3. Juli 2025 · Hl. Thomas, Apostel
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Evangelium – Joh 20,24-29
Das heutige Evangelium berichtet uns von der Erscheinung des Auferstandenen vor seinen Jüngern. Er betrat das Haus bei verschlossenen Türen und wünschte seinen Jüngern den Frieden. Thomas, der Zweifelnde, traute seinen Augen nicht. Er streckte seine Hand aus, berührte mit seinen Fingern die Seitenwunde Jesu und rief aufgewühlt: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28). Erst durch Berührung fand er zum Glauben. Thomas ist nicht der Einzige, dem es schwerfällt, zu glauben. Es ist nicht immer leicht, etwas zu glauben, wenn man „Unglaubliches“ nicht selbst erlebt hat. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass mündliche Überlieferungen gerne mit neuen, ausschmückenden Inhalten bereichert werden und diese sich mit der Zeit verselbstständigen. Oft müssen wir uns dann fragen: Was ist der Kern der Sache? Thomas war auch so ein kritisch hinterfragender. Um zu glauben, brauchte er ein außergewöhnliches Zeichen. Auch wir benötigen oft außergewöhnliche Zeichen, um wieder zum Glauben zu finden. Seien es eigene Berufungserlebnisse oder seien es Wunder, durch welche wir uns staunend verändern lassen und wir Gottes Wirken erkennen. Selig sind im Gegensatz dazu diejenigen, die glauben, ohne Wunder zu sehen. Bei ihnen gründet der Glaube im Vertrauen, das wir in unserer Zeit bereits oft verloren haben. Schenken wir Gott wieder vermehrt unser Vertrauen, denn er ist da, er ist überall, kannst du es fühlen? Wir sind in ihm, in seiner Schöpfung und er verliert keinen Augenblick in Betrachtung aller Geschehnisse und im Hören unserer Anliegen.