Aus der Allioli-Arndt-Bibel (Vulgata-Übersetzung, 1914).
2. Chronik 1
1Also erstarkte Salomons, des Sohnes Davids, Herrschermacht und der Herr, sein Gott, war mit ihm und machte ihn groß und erhaben. 2Da befahl Salomon dem gesamten Israel, den Obersten und Hauptleuten und den Fürsten und Richtern in ganz Israel und den Häuptern der Geschlechter 3und er zog mit der ganzen Volksmenge zu der Höhe von Gabaon, wo das Zelt des Bundes Gottes war, welches Moses, der Diener Gottes, in der Wüste gemacht hatte. 4Die Lade Gottes aber hatte David von Kariathiarim an den Ort gebracht, den er für sie hergerichtet und wo er für sie ein Zelt aufgeschlagen hatte, das ist nach Jerusalem. 5Auch war der eherne Altar, welchen Beseleel, der Sohn Uris, des Sohnes Hurs, gemacht hatte, daselbst vor dem Zelte des Herrn und Salomon, wie die ganze Volksgemeinde, suchte ihn auf. 6Und Salomon trat zu dem ehernen Altar, vor dem Zelte des Bundes des Herrn, hinan und brachte auf demselben tausend Opfer dar. 7Da siehe, in eben dieser Nacht erschien ihm Gott und sprach: Begehre, was ich dir geben soll! 8Salomon antwortete Gott: Du hast meinem Vater David große Barmherzigkeit erwiesen und hast mich zum Könige an seiner Statt eingesetzt. 9So gehe nun, Herr Gott! deine Verheißung in Erfüllung, die du meinem Vater David gegeben; denn du hast mich zum König über dein großes Volk gemacht, das so unzählbar ist wie der Staub der Erde. 10Gib mir Weisheit und Einsicht, dass ich vor deinem Volke einziehe und ausziehe; denn wer vermag dies dein Volk, das so groß ist, nach Gebühr zu richten? 11Da sprach Gott zu Salomon: Weil dies vielmehr deinem Herzen gefallen hat und du nicht Reichtum, Schätze und Ruhm, noch das Leben derjenigen, die dich hassen, verlangt hast, auch nicht eine lange Lebenszeit, sondern um Weisheit und Erkenntnis gebeten hast, um mein Volk, über welches ich dich zum Könige gesetzt habe, richten zu können, 12so sind dir Weisheit und Erkenntnis verliehen; aber auch Reichtum und Schätze und Ruhm will ich dir derart geben, dass keiner unter den Königen dir gleichkommen soll, weder vor dir, noch nach dir! 13Salomon kam also von der Höhe von Gabaon vor dem Zelt des Bundes her nach Jerusalem und herrschte über Israel. 14Und er sammelte Wagen und Reiter und hatte tausend vierhundert Wagen und zwölftausend Reiter und legte diese in die Wagenstädte und in die Nähe des Königs nach Jerusalem. 15Auch schaffte der König Silber und Gold nach Jerusalem, gleich als wären es Steine, und Zedern, als wären es wilde Feigenbäume, die in den Ebenen in großer Menge wachsen. 16Es wurden ihm aber von Ägypten und von Koa Pferde zugeführt von den Händlern des Königs, die hinzogen und um Geld kauften, 17ein Viergespann Pferde um sechshundert Silberlinge und ein Pferd um hundertfünfzig; ebenso ward es betreffs des Kaufes in allen Reichen der Hethiter und von den Königen in Syrien gehalten.
