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Die Bibel in einem Jahr · Tag 11 von 365

Genesis 21–22

Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).

Genesis 21

1Der Herr aber suchte Sara heim, wie er verheißen hatte, und erfüllte, was er geredet. 2Und sie empfing und gebar einen Sohn in ihrem Greisenalter, um die Zeit, für welche Gott es ihr vorhergesagt hatte. 3Und Abraham nannte den Namen seines Sohnes, den ihm Sara gebar, Isaak 4und beschnitt ihn am achten Tage, wie Gott ihm geboten hatte, 5da er hundert Jahre alt war; denn in diesem Alter seines Vaters wurde Isaak geboren. 6Und Sara sprach: Freude hat mir Gott bereitet; jeder, der es hört, wird sich mit mir freuen. 7Und wieder sprach sie: Wer glaubte, dass Abraham noch hören würde: Sara säugt einen Sohn, den sie ihm, als er schon ein Greis war, geboren? 8Und der Knabe wuchs heran und ward entwöhnt; und Abraham veranstaltete ein großes Mahl an dem Tage, an dem er entwöhnt ward. 9Als nun Sara den Sohn der Ägypterin Agar mit ihrem Sohn Isaak spielen sah, sprach sie zu Abraham: 10Treibe diese Magd fort mit ihrem Sohne; denn der Sohn der Magd soll nicht mit meinem Sohne Isaak Erbe sein. 11Abraham aber missfiel dies sehr um seines Sohnes willen. 12Da sprach Gott zu ihm: Lass es dir nicht hart scheinen wegen des Knaben und wegen deiner Magd; in allem, was Sara dir gesagt hat, höre auf ihre Stimme; denn nach Isaak soll deine Nachkommenschaft genannt werden. 13Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volke machen, weil er dein Nachkomme ist. 14Am andern Morgen stand Abraham früh auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser, und legte es ihr auf die Schulter, gab ihr den Knaben, und sandte sie fort. Da ging sie hinweg und irrte in der Wüste Bersabee umher. 15Als nun das Wasser im Schlauche ausgegangen war, legte sie den Knaben unter einen der Bäume, die dort waren, 16und ging hin, und setzte sich gegenüber, abseits, einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: Ich kann den Knaben nicht sterben sehen. Und so saß sie gegenüber, und erhob ihre Stimme, und weinte. 17Da erhörte Gott die Stimme des Knaben; und der Engel Gottes rief der Agar vom Himmel her zu und sprach: Was ist dir, Agar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat die Stimme des Knaben erhört dort, wo er ist. 18Stehe auf, nimm den Knaben da, fasse ihn bei der Hand; denn ich will ihn zu einem großen Volke machen. 19Und Gott tat ihre Augen auf; da sah sie einen Wasserbrunnen, und ging hin und füllte den Schlauch, und gab dem Knaben zu trinken. 20Und Gott war mit ihm; und er wuchs heran, und wohnte in der Wüste, und ward ein junger Bogenschütze. 21Und er wohnte in der Wüste Pharan, und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus dem Lande Ägypten. 22Zu derselben Zeit sprach Abimelech und Phikol, sein Heeresführer, zu Abraham: Gott ist mit dir in allem, was du tust. 23Darum schwöre mir bei Gott, dass du mir und meinen Nachkommen, und meinem Geschlechte nicht schaden willst, sondern nach der Liebe, die ich an dir getan, tue auch mir und dem Lande, in dem du dich als Fremdling aufhieltest. 24Und Abraham sprach: Ich will schwören. 25Aber er beschwerte sich bei Abimelech wegen eines Wasserbrunnens, den die Knechte desselben mit Gewalt in Besitz genommen hatten. 26Und Abimelech antwortete: Ich weiß nicht, wer dies getan hat; weder hast du mir etwas davon gesagt, noch habe ich bis heut davon gehört. 27Da nahm Abraham Schafe und Rinder, und gab sie Abimelech; und beide schlossen ein Bündnis. 28Und Abraham stellte sieben Lämmer aus der Herde besonders. 29Da sprach Abimelech zu ihm: Was sollen diese sieben Lämmer, die du besonders gestellt hast? 30Er aber sprach: Diese sieben Lämmer sollst du von meiner Hand annehmen, damit sie mir zum Zeugnisse dienen, dass ich diesen Brunnen hier gegraben habe. 31Darum heißt dieser Ort Bersabee, weil beide daselbst geschworen haben. 32So schlossen sie ein Bündnis am Brunnen des Schwures. 33Abimelech aber und Phikol, sein Heerführer, brachen auf und kehrten in das Land der Philister zurück. Abraham aber pflanzte einen Hain in Bersabee und rief daselbst den Namen des Herrn, des ewigen Gottes, an. 34Und er war ein Fremdling im Lande der Philister lange Zeit.

