Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Psalmen 89
1Gebet Moses, des Mannes Gottes. O Herr! du bist unsere Zuflucht gewesen von Geschlecht zu Geschlecht. 2Ehedenn die Berge wurden und die Erde gebildet ward und ihr Umkreis, bist du, Gott! von Ewigkeit zu Ewigkeit. 3Verstoße den Menschen nicht zur Niedrigkeit, du, der ja gesagt: Bekehret euch, ihr Menschenkinder! 4Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, der vorübergegangen ist, und wie eine Wache in der Nacht. 5Was für nichts vor ihnen geachtet wird, das sind Jahre. 6Wie das Gras am Morgen hervorwächst, um abzusterben, am Abend abwelkt, hart wird und verdorrt, 7So schwinden wir dahin durch deinen Zorn und sind verstört durch deinen Grimm. 8Du stellst unsere Missetaten vor deine Augen, die Zeit unseres Lebens in das Licht deines Angesichtes. 9Denn alle unsere Tage schwinden dahin, wir vergehen durch deinen Zorn, unsere Jahre mühen sich ab wie eine Spinne; 10die Zeit unserer Jahre ist siebzig Jahre und aufs höchste achtzig Jahre und was darüber hinaus ist, ist Mühsal und Schmerz; denn die Milde kommt und wir werden hingerafft. 11Wer kann die Stärke deines Zornes und aus Furcht vor dir deinen Grimm bemessen? 12So gib denn so deine Macht kund und lass unser Herz in der Weisheit belehrt werden. 13Kehre wieder, Herr! Wie lange noch? Lass dich erbitten über deine Diener! 14So werden wir am Morgen deine Gnade reichlich empfangen und frohlocken und uns alle unsere Tage freuen. 15Wir werden uns freuen nach Maß der Tage, in denen du uns gebeugt hast, der Jahre, in denen wir Unglück sahen. 16Siehe auf deine Diener herab und auf deine Werke und lenke ihre Kinder! 17Und der Glanz des Herrn, unsers Gottes, leuchte über uns und die Werke unserer Hände fördere über uns, ja das Werk unserer Hände wollest du fördern!
Psalmen 90
1Lobgesang Davids. Wer unter der Hilfe des Allerhöchsten wohnt, weilt unter dem Schirme des Gottes des Himmels. 2Er kann zu dem Herrn sagen: Du bist mein Helfer und meine Zuflucht, mein Gott, auf den ich vertraue. 3Denn er befreit mich aus der Schlinge der Vogelsteller, und von Ungemach. 4Mit seinen Schultern wird er dich decken und unter seinen Flügeln wirst du Hoffnung schöpfen. 5Mit einem Schild wird dich seine Treue umgeben; vor den Schrecken der Nacht darfst du dich nicht fürchten, 6nicht vor dem Pfeile, der bei Tage fliegt, vor dem Unheil, das im Finstern wandelt, vor dem Überfalle und dem bösen Geiste am Mittag. 7Fallen auch tausend an deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dir nicht nahen. 8Ja, mit eigenen Augen wirst du es schauen und die Vergeltung an den Sündern sehen. 9Denn du, o Herr! bist meine Hoffnung, den Allerhöchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht. 10Kein Unheil wird dir begegnen und keine Plage deinem Zelte nahen. 11Denn er hat seinen Engeln für dich geboten, dass sie dich auf allen deinen Wegen behüten. 12Auf den Händen werden sie dich tragen, dass du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. 13Über Nattern und Ottern wirst du hinschreiten und Löwen und Drachen zertreten. 14Weil er auf mich vertraut, so will ich ihn befreien; ihn beschirmen, weil er meinen Namen kennt. 15Er wird mich anrufen und ich werde ihn erhören, ich bin bei ihm in der Not, ich werde ihn retten und ihn zu Ehren bringen: 16Mit langem Leben will ich ihn sättigen und ihn mein Heil schauen lassen.
Psalmen 91
1Ein Psalmlied, am Sabbattage. 2Gut ist es, den Herrn zu preisen und Lob zu singen deinem Namen, du Höchster! 3Am frühen Morgen deine Barmherzigkeit zu verkünden und deine Treue des Nachts, 4mit zehnsaitigem Spiele, mit der Harfe, mit Jubellied zur Zither. 5Denn du erfreuest mich, Herr! durch dein Tun, über die Werke deiner Hände will ich jubeln. 6Wie herrlich sind deine Werke, o Herr! Sehr tief sind deine Gedanken! 7Ein unverständiger Mensch erkennt dies nicht und ein Tier versteht dies nicht. 8Wenn die Sünder gleich dem Grase aufsprossen und alle Übeltäter aufblühen, so ist es, damit sie vertilgt werden auf ewig. 9Du aber bist der Höchste in Ewigkeit, o Herr! 10Denn siehe, deine Feinde, o Herr! denn siehe, deine Feinde kommen um, und zerstreut werden alle, die Böses tun. 11Doch mein Herz wird erhöht wie das des Einhorns und mein Alter wird großes Erbarmen genießen. 12Und mein Auge wird herabschauen auf meine Feinde und an meinen boshaften Widersachern wird sich mein Ohr letzen. 13Der Gerechte wird blühen gleich der Palme, gleich der Zeder des Libanon gedeihen. 14Im Hause des Herrn gepflanzt, werden sie blühen in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes. 15Noch im späten Alter werden sie gedeihen und frisch sein, 16um zu verkünden, dass der Herr, unser Gott, gerecht und kein Unrecht an ihm ist.
Psalmen 92
1Loblied Davids, für den Tag vor dem Sabbate, da die Erde gegründet worden. Der Herr ist König, er hat sich mit Herrlichkeit bekleidet; der Herr hat sich mit Macht angetan und umgürtet, denn er hat den Erdkreis gefestigt, dass er nicht wanke. 2dein Thron ist fest gegründet von ehedem, von Ewigkeit her bist du! 3Es erheben Ströme, o Herr! es erheben Ströme ihr Brausen, es erheben Ströme ihr Tosen 4vom Wogensturme großer Wassermassen; wunderbar sind die Brandungen des Meeres, wunderbar der Herr in der Höhe! 5Deine Zeugnisse sind überaus treu bewährt, deinem Hause ziemt Heiligkeit, o Herr! für alle Zeiten.