5. Juli 2025 · Samstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium – Mt 9,14-17
Wer Jesu Tun und das seiner Jünger beobachtete, dem stellte sich bald die Frage: Warum fasten diese nicht so wie das Gesetz es vorschreibt? Jesu Antwort darauf: „Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist?“ stellt alles Bisherige auf den Kopf, denn die Hochzeit ist ein Bild für die Erfüllung der Heilszeit und diese hat mit Jesus bereits begonnen. Der Bräutigam dieser Zeit ist nach dem Alten Testament Gott selbst und dieser ist in Jesus anwesend. Dies lässt die religiöse Praxis, das Fasten am Versöhnungstag, also das Fasten der Pharisäer über den Abfall des Volkes vom Bund Gottes, überflüssig werden. Würde man hingegen weiterhin fasten, wäre das eine Ablehnung Jesu und seiner Botschaft, eine Ablehnung Gottes. Eine zweite Frage ist: Wer sind die Hochzeitsgäste, von denen die Rede ist? Wir alle sind diese Gäste, wir alle, die wir die Einladung zur Hochzeit, zur Verbindung mit dem Herrn, erhalten haben. Wann haben wir diese Einladung erhalten? Wir haben sie mit unserer Taufe erhalten und angenommen! Uns allen wurde bei diesem Geschehen ein schönes weißes Gewand angelegt und wir haben das Zeichen des Herrn erhalten, das Kreuz auf die Stirn. Seit unserer Taufe sind wir in inniger Gemeinschaft mit dem Herrn. Ich hoffe, du hast auf deinem Lebensweg nicht die Hochzeitsgesellschaft verlassen, bzw. dass du nach deinen Abwegen wieder zu ihr zurückgekehrt bist. Und denk daran: In der Gemeinschaft mit Jesus ist Trauer und Fasten fehl am Platz, weil der Herr es ist, der all deinen Schmerz versteht und dich von deinem Schmerz befreien kann. Vertraue einfach!