Genesis 22

1Nach diesen Begebenheiten prüfte Gott Abraham, und sprach zu ihm: Abraham, Abraham! Er aber antwortete: Hier bin ich. 2Und Gott sprach zu ihm: Nimm deinen einzigen Sohn, den du liebst, Isaak, und ziehe in das Land der Erscheinung; und bringe ihn daselbst als Brandopfer auf einem der Berge dar, den ich dir zeigen werde. 3Da stand Abraham des Nachts auf, sattelte seinen Esel, und nahm zwei Knechte und seinen Sohn Isaak mit sich. Und nachdem er Holz zum Brandopfer gespalten, brach er nach dem Orte auf, den Gott ihm bezeichnet hatte. 4Am dritten Tage aber erhob Abraham seine Augen und erblickte den Ort von ferne. 5Da sprach er zu seinen Knechten: Wartet hier mit dem Esel; ich und der Knabe wir wollen dorthin gehen, und nachdem wir angebetet haben, werden wir zu euch zurückkehren. 6Hierauf nahm er das Holz zum Brandopfer und legte es seinem Sohn Isaak auf; er selber aber trug das Feuer und das Messer in seinen Händen. Während nun beide miteinander dahin gingen, 7sprach Isaak zu seinem Vater: Mein Vater! Er aber antwortete: Was willst du, mein Sohn? Siehe, sprach er, hier ist Feuer und Holz, wo ist das Schlachtopfer zum Brandopfer? 8Abraham aber sprach: Gott wird sich ein Schlachtopfer zum Brandopfer ausersehen, mein Sohn! So gingen beide miteinander fort. 9Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm gezeigt hatte. Daselbst baute er einen Altar und legte das Holz darauf. Und nachdem er seinen Sohn Isaak gebunden hatte, legte er ihn auf den Altar, oben über das aufgeschichtete Holz. 10Und er streckte seine Hand aus und ergriff das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. 11Da siehe, rief der Engel des Herrn vom Himmel herab, und sprach: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12Und er sprach zu ihm: Strecke deine Hand nicht aus über den Knaben und tue ihm nichts; denn nun erkenne ich, dass du Gott fürchtest, da du um deines einzigen Sohnes nicht schontest um meinetwillen. 13Da erhob Abraham seine Augen und sah hinter sich einen Widder, der mit den Hörnern in dem Dorngesträuche hing; diesen holte er herbei und brachte ihn als Brandopfer dar, an seines Sohnes Statt. 14Und er nannte den Namen dieses Ortes: Der Herr sieht. Daher sagt man noch heutigen Tages: Auf dem Berge wird der Herr sehen. 15Der Engel des Herrn aber rief Abraham zum zweiten Male vom Himmel her zu und sprach: 16Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr; weil du dies getan und deines einzigen Sohnes nicht geschont hast, um meinetwillen, 17will ich dich segnen und deine Nachkommenschaft mehren, wie die Sterne des Himmels, und wie den Sand, der am Gestade des Meeres ist; deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; 18und in deiner Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast. 19Da kehrte Abraham zu seinen Knechten zurück, und sie zogen miteinander von dannen nach Bersabee, und er wohnte daselbst. 20Nach diesen Begebenheiten ward dem Abraham berichtet, dass auch Melcha seinem Bruder Nachor Kinder geboren, 21Hus, den Erstgeborenen, und Buz, seinen Bruder, und Kamuel, den Stammvater der Syrer, 22und Kased, Azau, Pheldas, Jedlaph, 23und Bathuel, von welchem Rebekka gezeugt ward. Diese acht gebar Melcha dem Nachor, Abrahams Bruder. 24Aber sein Nebenweib, Namens Roma, gebar Tabee, Gaham, Tahas und Maacha.

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