur Gefährtin gegeben hast, gab mir von dem Baume, und ich aß. 13Da sprach Gott, der Herr, zu dem Weibe: Warum hast du das getan? Sie antwortete: Die Schlange betrog mich, und ich aß. 14Und Gott, der Herr, sprach zu der Schlange: Weil du dies getan hast, so bist du verflucht unter allem Vieh und unter den Tieren des Feldes; auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. 15Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, und zwischen deiner Nachkommenschaft und ihrer Nachkommenschaft: sie wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihrer Ferse nachstellen. 16Und zum Weibe sprach er: Ich will die Beschwerden deiner Schwangerschaften vervielfältigen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären, und unter der Gewalt des Mannes sein, und er soll Herr über dich sein. 17Zu Adam aber sprach er: Weil du der Stimme deines Weibes Gehör gegeben, und von dem Baume gegessen hast, von dem ich dir geboten, nicht zu essen, so sei die Erde verflucht, ob deiner Tat; mit vieler Arbeit sollst du dich von ihr nähren, dein Leben lang. 18Dornen und Disteln soll sie dir tragen, und du sollst das Kraut des Feldes essen. 19Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen, bis du zur Erde wiederkehrest, von der du genommen bist; denn du bist Staub und sollst zum Staube zurückkehren. 20Und Adam gab seinem Weibe den Namen Heva; deshalb weil sie die Mutter aller Lebendigen war. 21Und Gott, der Herr, machte Adam und seinem Weibe Gewänder von Fellen und bekleidete sie damit. 22Und er sprach: Siehe, Adam ist wie einer von uns geworden, Gutes und Böses erkennend; dass er nunmehr nicht etwa seine Hand ausstreckt, und auch vom Baume des Lebens nimmt, und ißt, und ewig lebt! 23Da verwies ihn Gott, der Herr, aus dem Paradiese der Wonne, dass er die Erde bebaue, von der er genommen worden. 24Und Gott trieb Adam hinaus und setzte vor das Paradies der Wonne die Cherubim mit flammendem zuckenden Schwerte, den Weg zum Baume des Lebens zu bewachen.

Genesis 4

1Adam aber erkannte sein Weib Heva, und sie empfing und gebar den Kain, und sprach: Ich habe durch Gott einen Menschen erhalten. 2Und abermals gebar sie, seinen Bruder Abel. Abel aber war ein Schafhirt, und Kain ein Ackerbauer. 3Es begab sich aber nach vielen Tagen, dass Kain von den Früchten der Erde dem Herrn Opfergaben darbrachte. 4Abel aber brachte gleichfalls Opfer dar, von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fette. Da sah der Herr auf Abel und sein Opfer; 5aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht; und Kain ergrimmte so heftig, dass sein Angesicht einfiel. 6Da sprach der Herr zu ihm: Warum bist du ergrimmt, und warum ist dein Angesicht eingefallen? 7Wirst du nicht, wenn du Gutes tust, Lohn empfangen? Tuest du aber Böses, wird nicht sogleich die Sünde vor der Tür sein? Aber ihre Begier soll unter dir sein, und du sollst über sie herrschen. 8Und Kain sagte zu Abel, seinem Bruder: Lass uns hinaus gehen! Als sie nun auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn. 9Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er aber antwortete: Ich weiß es nicht! Bin ich etwa der Hüter meines Bruders? 10Und er sprach zu ihm: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit auf zu mir von der Erde. 11So sei nun verflucht auf der Erde, die ihren Mund aufgetan und deines Bruders Blut von deiner Hand empfangen hat. 12Wenn du sie bebaust, soll sie dir ihre Früchte nicht geben; unstet und flüchtig sollst du auf Erden sein! 13Und Kain sprach zu dem Herrn: Meine Missetat ist zu groß, als dass ich Verzeihung verdiente! 14Siehe, du treibst mich heute aus dem Lande, und ich muss mich vor deinem Angesichte verbergen, und werde unstet und flüchtig sein auf Erden. Jeder also, der mich findet, wird mich töten! 15Da sprach der Herr zu ihm: Das soll keineswegs geschehen, sondern wer immer Kain tötet, soll siebenfach gestraft werden. Und der Herr gab Kain ein Zeichen, dass niemand ihn töte, der ihn irgend fände. 16Da zog Kain weg von dem Angesichte des Herrn und nahm im Lande ostwärts von Eden seinen Aufenthalt als Flüchtling. 17Und Kain erkannte sein Weib, und sie empfing und gebar Henoch. Und er baute eine Stadt und nannte sie nach dem Namen seines Sohnes, Henoch. 18Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Maviael, Maviael zeugte Mathusael, und Mathusael zeugte Lamech. 19Dieser nahm sich zwei Frauen: der Name der einen war Ada, der Name der anderen Sella. 20Und Ada gebar Jabel; dieser wurde der Vater der Zeltbewohner und der Hirten. 21Sein Bruder aber hieß Jubal; dieser ward der Vater derer, welche die Laute und die Flöte spielen. 22Und Sella gebar den Tubalkain, der allerlei Erz und Eisenwerk hämmerte und schmiedete. Die Schwester Tubalkains aber war Noema. 23Und es sprach Lamech zu seinen Weibern Ada und Sella. Höret meine Stimme, ihr Weiber Lamechs! Merket auf meine Rede: ich habe einen Mann erschlagen für meine Wunde, einen Jüngling für meine Beule. 24Siebenfach wird Kain gerächt werden, Lamech aber siebenzigmal siebenmal. 25Und Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Seth, indem sie sprach: Es hat mir Gott eine andere Nachkommenschaft gesetzt an Stelle Abels, den Kain erschlagen hat. 26Aber auch Seth ward ein Sohn geboren, den er Enos nannte. Dieser fing an, den Namen des Herrn anzurufen.

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