2. Chronik 2
1Salomon beschloß nun, das Haus dem Namen des Herrn und einen Palast für sich zu bauen. 2Und er zählte siebzigtausend als Lastträger ab und achtzigtausend, um im Gebirge Steine zu brechen, und als Vorsteher über sie dreitausendsechshundert. 3Sodann sandte er zu Hiram, dem Könige von Tyrus, und ließ ihm sagen: Was du meinem Vater David getan, dass du ihm Zedernholz sandtest, sich ein Haus zu bauen, in dem er auch wohnte, 4das tue auch mir, damit ich dem Namen des Herrn, meines Gottes, ein Haus baue und es einweihe, dass man das Räucherwerk vor ihm verbrenne und Wohlgerüche darbringe und Schaubrote immerdar auflege und Brandopfer morgens und Abends und an den Sabbaten und Neumonden und den Festtagen des Herrn, unseres Gottes, die Israel geboten sind, auf immer. 5Denn es ist ein großes Haus, das ich bauen will; denn unser Gott ist größer als alle Götter. 6Wer wird also imstande sein können, ein Haus zu bauen, das seiner würdig wäre? Wenn der Himmel und die Himmel der Himmel ihn nicht fassen können, was bin ich, dass ich ihm ein Haus bauen könnte? Es sei denn einzig dazu, dass man vor ihm Räucherwerk anzünde. 7Darum sende mir einen erfahrenen Mann, der Arbeiten in Gold und Silber, Erz und Eisen, Purpur, Scharlach und Himmelblau zu fertigen weiß und der kundig ist, Schnitzwerk auszuführen, im Verein mit den Künstlern, welche ich in Judäa und Jerusalem bei mir habe und welche mein Vater David bestellt hat. 8Sende mir auch Zedernholz, Tannen- und Fichtenholz vom Libanon; denn ich weiß, dass deine Knechte die Bäume auf dem Libanon zu fällen wissen, und meine Knechte sollen mit deinen Knechten sein, 9dass man mir Holz in großer Menge zurüste; denn es ist ein sehr großes und herrliches Haus, das ich bauen will. 10Dabei will ich den Arbeitern, deinen Knechten, die das Holz fällen werden, zum Unterhalte zwanzigtausend Kor Weizen und ebensoviele Kor Gerste und zwanzigtausend Metreten Wein und zwanzigtausend Sat Öl geben. 11da antwortete Hiram, der König von Tyrus, durch einen Brief, den er an Salomon sandte: Weil der Herr sein Volk liebt, darum hat er dich zum Könige über dasselbe gesetzt. 12Und weiter sprach er: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der Himmel und Erde gemacht, welcher dem Könige David einen weisen, erfahrenen, einsichtigen und klugen Sohn gegeben hat, dass er dem Herrn ein Haus baue und sich einen Palast. 13Ich sende dir also einen klugen und sehr einsichtigen Mann, Hiram, meinen Vater, 14den Sohn einer Frau von den Töchtern Dans, dessen Vater ein Tyrier war, der es versteht, zu arbeiten in Gold, in Silber, in Erz, Eisen, Marmor und Holz, sowie auch in rotem und blauem Byssus und Scharlach; der jede Art von Schnitzwerk zu fertigen weiß und alles, was zum Werke nötig, kunstreich zu ersinnen versteht, zusammen mit deinen Künstlern und den Künstlern meines Herrn, deines Vaters David. 15So sende deinen Knechten, was du, Herr, versprochen hast, Weizen und Gerste, und Öl und Wein. 16Wir aber werden auf dem Libanon Holz fällen, soviel du nötig hast, und es in Flößen auf dem Meere nach Joppe bringen, deine Sache aber wird es sein, dasselbe nach Jerusalem zu schaffen. 17Da zählte Salomon alle Fremdlinge, die im Lande Israel waren, nach der Zählung, welche sein Vater David vorgenommen hatte, und es fanden sich hundertdreiundfünfzigtausendsechshundert. 18Von diesen bestimmte er siebzigtausend zu Lastträgern und achtzigtausend, um Steine im Gebirge zu brechen; und dreitausendsechshundert als Vorsteher über die Arbeiten des Volkes.
2. Chronik 3
1Da begann Salomon das Haus des Herrn in Jerusalem auf dem Berge Moria zu bauen, der seinem Vater David gezeigt ward, an dem Orte, den David auf der Tenne Ornans, des Jebusiters, zugerichtet hatte. 2Er fing aber im zweiten Monat, im vierten Jahre seiner Herrschaft, zu bauen an. 3Und dies ist die Grundlegung Salomons für den Bau des Hauses Gottes: Die Länge betrug sechzig Ellen nach altem Maße, die Breite zwanzig Ellen. 4Die Halle an der Vorderseite, welche sich in der Länge nach dem Maße der Breite des Hauses hinzog, war zwanzig Ellen lang und hundertundzwanzig Ellen hoch; diese überkleidete er inwendig mit dem lautersten Golde. 5Und das große Haus belegte er mit Brettern von Tannenholz und überkleidete es in seiner ganzen Ausdehnung mit Plättchen von feinem Golde, in die er Palmen und eine Art aneinander anschließender Kettchen grub. 6Auch belegte er den Fußboden des Tempels mit dem kostbarsten Marmor, zu großer Zier. 7Das Gold aber, mit dessen Plättchen er das Haus und seine Balken und Pfosten und Wände und Türen bekleidete, war das gediegenste und er grub Cherubim in die Wände. 8Hierauf machte er das Gebäude des Allerheiligsten, die Länge entsprechend der Breite des Hauses, zwanzig Ellen, und die Breite ebenso zwanzig Ellen; und er bedeckte es mit Goldplatten von etwa sechshundert Talenten. 9Auch die Nägel machte er von Gold, so dass jeder Nagel fünfzig Sekel wog; und auch die Obergemächer überkleidete er mit Gold. 10Ferner machte er im Gebäude des Allerheiligsten zwei Cherubim von Bildhauerarbeit und überzog sie mit Gold. 11Die Flügel der Cherubim breiteten sich zwanzig Ellen weit aus, so dass ein Flügel fünf Ellen hatte und die Wand des Hauses berührte, während der andere Flügel fünf Ellen lang war und den Flügel des andern Cherub berührte. 12Ebenso hatte ein Flügel des andern Cherub fünf Ellen und berührte die Wand, während sein anderer Flügel fünf Ellen lang war und an den Flügel des andern Cherub stieß. 13Die Flügel der beiden Cherubim waren also ausgebreitet und maßen zwanzig Ellen, die Cherubim aber standen aufrecht auf ihren Füßen, mit dem Gesichte nach dem Äußern des Hauses gewendet. 14Ferner machte er den Vorhang von blauem und rotem Purpur, Scharlach und Byssus und wirkte Cherubim hinein. 15Und vor der Türe des Tempels machte er zwei Säulen, welche fünfunddreißig Ellen hoch waren und deren Knäufe fünf Ellen hatten. 16Auch machte er eine Art Kettchen im Spruchorte und brachte sie oben an den Knäufen der Säulen an; sodann machte er hundert Granatäpfel und setzte sie an die Kettchen. 17Und er stellte die Säulen vor den Tempel, eine zur Rechten, die andere zur Linken; die, welche zur Rechten war, nannte er Jachin und die zur Linken Booz.
