Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
Psalmen 13
1Zum Ende, ein Psalm Davids. Es spricht der Tor in seinem Herzen: “Es ist kein Gott!” Verderbt sind sie und verabscheuungswürdig sind sie geworden in ihren Anschlägen. Keiner ist, der Gutes tue, auch nicht ein einziger. 2Der Herr blickt vom Himmel auf die Menschenkinder, zu sehen, ob einer einsichtig sei oder nach Gott frage. 3Alle sind sie abgewichen, insgesamt unnütz geworden; keiner ist, der Gutes tue, auch nicht ein einziger. Ein offenes Grab ist ihr Schlund; mit ihren Zungen handeln sie trüglich, Natterngift ist unter ihren Lippen. Von Lästerung und Bitterkeit ist ihr Mund voll, behend sind ihre Füße zum Blutvergießen. Verderben und Unglück sind auf ihren Wegen und den Weg des Friedens kennen sie nicht, die Furcht Gottes ist nicht vor ihren Augen. 4Sind nicht ohne Einsicht alle, die Übles tun, die mein Volk verschlingen wie einen Bissen Brot? 5Den Herrn riefen sie nicht an; dort zitterten sie vor Furcht, wo nichts zu fürchten war. 6Denn der Herr ist mit dem Geschlechte der Gerechten; den Ratschluss des Armen habt ihr verhöhnt, dass der Herr seine Hoffnung sei. 7O dass doch Israel Heil aus Sion käme! Wenn der Herr die Gefangenschaft seines Volkes abwendet, wird Jakob frohlocken und Israel sich freuen!
Psalmen 14
1Ein Psalm Davids. O Herr! wer darf weilen in deinem Zelte? Oder wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge? 2Wer unsträflich wandelt und Gerechtigkeit übt, 3wer Wahrheit spricht in seinem Herzen, wer mit seiner Zunge nicht Trug übt, wer seinem Nächsten nichts Übles tut und Schmähung nicht auf seinen Nächsten häuft; 4in wessen Augen der Bösewicht nichts gilt, der oder die, welche den Herrn fürchten, in Ehren hält; wer seinem Nächsten schwört und ihn nicht betrügt; 5wer sein Geld nicht auf Wucher gibt und Geschenke nicht annimmt gegen den Unschuldigen; wer so handelt, wird nimmermehr wanken.
Psalmen 15
1Aufschrift Davids. Von David. Behüte mich, Herr! denn auf dich vertraue ich. 2Ich spreche zu dem Herrn: Mein Gott bist du, denn nicht bedarfst du meiner Güter. 3Den Heiligen, die in seinem Lande sind, hat er wunderbar alle meine Wünsche zugewendet. 4Gemehrt haben sich ihre Götzen, sie eilen denselben nach. Nicht werde ich ihre Versammlungen zusammenrufen zu Blutopfern, noch ihre Namen auf meine Lippen nehmen. 5Der Herr ist mein Erbteil und meines Bechers Anteil; du bist es, der mir mein Erbe verleiht. 6Auf Herrliches ist mir das Los gefallen, denn mein Erbe ist mir herrlich. 7Ich will den Herrn preisen, der mir Einsicht gegeben; dazu mahnt mich selbst bis in die Nacht mein Innerstes. 8Ich sehe den Herrn allezeit vor mir; denn er steht mir zur Rechten, damit ich nicht wanke. 9Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge, und auch mein Leib wird in Zuversicht ruhen; 10denn du wirst meine Seele nicht im Totenreiche lassen noch deinen Heiligen die Verwesung schauen lassen. 11Du wirst mir die Wege des Lebens kundtun, wirst mich mit Wonne erfüllen vor deinem Angesichte, Freude zu deiner Rechten immerdar.
Psalmen 16
1Ein Gebet Davids. Erhöre, Herr! meine gerechte Sache. Merke auf mein Flehen. Vernimm mein Gebet, das von Lippen ohne Trug ausgeht. 2Lass von deinem Angesichte mein Recht ausgehen; deine Augen mögen auf das schauen, was recht ist. 3Prüfest du mein Herz und suchst es des Nachts heim, erprobst du mich im Feuer, kein Unrecht wird an mir erfunden. 4Auf dass mein Mund nicht von Menschenwerken rede, um der Worte deiner Lippen willen mied ich die Pfade des Unheils. 5Mache meinen Wandel standhaft auf deinen Wegen, dass meine Tritte nicht wanken. 6Ich rufe zu dir, denn du erhörst mich, o Gott! neige dein Ohr zu mir und höre meine Rede! 7Erweise mir deine wunderbaren Erbarmungen, der du die rettest, die auf dich hoffen. 8Behüte mich wie deinen Augapfel vor den Widersachern deiner Rechten; unter dem Schatten deiner Flügel beschirme mich, 9vor den Gottlosen, die mich vergewaltigen. Meine Feinde umgeben meine Seele, 10verschlossen haben sie ihr gefühlloses Herz, ihr Mund führt stolze Reden. 11Schon haben sie mich hinausgestoßen und umringen mich jetzt, sie richten ihr Absehen darauf, mich zu Boden zu stricken. 12Sie lauern mir auf wie ein Löwe, gierig nach Raub, und wie ein junger Löwe, der im Verstecke liegt. 13Auf, o Herr! komm ihm zuvor und wirf ihn nieder; rette meine Seele vor dem Gottlosen, entreiß dein Schwert 14den Feinden deiner Hand. Herr! aus den wenigen von der Erde weg scheide sie in der Fülle des Lebens. Mit deinen verborgenen Schätzen ist ihr Bauch erfüllt; sie haben Söhne in Fülle und diese hinterlassen ihren Kindern ihren Überfluss. 15Ich aber werde in Gerechtigkeit vor deinem Angesichte erscheinen, mich ersättigen, wenn sich deine Herrlichkeit offenbart.