2. Chronik 4
1Ferner machte er einen ehernen Altar, zwanzig Ellen lang und zwanzig Ellen breit und zehn Ellen hoch; 2sodann das gegossene Meer, zehn Ellen von einem Rande zum anderen, ringsum gerundet; fünf Ellen war es hoch und eine Schnur von dreißig Ellen lief um seinen Rand. 3Unter demselben waren Rindergestalten und verschiedenes Bildwerk umschloss außen in zwei Reihen, auf je zehn Ellen, den Bauch des Meeres; die Rinder waren gegossen. 4Das Meer selbst stand auf zwölf Rindern, von denen drei nach Norden gewendet waren, drei andere nach Westen, drei andere nach Süden, und die drei letzten nach Osten und das Meer ruhte auf ihnen; die Hinterteile der Rinder aber waren unter dem Meere nach innen zu. 5Die Dicke des Meeres war eine Handbreite und sein Rand war wie der Rand eines Bechers oder einer aufgegangenen Lilie; es fasste dreitausend Metreten. 6Auch machte er zehn Becken und stellte fünf zur Rechten und fünf zur Linken auf, damit alles, was man zum Brandopfer darbringen wollte, darin gewaschen würde; im Meere aber sollten sich die Priester waschen. 7Sodann machte er zehn goldene Leuchter nach der Form, die vorgeschrieben war, und stellte sie im Tempel auf, fünf zur Rechten und fünf zur Linken; 8und ebenso zehn Tische, und setzte sie in den Tempel, fünf zur Rechten und fünf zur Linken; und hundert goldene Schalen. 9Ferner machte er den Vorhof der Priester und den großen Hallenbau und Türen in den Hallenbau und überzog diese mit Erz. 10Und das Meer setzte er auf die rechte Seite gegen Osten, nach Süden zu. 11Hiram aber machte Töpfe und Gabeln und Schalen und vollendete alles, was er für den König im Hause Gottes zu machen hatte, 12nämlich die zwei Säulen mit den Aufsätzen und Knäufen und die netzförmigen Reife, welche die Knäufe über den Aufsätzen bedeckten, 13und die vierhundert Granatäpfel und die zwei netzförmigen Reife, so dass je zwei Reihen Granatäpfel an jedem Reife hingen, um die Aufsätze und Knäufe der Säulen zu bedecken. 14Und er machte die Gestelle und die Becken, welche er auf die Gestelle setzte; 15das eine Meer und zwölf Rinder unter das Meer, 16und die Töpfe und Gabeln und Schalen. Alle Gerätschaften machte Hiram, sein Vater, dem Salomon im Hause des Herrn aus dem feinsten Erze. 17In der Jordanlandschaft ließ sie der König gießen in Lehmerde zwischen Sochot und Saredatha. 18Die Gerätschaften aber waren in unzählbarer Menge, so dass man das Gewicht des Erzes nicht wusste. 19Und Salomon fertigte alle Gerätschaften des Hauses Gottes, den goldenen Altar, die Tische mit den Schaubroten darauf; 20die Leuchter mit ihren Lampen, die vor dem Spruchorte nach Vorschrift leuchten sollten, vom lautersten Gold; 21auch das Blumenwerk, die Lampen und die goldenen Lichtscheeren, alles ward aus dem feinsten Golde gemacht; 22ebenso die Gefäße zum Räuchern und die Rauchfässer und die Schalen und Mörser vom reinsten Golde. Auch machte er die Türen des inneren Tempels, zum Allerheiligsten, mit Schnitzwerk und die äußeren Türen des Tempels von Gold. So war die ganze Arbeit vollendet, welche Salomon im Hause des Herrn schaffte.